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Mexikanische Nächte - Vierter Teil von Aimard, Gustave (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
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Mexikanische Nächte - Vierter Teil

Gustave Aimard ( 13. September 1818 in Paris, 20. Juni 1883 ebenda) war ein französischer Autor von Abenteuerromanen, der ähnlich wie der Deutsche Karl May oder der Italiener Emilio Salgari durch seine Bücher das Bild der Indianer und des Wilden Westens maßgeblich beeinflusste. (Auszug aus Wikipedia)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 90
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956768330
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 455kBytes
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Mexikanische Nächte - Vierter Teil

Mexicanische Nächte - Vierter Theil

I.

Der Auszug.

Um fünf Uhr Morgens verließ Miramon, wie er dem Abenteurer versprochen hatte, Mexiko an der Spitze seiner Truppen.

Seine Macht war nicht bedeutend, sie bestand nur aus dreitausend fünfhundert Mann, Infanterie und Cavallerie, da er die Artillerie wegen der schlechten Wege zurücklassen mußte.

Jeder Reiter hatte einen Infanteristen hinten auf dem Pferde, um auf diese Weise den Marsch zu beschleunigen.

Es war in der That ein gewagter Ueberfall, welchen der General beabsichtigte, der aber eben seiner Kühnheit wegen die größten Chancen des Erfolgs für sich hatte.

Der General Miramon ritt an der Spitze der Armee mitten unter seinem Generalstab, mit welchem er heiter plauderte. Wenn man ihn so ruhig und lächelnd gesehen hätte, würde man nicht geglaubt haben, daß irgend ein Nebengedanke seinen Geist bewegte; er schien, indem er Mexiko verließ, jene glückliche Sorglosigkeit der Jugend wieder gewonnen zu haben, welche die Sorgen der Macht ihn so schnell hatten vergessen lassen.

Der etwas kühle Morgen prophezeite einen schönen Tag: ein durchsichtiger Nebel drang aus der Erde durch die allmählich immer heißer werdenden Sonnenstrahlen hervor. Einige Heerden wurden vereinzelt in den Ebenen sichtbar; Arrieros trieben ihre Maulesel mitten durch dieselben auf dem Wege nach Mexiko hin, das vortrefflich angebaute Land bot keine Spur des Krieges dar, sondern schien sich im Gegentheil der größten Ruhe zu erfreuen.

Einige Indianer führten ihre Ochsen nach der Stadt, Andere brachten Früchte und Gemüse und sangen in heiterer Sorglosigkeit, um sich die Langeweile des weiten Wegs zu vertreiben.

Als sie bei dem Präsidenten, den sie sehr wohl kannten, vorbeikamen, blieben sie erstaunt stehen, entblößten ihr Haupt und grüßten ihn ehrerbietig.

Auf Befehl Miramon's hatten die Truppen einen Weg eingeschlagen, dessen Grundlosigkeit den Pferden nur mit außerordentlicher Schwierigkeit vorwärts zu kommen erlaubte.

Bald darauf wurde die Landschaft abschüssiger, der Gang rascher, tiefes Schweigen herrschte in den Reihen der Soldaten, denn man näherte sich dem Feinde.

Gegen zehn Uhr Morgens ließ der Präsident Halt machen, um den Pferden die nöthige Erholung zu gönnen und den Soldaten zum Frühstücken Zeit zu lassen. Gewöhnlich giebt es nichts Seltsameres, als eine mexikanische Armee; jeder Soldat ist von seinem Weibe begleitet, welches die Speisevorräthe trägt und die Mahlzeiten bereiten muß. Sobald die Truppen Halt machen, lagern sich diese Unglücklichen, welche ergeben die furchtbarsten Strapazen des Krieges ertragen, in einiger Entfernung von denselben, was den mexikanischen Armeen den Schein einer Auswanderung verleiht.

Sobald eine Schlacht geliefert wird, bleiben sie stumme Zuschauerinnen des Kampfes, indem sie im Voraus wissen, daß sie die Beute des Siegers sein werden, und unterwerfen sich mit philosophischer Ruhe dieser harten Nothwendigkeit.

Diesmal war es nicht so; der Präsident hatte ausdrücklich befohlen, daß keine Frau der Armee folge; die Soldaten hatten daher ihre zubereiteten Vorräthe in ihren Alforjas mit sich geführt; eine Vorsicht, welche nicht allein einen bedeutenden Zeitverlust, welchen die Bereitung der Speisen erforderte, ersparte, sondern auch außerdem den Vortheil gewährte, daß man kein Feuer anzuzünden brauchte.

Um elf Uhr wurde zum Aufsitzen geblasen und jeder Soldat nahm wieder seinen Platz in den Reihen ein. Man näherte sich Toluca, wo der Präsident den Feind zu erwarten entschlossen war.

Der von tiefen Schluchten durchzogene Weg wurde immer schwieriger zu passiren, dennoch waren die Soldaten nicht muthlos, es war die Elite der Truppen Miramon's, seine treuen Anhänger, welche ihn seit Beginn des Krieges nicht verlassen hatten. Lachend und ermuthigt durch ihren jungen General, der tapfer vor ihnen herritt und ihnen ein Beispiel z

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