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Mein Sommer mit Nora Roman von Yellin, Linda (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.05.2014
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
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Mein Sommer mit Nora

Molly, Ende 30, lebt in New York und hat dem Traum vom großen Glück abgeschworen. Stattdessen führt sie eine unaufgeregte Beziehung mit dem soliden Chiropraktiker Russell und schreibt Klatsch-und-Tratsch-Reportagen für ein Online-Magazin. Die Tiefen des Alltags meistert sie mit spitzzüngiger Ironie und einem zur Perfektion eingeübten Galgenhumor. Dass das allerdings nicht immer funktioniert, bekommt sie zu spüren, als sie eine Reportage über die Liebe im Großstadtdschungel New Yorks schreiben soll - und das zu allem Überfluss im Geiste der romantischen Übermutter Nora Ephron. Harry und Sally, Schlaflos in Seattle, E-Mail für Dich - alles wird von Molly zu Rate gezogen, doch der romantische Funke will einfach nicht überspringen. Und blind, wie sie für die Chancen im Leben geworden ist, sieht sie auch die Begegnung mit Cameron, einem Mann, der sie aus der Reserve zu locken versteht und ihr in Witz und Schlagfertigkeit in nichts nachsteht, nicht unbedingt als Wink des Himmels ... Spritzig, wunderbar frech und entwaffnend komisch erzählt Linda Yellin vom unerwarteten Liebestaumel einer abgeklärten New Yorkerin, die feststellen muss, dass sie im Grunde ihres Herzens eben auch nur eines will: ein Happy End! Linda Yellin studierte an der University of Illinois in Chicago und arbeitete danach einige Jahre in der Werbebranche. Daneben veröffentlichte sie Kurzgeschichten in diversen Magazinen, 1991 einen Roman, Such a Lovely Couple , und 2011 das in den USA sehr erfolgreiche Memoire The Last Blind Date . Linda Yellin lebt und arbeitet als freie Autorin in New York. Mein Sommer mit Nora ist ihr erster auf Deutsch erscheinender Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 314
    Erscheinungsdatum: 19.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458736394
    Verlag: Insel Verlag
    Größe: 4903 kBytes
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Mein Sommer mit Nora

PROLOG

Zehn Minuten nach meinem "Ja, ich will" im Garden City Hotel auf Long Island kamen mir die ersten Zweifel. Nur, wie sagt man einem Mann, der als glänzende Partie gilt, "Nein, ich will doch nicht"? Schließlich bekam ich dauernd von allen Seiten – und sogar von wildfremden Leuten – zu hören, dass ich mit Evan Naboshek aus der Kanzlei Naboshek, Halla & Weiss das ganz große Los gezogen hätte.

Für den Fall, dass es irgendjemanden interessiert, hier gleich die Antwort auf die Frage "Wie habt ihr zwei Turteltäubchen euch eigentlich kennengelernt?". Alles fing damit an, dass Turteltäubchen Nummer eins direkt aus dem Taxi in eine Pfütze stieg. Während ich mit dem Regenschirm kämpfte und gleichzeitig mit meinen Einkaufstüten jonglierte, purzelten Tomaten, Paprikaschoten, Zwiebeln, drei Dosen Limo und ein Dutzend Eier auf den Bürgersteig. Da hechtete, ohne zu zögern, ein edler Retter herbei und hinter ihnen her, seinen Schirm gereckt wie Don Quijote die Lanze.

So schnell kann's gehen.

Evan sieht so verboten gut aus, dass mir gleich Böses hätte schwanen müssen. Dunkelhaarig, hochgewachsen. Hohe Stirn, Adlernase. Und ein markantes Kinn, das ich später gerne des Öfteren mit deftigen Aufwärtshaken eingedeckt hätte. Als er mir eine entfleuchte Zwiebel reichte, sprangen mir seine goldenen Manschettenknöpfe ins Auge, und ich sah, dass er keinen Ehering trug. Ein ringloser Finger lässt natürlich keinerlei konkrete Aussage über den Familienstand des dazugehörigen Mannes zu, aber wenigstens stehen die Chancen fifty-fifty.

Den Regenschirm schützend über sich und mich haltend, half Evan mir, die Lebensmittel wieder einzusammeln, um mich sodann bis zur nächsten Straßenecke zu begleiten, wo ich den klebrigen Eierkarton feierlich in einer Mülltonne versenkte. Tomaten, Paprikaschoten und Zwiebeln segneten ebenfalls das Zeitliche. Die verbeulten Limo-Dosen überlebten, aber meine Würde war dahin. Der Regen wäscht alles wieder rein , tröstete mich mein ritterlicher Retter, und es klang wie ein Zitat aus einem Liebeslied. Sofort sah ich Audrey Hepburn und George Peppard inmitten tanzender Tropfen vor mir, Hugh Grant und Andie MacDowell im strömenden Regen. Am liebsten hätte ich geträllert: Und morgen wird die Sonne wieder scheinen!

Ich war vielleicht keine siebzehn mehr, aber ich konnte noch träumen.

"Und was haben Sie nun vor?", fragte mein Nothelfer und schenkte mir ein Lächeln von solch blendender Strahlkraft, wie es sonst höchstens die Nachrichtensprecher im Fernsehen besitzen.

Ich spannte meinen Schirm auf. "Ab nach Hause", sagte ich und deutete mit dem Kopf auf den weißen Upper-East-Side-Klotz, in dem ich wohnte. "Ich habe mir ein Taxi gegönnt, damit meine Einkäufe nicht nass werden."

"Dumm gelaufen." Er lachte. Aber nicht über mich, sondern über mein Malheur.

Unter unseren inzwischen traut vereinten Schirmen erzählte er mir, dass er Sozius in einer Anwaltskanzlei sei und mir gern dabei helfen würde, Mutter Natur auf Schmerzensgeld zu verklagen, sollte ich mir durch mein Lebensmitteldebakel ein Schleudertrauma zugezogen haben. Auch wenn Unfälle auf dem Bürgersteig üblicherweise nicht in sein Fach fielen. Sein Spezialgebiet sei nämlich das Scheidungsrecht.

Hätte ich doch besser zugehört!

Ich dankte ihm für das Einfangen meines Gemüses und versicherte ihm, dass ich die letzten zwanzig Schritte auch ohne Rechtsbeistand bewältigen würde. Er l

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