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Mexikanische Nächte - Zweiter Teil von Aimard, Gustave (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
eBook (ePUB)

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Mexikanische Nächte - Zweiter Teil

Gustave Aimard ( 13. September 1818 in Paris, 20. Juni 1883 ebenda) war ein französischer Autor von Abenteuerromanen, der ähnlich wie der Deutsche Karl May oder der Italiener Emilio Salgari durch seine Bücher das Bild der Indianer und des Wilden Westens maßgeblich beeinflusste. (Auszug aus Wikipedia)

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 89
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956768347
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 415 kBytes
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Mexikanische Nächte - Zweiter Teil

Mexicanische Nächte - Zweiter Theil

I.

In der Ebene.

Nachdem Olivier und Dominique den Rancho verlassen hatten, ritten sie lange schweigend neben einander; der Abenteurer schien in tiefe Gedanken verloren und der Vaquero war trotz seiner scheinbaren Sorglosigkeit ebenfalls nachdenklich.

Dominique oder Domingo - je nachdem man ihm seine französische oder spanische Bedeutung beilegen will - dessen äußeres Portrait wir bereits in einem früheren Capitel geschildert haben, war in moralischer Beziehung eine seltsame Mischung von guten und bösen Instincten; wir müssen jedoch hinzufügen, daß die guten fast immer überwiegend waren. Das herumirrende Leben, welches er mehre Jahre unter den wilden Indianern der Prairien geführt, hatte bei ihm, außer einer großen körperlichen Kraft, eine unglaubliche Willensstärke und Energie des Characters entwickelt, verbunden mit dem Muth eines Löwen und einer Schlauheit, die zuweilen an Falschheit grenzte. Listig und mißtrauisch wie ein Comanche, hatte er in das civilisirte Leben alle Erfahrungen der Waldläufer übertragen; indem er sich niemals, selbst nicht durch die unvorhergesehensten Ereignisse überraschen ließ, sondern den forschendsten Blicken ein gleichgültiges Gesicht zeigend, eine naive Gutmüthigkeit zur Schau trug, durch welche selbst die gescheidtesten Leute getäuscht wurden. Damit vereinigte er meistens eine seltene Offenheit, einen unbegrenzten Edelmuth, eine Weichheit des Herzens, daß er für Diejenigen, welche er liebte, eine außerordentliche Ergebenheit zeigte, während er in seinem Haß unversöhnlich und von wahrhaft indianischer Wildheit war.

Mit einem Wort, es war eine jener seltsamen Naturen, die eben so geneigt zum Guten wie zum Bösen sind, und aus denen die Gelegenheit so wohl ausgezeichnete Männer, wie die größten Bösewichter macht.

Oliver hatte den außergewöhnlichen Character seines Schützlings tief studirt, und so wußte er, vielleicht besser als dieser selbst, wessen er fähig war, und oft bebte er, wenn er die verborgenen Falten dieser seltsamen Organisation, die sich selbst nicht kannte, sondirte und diese unbezähmbare Natur unter seinem Willen beugte; denn er sah den Moment voraus, wo die auf dem Grund des Herzens des jungen Mannes siedende Lava plötzlich unter dem ungestümen Hauche der Leidenschaften hervorbrechen würde. Deshalb auch berührte er, ungeachtet des vollkommenen Vertrauens, welches er zu seinem Freunde zu haben schien, nur vorsichtig in ihm gewisse Saiten, und hütete sich wohl, ihn zum Bewußtsein seiner Stärke und der Ausdehnung seiner moralischen Kraft zu bringen.

Nach einem Ritt von mehren Stunden waren die Reitenden ungefähr drei Meilen von der Hacienda-del-Arenal an dem Saum eines dichten Gehölzes angelangt, welches die äußersten Plantagen der Hacienda begrenzte.

"Laßt uns hier Halt machen und uns durch unsere Vorräthe stärken," sagte Olivier, indem er vom Pferde stieg; "hier ist für den Augenblick das Ziel unserer Reise."

"Es wird mir lieb sein, mich im Grase auszustrecken," versetzte Dominique, "denn ich gestehe, die Sonne, die uns seit dem Morgen immer senkrecht auf den Kopf scheint, beginnt mir lästig zu werden."

"So genirt Euch nicht, Kamerad; der Platz ist schön zum Ruhen."

Die beiden Männer befestigten ihre Pferde, denen sie die Zügel abnahmen, um sie nach Belieben weiden zu lassen, und nachdem sie im Schatten der dichtbelaubten Bäume sich einander gegenüber gesetzt hatten, griffen sie in ihre wohlgefüllten Alforjas und begannen ihre Vorräthe mit gutem Appetit zu verzehren.

Keiner der beiden Männer war ein großer Schwätzer; so war denn auch ihre Mahlzeit schweigsam und erst als Olivier sein puro und Dominique sein indianisches Calumet angezündet hatte, entschloß sich der Erstere das Wort an den Andern zu richten.

"Nun, Dominique," begann er "was denkt Ihr von dem Leben, welches ich Euch in dieser Provinz seit einigen Monaten führen

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