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Mut zu Lieben - Mut zu Leiden von Plate, Irene (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.09.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Mut zu Lieben - Mut zu Leiden

Zwei Menschen jenseits der 50, die Ihre Vorsätze: Er - niemals die Ehe zu brechen, Sie - niemals die Geliebte eines verheirateten Mannes zu werden, über Bord werfen. ... Sie lernen sich Anfang der 1990er Jahren am Bildschirm kennen. ... Eine heimliche, aufregende, spannende und tiefe Liebe verkompliziert fortan ihren Alltag und ist für beider Seelenleben ersehnte Erfüllung und Sorge zugleich. Das Buch, mit Heiterkeit und ernsten Gedanken geschrieben, wird Männer und Frauen gleichermaßen in den Bann ziehen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 29.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743155046
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 331 kBytes
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Mut zu Lieben - Mut zu Leiden

1

Müde und von einem nebulösen Glücksgefühl berauscht, griff Bertram morgens früh um fünf nach einem Stift und schrieb auf ein Blatt Papier:

Hallo Carla,

bevor ich mich jetzt für zwei Stunden aufs Ohr lege, möchte ich doch noch schnell deine Faxnummer ausprobieren, damit wir uns nicht wieder verloren gehen.

Unsere Begegnung im "Traumschiff" war schon merkwürdig. Und dass wir uns nicht voneinander trennen wollten/ konnten, nachdem es bereits vier Uhr war, ist vielleicht ein ganz besonderes Zeichen, was man nicht ignorieren darf. Nun aber muss ich erst mal ins Bett. Ich freue mich auf deine Antwort.

Schlaf gut!

Bertram

In derselben Minute noch jagte er die Nachricht durch sein Faxgerät und ging in Gedanken versunken die Treppe hoch in sein Dachzimmer, wo er seit etlichen Jahren schon schlief. Es lag wenige Treppenstufen weiter als das eheliche Schlafzimmer, was seine Frau bereits seit der Geburt ihres jetzt sechsjährigen Sohnes für sich alleine beanspruchte. Mit einem Lächeln auf den Lippen warf er sich erschöpft in die Kissen.

Carla entdeckte erst am anderen Mittag, dass ein Zettel aus ihrem Fax hing, freute sich und schrieb sofort zurück:

Hallo Bertram,

hab vielen Dank für dein promptes Reagieren auf unsere vielsagende Begegnung am Bildschirm letzte Nacht.

Mir ist, als hätten wir uns im Morgengrauen erst gar nicht verabschiedet, sondern wären beieinander geblieben ... natürlich nur im Geiste ... Ich habe kein Auge zugetan und dachte andauernd an unser "denk-würdiges" Aufeinandertreffen. Jetzt bin ich natürlich, so ganz ohne Schlaf, leicht im Blut vibrierend, entsprechend neben der Rolle.

Gott sei Dank ist Samstag und ich kann den Tag gedankenleicht vertrödeln. Ich bin sehr gespannt, wie und ob es mit uns weitergeht.

Sei lieb gegrüßt

Carla

Das "Traumschiff" war ein Dialogprogramm im Bildschirmtext. BTX war Ende der 1980er Jahre der Vorläufer des Internets, eine Möglichkeit, mit anderen Menschen anonym zu kommunizieren. Man benötigte dazu eine Tastatur und einen Monitor, das konnte auch der Fernsehbildschirm sein, sowie einen Telefonanschluss, über den die Benutzung von BTX lief und abgerechnet wurde.

Carla hatte eine solche elektronische Vorrichtung bei der guten alten Post für ihr Büro erworben und entdeckt, dass sich hiermit auch vortrefflich die einsamen Abende verbringen ließen. Man plauderte munter mit einem anderen, den man sich aus der Teilnehmerliste ausgesucht hatte, vielleicht nur weil einem sein Pseudonym gefallen hat oder weil man nett von ihm angesprochen wurde oder auch weil man sich wie von Geisterhand zu ihm hingezogen fühlte.

Keiner wusste, was ihm am anderen Ende der Leitung blühen konnte. Bilder waren zu der Zeit technisch noch nicht möglich. Und das machte im Prinzip die Sache noch viel spannender, weil zum einen alles über den Geist und die Phantasie lief, zum anderen wusste man in der totalen Anonymität nie, was da alles gelogen war von dem, was der andere so von sich gab.

Abends spät schaltete Carla gerne ein, um zu schauen, ob die Person von gestern vielleicht wieder anwesend ist ... Nein, sie ist nicht auf der aktuellen Teilnehmerliste ... Dafür fand sie dann meistens jemand anderen zum "Tickern", wie man die kurzweilige Tätigkeit im "Dialogprogramm" damals bezeichnete.

Man konnte einschalten, wann immer man wollte, zu jeder Tages- und Nachtzeit ergab sich immer ein Dialog mit irgendeinem "allwissenden" Ansprechpartner.

Hier also waren Bertram und Carla äußerst neugierig aufeinander geworden und hatten angefangen, sich nun im wahrsten Sinne des Wortes buchstäblich heranzutasten.

Carla war wie Bertram schon über 50, genau genommen 53, und lebte nach ihrer schon lange zurückliegenden Scheidung alleine mit ihren zwei fast erwachsenen Kindern, die fleißig für ihr Abitur lernten.

Bertram hatte sich in das "Traumschiff" einges

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