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Mit Kräuterschnaps und Gottvertrauen Roman von Schreyer, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2013
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Mit Kräuterschnaps und Gottvertrauen

Schreyers zweiter Roman spielt Anfang der 1950er Jahre in einer anhaltinischen Kleinstadt. Jugendlich unbekümmert, ohne Angst vor zivilrechtlichen Folgen, beschrieb er eigenes Erleben in einem Betrieb, der aus der Produktion von Likören und vor allem eines Schweinemastpulvers gute Gewinne erzielt. Mit Humor, beißender Satire und der Spannung eines Kriminalromans nimmt er die Schiebungen seines Chefs genauso aufs Korn wie den vom Chef mit Likören geschmierten Gewerkschaftsfunktionär. Stefan Heym hob 1953 in einer Rezension die realistische Darstellung der Gewerkschaftsfunktionäre hervor. Trotzdem kam das Buch über die Erstauflage von 20 000 Stück nicht hinaus. Man nahm Rücksicht auf die Ost-CDU und die Befindlichkeiten der christlichen Bürger wegen des lästerlichen Titels. In seinem autobiografischen Roman 'Der zweite Mann' schreibt Schreyer 2000 über seine Jugenderlebnisse und dieses Buch: 'Wenn dort, wie erlebt, die Beute der Königin den Lohn der Arbeitsbienen krass übersteigt, so kann etwas nicht stimmen. Dieser Zug des Kapitalismus stößt mich ab. Für Nichtstun 17-mal mehr, bloß weil einem der Laden gehört, das ist ungerecht und wider die Vernunft ... dass ohne weit mehr Ungerechtigkeit die Marktwirtschaft offenbar nicht läuft, das geht mir erst viel später auf.' INHALT: Begegnung auf der Landstraße Ost-West-Geschäfte Schieber oder Agent? Hechtenberg aktiv Rosies Rundgang Das Menü Die Kommission Preisdebatte Herrenbesuch unerwünscht Die Wandzeitung Erinnerungen ... Rätselhafte Sendung Das Betriebsfest Glückliche Nähe Drohung Was tun? Hechtenberg packt Koffer Der Mann am Fenster Zwei im Regen Ein Nachruf Wolfgang Schreyer, geboren 1927 in Magdeburg. Oberschule, Flakhelfer, Soldat, US-Kriegsgefangenschaft bis 1946. Debütierte mit dem Kriminalroman "Großgarage Südwest" (1952), seitdem freischaffend, lebt in Ahrenshoop. 1956 erhielt er den Heinrich-Mann-Preis für den Kriegsroman "Unternehmen Thunderstorm". Schreyer zählt zu den produktivsten und erfolgreichsten Autoren spannender Unterhaltungsliteratur in der DDR, schrieb Sachbücher, Szenarien für Funk und mehr als zwanzig Romane mit einer Gesamtauflage von 6 Millionen Exemplaren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 383
    Erscheinungsdatum: 20.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863940829
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 520 kBytes
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Mit Kräuterschnaps und Gottvertrauen

"Kommen Sie, Doktor", ermunterte der Chef seinen weißhaarigen Nachbarn, "wir beiden Strohwitwer suchen uns 'ne Dame!" Gleich den anderen Herren wollte er sich erheben - da spürte er Nagatis' Hand auf seinem Ärmel. "Hör zu, Erich!", flüsterte der, "fabelhaftes Geschäft in Aussicht. Bombensichere Sache. Du verdienst das Doppelte wie bisher." Hechtenberg spitzte die Ohren, zeigte aber eine gleichgültige Miene. "Durch meine Bücher kann ich nichts mehr nehmen", erklärte er abweisend. "Wer verlangt das?" "Also Ware ohne Rechnung?", zischte Hechtenberg, als mute man ihm zu, sich in einen großen Ameisenhaufen zu setzen, "lieber Kurt, ganz unmöglich." "Lass heut mal das Theater weg", riet der Major, "wir müssen uns rasch einig werden. Da kommen zwei kleine Kisten, nicht mehr. Du brauchst sie nur zu lagern. Das ist alles. Sie gehen mit dem übrigen Kram zusammen demnächst ab - und basta." "Dein Christbaumschmuck ist inzwischen gekommen." "Bin im Bilde. Hör' zu. Es handelt sich um optische Geräte ..." "Wert ...?" "Interessiert jetzt weniger. Also zwei kleine Kisten. Aber in den Kisten können sie nicht bleiben. Das muss umgepackt werden, kapierst du?" "Umgepackt? Ja, wie denn ...?" "Zwischen den Christbaumschmuck. Einfach dazwischen. Wenn was von dem Weihnachtsklimbim entzweigeht - scheißegal. Aber damit kannst du keinen beauftragen. Das musst du selber machen." "Ich ... selbst?" "Klar, wer sonst? Mensch, fantastische Fotoapparate dabei. Wer die sieht, der klaut sie entweder, oder er lässt mich hochgehen. Übrigens: spiel' mir keinen Streich, Erich. Wenn drüben auch nur einer fehlt ..." "Erlaube mal, das steht doch wohl nicht zur Debatte. Nebenbei bemerkt, viel Lust habe ich nicht. Es ist nicht ganz einfach, was du da verlangst ..." "Du bekommst einen anständigen Vorschuss. Zwanzigtausend. Hab's bei mir. Und ein paar Nägel kannst du wohl noch einschlagen!" Das sagt der so. dachte Hechtenberg. Die Zeit, da er Kisten eigenhändig zu vernageln pflegte, lag Jahrzehnte zurück. Doch die Provision lockte. Das musste man mitnehmen, ehe hier Schluss gemacht wurde! War man erst einmal drüben, krähte kein Hahn mehr danach. "Los, gib schon her!" "Aber doch nicht hier."

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