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Morgenmonde von Bros, Doris (eBook)

  • Erschienen: 05.04.2013
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
5,99 €
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Morgenmonde

Alles was ein Mensch erlebt, hinterlässt Spuren in seiner Seele, seinem Wesen und in seinem Kopf. Da gibt es Klara, die ihr Leben lang den Wunsch hat, ihren Vater wiederzufinden. Aber nur mit dem Wunsch im Kopf passiert nichts. Viel zu spät entscheidet sich die risikoscheue Klara dafür, sich auf den Weg nach Südfrankreich zu machen, um ihren Vater zu finden, auch auf die Gefahr hin, vielleicht doch nur einem Hirngespinst hinterherzujagen. Dann ist da noch Aurelie, die zielgerichtete junge Frau, die weiß, was sie will, die ihre eigenen Ziele auch wirklich in die Tat umsetzen kann und deren Leben eine überraschend glückliche Wendung nimmt. Ein Buch über zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die doch vieles gemeinsam haben. Beide wünschen sich sehnlichst eine Beziehung, Zärtlichkeit und Wärme, Verständnis, Ehrlichkeit und das beflügelnde Gefühl der Liebe, das ihr Leben erst vollkommen macht.

Produktinformationen

    Größe: 486kBytes
    Herausgeber: Engelsdorfer Verlag
    Untertitel: Erzählung
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 201
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783954882656
    Erschienen: 05.04.2013
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Morgenmonde

Kapitel 4

Um vier Uhr wurde es bereits dunkel, und eigentlich war es den ganzen Tag über gar nicht richtig hell gewesen.

Noch immer nieselte es leicht, als Klara, eingemummelt in ihre warme Winterjacke, aus der Tür des Bürogebäudes auf den Gehweg trat.

Die Lichter der umliegenden Geschäfte spiegelten sich auf dem nassen Asphalt, bald schon würden die Auslagen in vorweihnachtlichem Glanz erstrahlen.

Klara hatte es nicht eilig, denn zu Hause wartete ja niemand auf sie. Sie bummelte von Schaufenster zu Schaufenster und sah sich eine ganze Weile die glänzenden Schmuckstücke an, die ein Juwelier ausgestellt hatte.

Plötzlich entdeckte sie ein goldenes Kettchen mit einem sehr seltsamen Anhänger. Es waren zwei in sich verschlungene Herzen. Auf dem kleineren glänzte in der Mitte ein winziger, dunkelrot leuchtender Rubin.

"Das ist doch unmöglich!", dachte Klara entsetzt.

Genau so ein Schmuckstück hatte ihre Mutter immer besessen. Sie hatte es von Klaras Vater zum fünften Hochzeitstag geschenkt bekommen.

Klara fiel es wie Schuppen von den Augen. Jetzt wusste sie, warum die braunen Hundeaugen des Fremden sie so aus der Fassung gebracht hatten. Sie waren den Augen ihres Vaters so ähnlich gewesen. Wie genau kannte sie den Blick, wie genau erinnerte sie sich an das beständige leichte Zwinkern, so als wäre Vater immer zu Scherzen aufgelegt gewesen.

Jetzt wusste sie es und Traurigkeit und Wut überfielen sie gleichermaßen. Vater war gegangen, als sie sieben Jahre alt gewesen war. Einfach so, von einem Tag auf den anderen, ohne sich von ihr zu verabschieden, ohne ein einziges Wort der Erklärung. Er hatte nichts mitgenommen, war einfach verschwunden und sie hatte nie wieder etwas von ihm gehört.

Sie war damals noch viel zu klein gewesen, um zu begreifen, warum er es wohl nicht mehr ausgehalten und sie und ihre Mutter verlassen hatte.

Das Einzige, was sie damals erschrocken hatte feststellen müssen, war, dass Vaters Augen urplötzlich nicht mehr spitzbübisch in die Welt geschaut und ihren Glanz verloren hatten. Klara erinnerte sich genau, wie traurig sein Blick in den letzten Wochen gewesen war, hatte sich aber damals keinen Reim darauf machen können.

Heute vermutete sie, dass er es einfach nicht hatte ertragen können, dass seine Frau ihn schon länger nicht mehr wahrnahm, dass sie immer wieder in ihre Traumwelt abrutschte, in der für ihn kein Platz mehr war.

Klara starrte unverwandt auf die Auslagen im Schmuckladen und spürte, wie die Wut von damals sie wieder gefangen nahm, wusste sie doch, dass ihr Vater sie mit ihrer depressiven Mutter allein gelassen hatte, ohne sich darum zu kümmern, wie schwer das Leben seiner kleinen Tochter dadurch werden würde.

Damals, als Vater gegangen war, hatte für Mutter eine noch schlimmere Zeit begonnen. Sie war verlassen worden und hatte sich auch so gefühlt. Tagelang hatte sie geweint, dann wieder war sie so wütend gewesen, dass sie das gute Porzellan fast vollständig zerschlug.

Klara wusste zu dieser Zeit nicht, wie sie reagieren sollte. Sie verkroch sich in den Ecken ihres Zimmers und traute sich nicht, ihrer Mutter zu nahe zu kommen.

Aber für Mutter schien Klara gar nicht anwesend zu sein. Sie hielt es nicht für nötig, mit ihr zu sprechen, sie zu trösten. Merkte sie denn nicht, dass Klara genauso litt wie sie selbst? Merkte sie nicht, dass für Klara eine heile Welt zusammengebrochen war, dass sie nicht begreifen konnte, warum ihr Vater nicht wieder zurückkam?

Er war nicht nur zur Arbeit gegangen, das merkte sie, als immer mehr Tage verstrichen, ohne dass die Tür aufging und Vater lachend auf sie zugekommen wäre, sie in die Arme genommen, durch die Luft ges

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