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Olaf Miyamoto A Psychedelic Love Story von Helsen, Matthias (eBook)

  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Olaf Miyamoto

Olaf verliert sich in der Monotonie des Alltags. Die Welt, die ihn umgibt, kennt nur den Profit und die Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft macht ihn krank. Von der Sehnsucht gepackt und der Hoffnung getrieben, macht er sich auf den Weg, Antworten zu finden. Er entwickelt sich dabei zu einer Art spirituellem Alchemisten und erzählt uns auf seiner Reise von ungewöhnlichen Begegnungen, Liebschaften und Tiefen, die er selbst nicht für möglich gehalten hatte. In seinem Tagebuch erzählt uns Olaf nicht nur eine Geschichte. Er teilt auch seine Gedanken mit uns und führt uns so auf eine Reise durch unser eigenes Bewusstsein. Matthias Helsen hat an der LMU München Germanistik und Philosophie studiert. Auf seinen Reisen begann er die Realität und das Bewusstsein zu erforschen und entwickelte dabei eine eigene Philosophie des Seins, die er selbst regelmäßig aus seinen Fugen hebt und zerschlägt. Er erzählt gerne Geschichten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740774257
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 596kBytes
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Olaf Miyamoto

Ein geschlossener Samen

Schon wieder einer dieser Tage. Das Wetter ist heiß und es geht ein mäßiger Wind.

Zumindest fällt manchmal der Bambus im Topf neben mir um. Meine Aufgabe?

Garderobendienst bei einem Event mit vielleicht fünfzig Leuten. Das Wetter zwingt den Leuten nicht gerade eine Jacke auf, was den zu erbringenden Arbeitsaufwand erheblich minimiert.

Der Bambus tut's wie gesagt. Er ist sowieso einer der besten Zeitgenossen hier. Ein grüner Despot in einer sonst grauen Office-stadt. Büro an Büro, Block an Block, Anzug an Anzug; falsches Grinsen überall. Die Businesswelt füllt die Leere vieler Irrenden hier. Und ich? Auf meinem hohen Ross fälle ich mein Urteil über die Versammelten... Sie können es sich wenigstens leisten zu suchen.

Unsinn den der fade Tag mir in den Kopf pflanzt, weil ich so intensiv nach einer Lösungsformel suche, dass ich einfach nichts Besseres zu tun habe. Ein Rezept zum gekonnten Leben. Vielleicht sollte ich euch meine Geschichte erzählen, sofern sie euch interessiert. Na ja, wenn sie es nicht tut, lest ihr ja eh nicht weiter...

Meine Geburt war unspektakulär, keine Komplikationen und rein in eine Familie mit solider Struktur. Lebensweg nach Plan.

Immer ein guter Schüler gewesen und Partys, ganz normal; ab und an ein Bier, aber keine Drogen natürlich. Auch geraucht habe ich nie! Meine erste Freundin hatte ich mit sechzehn, meinen ersten Sex mit achtzehn. Abi mit neunzehn und danach gleich eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

No Big Deal. Den Bund konnte ich umgehen, da mein Vater gute Kontakte hat.

Und jetzt sitze ich hier an dieser unscheinbaren Garderobe und langweile mich zu Tode. Wie kam es dazu?

Mein Leben war bis vor etwa einem Jahr noch ziemlich langweilig; langweilig und leer. Gedanken habe ich mir über Zahlen gemacht und Schach habe ich mir gerne angesehen. Im Spielen war ich nie so gut.

Kein Stratege.

Ich war mir bislang der Leere in meinem Leben kaum bewusst. Ich merkte nur, dass mir alles immer gleichgültiger wurde.

Nichts machte mir mehr Freude, nichts motivierte mich. Meine Kirche war das Geld, der Alltag mein Elixier. Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass ich 27 bin.

Eines Abends meinte mein Chef, ich müsste mal was erleben und nahm mich mit in einen Tabledance-Schuppen. Ab da nahm alles seinen Lauf. Zwei Whiskey und ich war dahin. Dreihundert Euro für die Stripperin. Ein Lapdance und später 'ne Hure... war das Leben?

Die Hure gab mir eine kleine Pille, länglich oval und schwarz gepunktet. Ich dachte immer, die Dinger müssten bunt sein und hätten Smileys oder so drauf. Na ja, wie es nun weiterging, kann man sich ja denken. Zehn Uhr Afterhour, irgendein Club. Der Name des Mädchens, dessen Zunge da in meinem Rachen steckt, unbekannt.

Ihre Freundin hantiert mir im Schritt. Der harte Minimal-Sound hypnotisiert mich, die Hand erregt mich, die Zunge wild und roh... rohes Fleisch... wie wäre es wohl wenn ich zubeiße?

Ich wach' auf. Die Mädels kleben mit ihren nackten Körpern an meiner klebrigen Haut.

Wo ich bin, weiß ich nicht. Mir ist warm, überall Blut. Habe ich zugebissen? Ich renne auf's Klo, übergebe mich lange und ausgiebig. Ich habe doch gar nichts gegessen, wo kommt das alles her? Und wieso ist so viel Blut an meinen Händen?

Zoom. Kopf wird klar. Das Klo ist ein Wandschrank und die Kotze maßgeblich Alkohol. Vermutlich könnte man es noch einmal trinken. Lieber mal das Bad suchen gehen.

Gefunden. Ein wenig waschen und erfrischen. Die Kopfschmerzen schmerzen sehr. Lieber noch mal ins Bett zu den geilen Weibern. Die Szene ist allerdings ganz schlecht für meinen Magen. Die Kloschüssel ist zu weit weg, der Wandschrank wohl bekannt.

Die Brünette scheint ihre Tage bekommen zu haben. Eine rot-braune Spur hat sich auf ihrem Bein abgezeichnet und bildet einen großen rot-braun getrockneten Fleck auf dem Bett. Das erklärt

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