text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Nach Achtzehn Uhr von Bauer, Simone (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.01.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
7,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Nach Achtzehn Uhr

Dieses Buch erzählt von den Höhen und Tiefen, die das Leben so schreibt. Von vielen Zufällen, die wirklich passiert sind. Von Menschen, die sich dadurch kennen und lieben gelernt haben. Verglichen mit dem 21 Jahrhundert, war die Zeit, in der wir groß geworden sind, schon komisch, wenn nicht sogar bekloppt, aber auch schön. Aber eben anders. Wer dieses Buch liest, wird vielleicht einige Ähnlichkeiten oder Parallelen zu seiner eigenen Vergangenheit feststellen.

Simone Bauer, als viertes Kind von Hans und Marianne Kamperhoff 1969 in Winz- Niederwenigern geboren. Wurde auf dem Land groß und lernte dort die Liebe ihres Lebens kurz nach ihrer Geburt kennen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 316
    Erscheinungsdatum: 19.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739287065
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 953kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Nach Achtzehn Uhr

1. Raus aus der Mutter und ab nach Hause.

Es muss wohl ein grauer Wintertag gewesen sein. Weiß keiner mehr so genau, aber es war auf jeden Fall schon dunkel.

Mama hatte an diesem Tag Bauchschmerzen, oder wie ich es heute besser weiß, Wehen. Es war der 15.12.1969. und für mich wurde es auch langsam Zeit mein dunkles Nass zu verlassen. Ich machte mich auf den Weg. Als es nach diesem Gedrücke und Gequetsche endlich hell aber auch kalt wurde, hörten wir alle die Glocken vom Wennischen Dom läuten. Es muss 18 Uhr gewesen sein. Wie unsere Mutter später zu sagen pflegte: " Da war sie zum ersten und letzten mal pünktlich", denn mein Geburtstermin war erst für Januar errechnet. Macht aber nix, denn nun ging es erst mal richtig los.

Omma und Papa, die mit meinen drei Geschwistern, meinem großen Bruder Wilhelm und den Zwillingen Frieda und Ida, die ich heute "Geschwister Fürchterlich" nenne, warteten zu Hause auf Mama und mich. Ich, die es also mit dem pünktlich sein nicht so genau nimmt, wo ich aber auch nicht immer Schuld dran habe, möchte mich erst einmal vorstellen. Ich heiße Simone und ich denke mal, dass es noch rechtzeitig genug war. Mein Bruder Wilhelm der 4 Jahre älter ist als ich, und "die Beiden" damit sind Frieda und Ida gemeint, die hab ich immer so gerufen, auch wenn nur eine von Beiden da war, sind 2 Jahre älter als ich.

Meine Eltern hatten eigentlich die Familienplanung nach ihrem so heiß ersehnten Kronensohn und dem Doppelpack abgeschlossen. Aber die Lust muss wohl ihre Vernunft und ihr Gedächtnis ausgeschaltet haben und nachdem ich "Unfall" schon mal da war, hieß es "wo Drei groß werden, wird auch ein viertes groß. Papa wollte eigentlich nicht, dass ich erfahre dass ich ein Unfall bin. Mama hatte sich aus Versehen mal verplappert und da war es nun mal raus. Ich meinerseits hatte da nie ein Problem mit. Da mussten Mama und Papa schon alleine mit fertig werden.

Außerdem wollten sie sowieso immer ein paar Kinder haben. Ob Paar dann klein oder groß geschrieben wird, ist doch letztlich völlig egal. Hauptsache gesund. Die Drei sind auch waschechte Wennische. Sie wurden in Niederwenigern, aber im alten Krankenhaus geboren, ich hingegen durfte das Licht der Welt im neuen Gebäude erblicken. Da zu dieser Zeit das Krankenhaus in Niederwenigern für Geburten aus den umliegenden Orten heiß begehrt war, wurden auch für mich zumindest dort wichtige Persönlichkeiten zur Welt gebracht. Ich könnte vieleicht behaupten, dass das Kinderzimmer der Neugeborenen ein Familientreff war. Zum Beispiel wurden dort am 14 August 1967 Frieda, Ida und eine Angela geboren. Angela machte später nähere Bekanntschaft mit unserem Bruder, der 1965 das Kinderzimmer belegte. Ebenfalls 1965 ein Steffen, der große Bruder von Angela, und 1964 der kleine Rolf. Die beiden Großcousins Steffen und Rolf bemühten sich später erfolgreich um Frieda und Ida. Oder Oliver, der 1969 per Kaiserschnitt auf die Welt geholt wurde. Olli ist der Cousin eines Jungen aus Burgaltendorf, der für mich schon aus dem Ausland kam, weil er ja ein Essener war. Dieser Junge hieß Jörg, was im griechischen "Bauer" bedeutet.

Jörg war dort ein auffälliges Kind, denn er hat ziemlich viel gekotzt. Aus diesem Grund musste der kleine Kotzbrocken, der am 9.12.1969 zur Welt gekommen war, länger im Krankenhaus bleiben, wodurch ich seine Bekanntschaft machen konnte.

Heute könnte ich mir vorstellen warum Jörgs Beschwerden nicht besser wurden.

Wir beide waren in diesem Kinderzimmer 1969 und ich war nicht gerade ein hübsches Mädchen. Der Blick von Jörgs Bettchen in mein Bettchen muss für ihn wohl ein übler Anblick gewesen sein, was seinem empfindlichen Magen noch mehr reizte und ihm ziemlich zu schaffen machte. Aus meinem Augenwinkel betrachtet, war er für mich mein kleiner Prinz. Ja, es kam so wie es kommen musste. Sie trennten uns, was für Jörg, glaube ich, erholsamer war. Jeder durfte, wie schon erwähnt, nach Hause

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen