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Musikstudenten von Höcker, Paul Oskar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.03.2017
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Musikstudenten

Die hübsche Dodo lernt auf ein Schiffreise den begabten und bald sehr erfolgreichen Architekten Percy kennen. Sie verlieben sich und heiraten, bald haben sie ein Kind. Das junge Eheidyll könnte ganz ungetrübt sein, wären da nicht die Schatten der Vergangenheit. Ein Erpresser taucht auf, der dunkle Punkte im Vorleben Percys entdeckt hat, und da ist auch noch die reiche Amerikanerin Mrs. Sly, die Percy nach Florida holt, um ihn dort große Bauprojekte verwirklichen zu lassen und mit ihm zu flirten beginnt. Zum Autor: Paul Oskar Höcker, geboren 1865 in Meiningen, gestorben 1944 in Rastatt, war ein deutscher Redakteur und Schriftsteller. Höcker verfasste Lustspiele, Kriminalromane, Unterhaltungsromane, historische Romane und auch etliche Jugenderzählungen. Er galt in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts als überaus erfolgreicher Vielschreiber. Einige seiner Romane wurden verfilmt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 23.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711498743
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 929kBytes
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Musikstudenten

Als Nikoleit im Dunkeln die schmale Treppe emporstieg, links nach dem Geländer, rechts nach der Wand tastend, blitzte ihm auf dem obersten Treppenabsatz plötzlich ein winziger feuriger Schein entgegen.

Erschrocken blieb er stehen.

War es das glühende Auge einer Katze? Nein, er roch den Duft einer Zigarette: da sass irgend jemand rauchend auf der Treppe.

"Wer ist da?" fragte er rauh.

"Gut Freund!" sagte eine tiefe, verstellte Männerstimme ebenso rauh. Eine Sekunde lang hoffte er: Warnekross! Aber dann fuhr der nächtliche Besucher fort: "Rasend gemütlich ist es doch bei Ihnen, Nikolaus. Ich sitze hier, seitdem das Theater aus ist. Der Wächter hat mich hereingelassen, aber oben öffnet niemand, Ihre trefflichen Knusts scheinen anderwärts einer sonntäglichen Orgie in hellem Lagerbier, Schlackwurst und Nachtigallensang zu frönen. Nun hab' ich mich schon auf ein Nachtquartier hier eingerichtet. Kommen Sie, Nikolaus, setzen Sie sich zu mir. Wollen Sie eine Zigarette? Es ist grad' noch eine da. Letzte Hose, die mich schmückte -!"

Inzwischen hatte Nikoleit ein Streichholz entzündet. "Aber kommen Sie doch mit hinauf, Herr Pernaur."

Der Kapellmeister hatte seinen Zylinder in den Nacken geschoben, den hellen Paletot zurückgeschlagen. Der Frackausschnitt zeigte die Spuren von Zigarettenasche. Ächzend erhob er sich. "Sie müssen bei Ihrem Hauswirt einen Antrag stellen, Nikolaus. Erstens auf Verwendung weicherer Holzsorten beim Treppenbau. Und zweitens: er soll Treppenläufer stiften. Zum Kuckuck, wenn ein solches Genie bei ihm wohnt."

"Und wenn so vornehmer Besuch nächtlings ins Haus einfällt," gab Nikoleit zurück, nur matt zum Scherzen aufgelegt.

"Was haben Sie denn?" fragte der Kapellmeister, als sie endlich Nikoleits Bude erreicht und Licht gemacht hatten. "Sie wirken ja wie eine geknickte Fichte?"

"Ich habe - allerlei Trauriges gehört - bin überhaupt entschlossen ... ich wollte morgen zu Ihnen gehn und sehr ernst mit Ihnen reden, Herr Pernaur."

"Hm. Sie haben's ja nun bequemer; ich hab' Ihnen den Spaziergang abgenommen." Er setzte sich auf den Tisch, nahm die goldene Zigarettendose aus der Tasche und setzte den darin enthaltenen letzten Papyros in Brand. "Übrigens treffen Sie einen günstigen Moment, um sehr ernst mit mir zu reden. Ich bin furchtbar vergnügt. So vergnügt war ich noch nie in meinem Leben. Wissen Sie warum? So fragen Sie doch! Interessiert Sie's denn gar nicht, zu erfahren, weshalb ich nachts um elf Uhr hier bei Ihnen einbreche?"

Pernaur trug eine spöttische Miene zur Schau. Aber Nikoleit wollte scheinen: es war nur Maske. "Gewiss bin ich begierig. Ich denke. Sie werden mir's jetzt sagen."

"Werde ich auch. Aber nehmen Sie sich erst einen Stuhl, denn Sie könnten ohnmächtig werden. - Ich bin nämlich pleite."

Ruhig sah Nikoleit den Kapellmeister an. "Sie sagten mir schon neulich, dass Sie hohe Schulden hätten."

"Tja. Ein ganzer Rattenkönig von Klagen schwebte da schon lange beim Amtsgericht. Und gestern ist die Sache zum Klappen gekommen. Mobiliar gepfändet, Kleider, Taschenuhr, Brillantring. - Da, die Dose haben sie zufällig nicht entdeckt, die schenk' ich Ihnen." Er warf sie auf Nikoleits Bett. "Stehen Sie doch nicht so versteinert da. Ist Ihnen so was noch nie passiert?" Er lachte hell auf. "Meine Gage wollten sie auch mit Beschlag belegen. Die Kerls. Aber ich habe doch zum Glück schon Vorschuss bis September. Da war nichts zu machen. Was, ist das nicht fidel?"

Nikoleit fand sich noch immer nicht in die neue Sachlage hinein. "Es scheint Ihnen wenigstens den Humor nicht geraubt zu haben."

"Keine Spur. Unangenehm ist bloss, was mir für morgen früh zehn Uhr bevorsteht. Ich soll nämlich hingerichtet werden. Rite hingerichtet. Kopf vorgestreckt, Hals ins Eisen - und dann schwapp, weg ist er!"

"Was soll das heissen?"

"Sie Baby! Was Sie gleich für 'ne Grimasse aufsetzen! Ich schlachte doch nicht gewo

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