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Nebenan funkeln die Sterne von Adams, Lilly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 28.09.2018 per Download lieferbar

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Nebenan funkeln die Sterne

When it rains look for rainbows.
And when it's dark look for stars.

Emma Martins führt ein aufregendes Leben - glaubt man ihrem erfolgreichen Instagram-Account. Tausende von Followern sehen sich täglich ihre Bilder an und lassen sich von ihnen motivieren. Doch die Wahrheit ist eine andere: Emma wohnt allein in einem winzigen Apartment in London. Der Kontakt mit anderen Menschen macht ihr Angst, vor die Tür geht sie nur selten. Einzig auf ihrer Dachterrasse, nachts, wenn die Stadt still ist und die Sterne leuchten, hat sie das Gefühl, richtig durchatmen zu können. Aber dann zieht der gut aussehende Nathan in die Wohnung nebenan - und bringt ihr Leben online und offline von einem Tag auf den anderen völlig durcheinander ...

Lilly Adams ist das Pseudonym einer deutschen Autorin, die mit ihrer Familie in München lebt. Nach dem Abitur und einem Zeitschriftenvolontariat absolvierte sie ein Diplomstudium der Germanistik, Journalistik und Kunstgeschichte in Bamberg. Heute arbeitet sie als Schriftstellerin, fürs Fernsehen, gibt Schreibseminare und lektoriert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 426
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736307711
    Verlag: LYX
    Größe: 792 kBytes
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Nebenan funkeln die Sterne

Kapitel 1

#GLÜCKPUR

BritMom @Em_dreams: Oh My God! Was für eine Yacht! Eure?

Em_dreams @BritMom: Schön wär's :-) Nur für einen Tee bei Troys Chef dorthin eingeladen gewesen.

Mit dem Meer stimmte etwas nicht. Die Wellen waren viel zu hoch, das Wasser zu dunkel und der Himmel - der Himmel war eindeutig zu dramatisch. Dunkelgraue Wolkenfetzen zogen darüber hinweg, man meinte, den Wind in den Haaren zu spüren und ihn pfeifen zu hören. Ein wunderschönes Bild - für einen kalten Herbsttag, den man vor dem Kamin verbrachte, mit dampfendem Tee und dem Geruch eines Bratapfels in der Nase. Das Foto war vor gut eineinhalb Jahren entstanden, als sie Tante Gwen besucht hatte, zum ersten und bisher einzigen Mal. Aber heute war der Erste Mai, und weil der Regen beständig gegen ihr Fenster klopfte, wollte sie Frühlingsgefühle vermitteln. Und so wie es jetzt war, fehlte dem Foto eindeutig Wärme. Außerdem war am Wochenende das Wetter an der Küste herrlich gewesen - die Webcam von Worthing hatte Bilder voll Sonnenschein und knallblauem Himmel übertragen.

Natürlich hätte sie auch ein aktuelles Frühlingsfoto des Flieders posten können, der in einem riesigen Kübel auf der Dachterrasse blühte - doch ihr war klar, dass das letzte Travel-Foto viel zu lange her war. Sie brauchte ein Bild, dass allen unmissverständlich klarmachte: Ich war unterwegs! Raus aus London! Und dieses Küstenfoto war eines der wenigen, das dafür taugte.

Am Vortag hatte sie schon das sechs Jahre alte Yachtfoto gepostet, das sie bei der Abi-Abschlussfahrt zur Kieler Woche geschossen hatte - und dabei natürlich alle Hinweise auf Deutschland wegretuschiert: Fahnen, Inschriften, Bootsnamen.

Ihre Finger flitzten über die Menüpunkte, sie drehte am Kontrast, veränderte Farben, kopierte passende Bereiche und setzte sie an anderer Stelle wieder ein. Einfacher wäre es gewesen, ein x-beliebiges Bild von einer kostenlosen Fotoplattform herunterzuladen, aber das wollte sie nicht. Irgendwann wäre es vielleicht doch jemandem aufgefallen.

Zehn Minuten später schob sie ihren Stuhl ein wenig vom Schreibtisch zurück und betrachtete ihr Werk. Schon viel besser! Jetzt leuchtete der Himmel in einer satten Blaufärbung, die Wellen wirkten wie leichtes Gekräusel und das Meer hatte eine beinah karibische Färbung. Sie drehte das Türkis ein wenig zurück - schließlich war das hier die Südküste Englands und kein Strand auf den Bahamas.

Zufrieden übertrug sie das Foto auf ihr Handy, lud es auf ihrem Account hoch und schrieb die Worte darunter, die ihr schon beim Aufwachen heute Mittag eingefallen waren: "Herrliches Wochenende an der Küste verbracht! Noch immer ganz nah: der Geruch von Salzwasser, die Wärme der Sonne auf der Haut und das Geschrei der Möwen im Ohr - da kann die Woche nur gut starten! Was hat euch am Wochenende glücklich gemacht? #Worthing, #coast, #seaside, #sun, #happygirl."

Es dauerte keine zwei Minuten, bis sie die ersten Herzchen bekam. Und wie so oft war BritMom die Schnellste bei den Kommentaren: " @Em_dreams : Danke für dieses wunderschöne Foto - sieht aus wie im Märchen. Hach! Wie gerne würde ich mal wieder ans Meer. Bei uns hat's nur zum Indoor-Spielplatz und zu McDonald's gereicht. Na ja, Hauptsache, die Süße hatte Spaß."

Emma schickte ihr schnell ein paar Daumenhochs, einen Kuss-Smiley und den Kommentar: "Hätte deine Süße gerne die Spitze des Kletterturms erobern gesehen! Vielleicht klappt's ja mal irgendwann." BritMom war eine ihrer ersten Abonnentinnen gewesen, und sie hatten sich sogar schon ein paar private Nachrichten geschrieben. An BritMoms Fotos sah man sofort, ob es ihr gut oder schlecht ging. War sie happy, postete sie Bilder von besonders stylishen Frisuren, die sie ihren Kundinnen verpasst hatte. Ging es ihr schlecht, stellte sie düstere Gedichtzeil

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