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Olivensommer Roman von Broom, Isabelle (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2017
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)

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Olivensommer

Seit dem Tod ihrer Mutter ist Holly Expertin darin, Menschen auf Abstand zu halten. Doch als sie einen unerwarteten Brief ihrer Tante aus Zakynthos erhält, beginnen die Mauern zu bröckeln. Holly reist auf die griechische Insel und versucht, den Spuren ihrer Familie zu folgen - einer Familie, von deren Existenz sie zuvor nichts wusste. Warum hat ihre Mutter nie von ihrer Schwester erzählt? Und was hat es mit der handgezeichneten Karte auf sich, die Holly und ihr Nachbar Aidan in einem alten Haus finden? Isabelle Broom, geboren 1979 in Cambridge, hat Medienwissenschaft an der University of West London studiert und arbeitet als Redakteurin und Autorin. Eine Europareise nach ihrem Studium führte sie auf die griechische Insel Zakynthos, wo sie unvergessliche Monate verbrachte. Olivensommer ist ihr Debütroman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 13.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641191177
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: My Map of You
    Größe: 1210 kBytes
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Olivensommer

2

Wie so viele Menschen, die versuchten, sich in der britischen Hauptstadt durchzuschlagen, war Holly eher zufällig in London gelandet. Es war der letzte Ort, an den ihre Mutter mit ihr gezogen war, und inzwischen hatte Holly so viele Jahre hier verbracht, dass sie London als ihre Heimatstadt betrachtete. Dennoch war sie hier nie ganz heimisch geworden, zumindest nicht so, wie sie sich das vorstellte. Manchmal blieb sie inmitten der vorbeieilenden Passanten unvermittelt stehen und fragte sich, was sie eigentlich in dieser Stadt hielt. Im Grunde waren ihr die Menschenmengen, die Hektik, der ganze Dreck und die groben Umgangsformen zuwider, und trotzdem lebte sie hier.

Holly arbeitete in Camden in der Hauptniederlassung eines großen Online-Modeversandhauses namens Flash. Mit fünfzehn anderen Kollegen und Kolleginnen teilte sie sich die Aufgabe, verführerische Produktbeschreibungen zu verfassen und auf die Webseite hochzuladen. Auch wenn die Tätigkeit längst nicht so kreativ war, wie Holly sich das gewünscht hätte, war sie zumindest nicht sonderlich anstrengend und machte gelegentlich sogar Spaß. Die Bezahlung war durchschnittlich und die Zusatzleistungen eher mies, aber angesichts ihrer Lebensumstände war Holly trotzdem froh, die Stelle zu haben.

Das Schlimmste an ihrem Job bei Flash war unzweifelhaft Fiona, ihre direkte Vorgesetzte, die so humorlos und muffig war wie eine Packung alter Cornflakes. Holly wusste sehr wohl, dass es ein absolutes Klischee war, eine ekelhafte Chefin zu haben, aber was sollte sie tun?

Kaum ließ Holly sich um Punkt halb zehn auf ihren Schreibtischstuhl sinken, blinkte mit einem Piep bereits eine E-Mail von Fiona auf. Holly musste sämtliche Texte für die neuen Schlaghosen noch einmal umschreiben. Na großartig.

Als zehn Minuten später Aliana neben ihr zischte: "Was machst du denn für ein Gesicht?", wäre Holly vor Schreck beinahe vom Stuhl gefallen.

"Verdammt noch mal, wo kommst du denn jetzt her?", fuhr sie ihre Kollegin an und wischte den Tee auf, der über den ganzen Schreibtisch gelaufen war.

"Vom Fußboden", erwiderte Aliana kichernd. "Der alte Drache sollte doch nicht sehen, dass ich zu spät komme."

Aber im nächsten Moment ging es ihr genauso wie Holly zuvor.

"Wer kommt zu spät?"

Wie aus dem Nichts stand Fiona neben ihnen.

"Niemand." Aliana schenkte ihr ein liebreizendes Lächeln.

"Und warum ist dein Computer noch nicht eingeschaltet?", bohrte Fiona nach, die Nasenflügel wie Nüstern gebläht. Sie trug ihr Haar heute in einem strengen Dutt, und am Rand ihres Gesichts war dort, wo sie das Make-up nicht sorgfältig genug verstrichen hatte, ein Schatten zu sehen.

"Ist abgestürzt." Aliana lächelte so unerschütterlich wie eine aus Knete geformte Animationsfigur.

Fiona zog eine ärgerliche Grimasse. "Die fehlende Viertelstunde arbeitest du in der Mittagspause nach!", stieß sie noch hervor, ehe sie davonstolzierte und in ihrem Büro verschwand.

"Wenn sie doch endlich einen Freund finden würde!", stöhnte Aliana und streckte der davonmarschierenden Fiona die Zunge raus. "Ich kenne niemanden, der so dermaßen unentspannt ist."

Holly nickte. "Sie ist ein bisschen ... steif. Vielleicht müsste sie mal richtig feiern gehen."

"Nicht mit mir!", rief Aliana. Dabei vertippte sie sich bei der Eingabe des Passwortes zum dritten Mal und fluchte, als das System sie prompt aussperrte.

Holly betrachtete die Hose vor sich auf dem Bildschirm: dunkelblaues Paisley-Muster mit betonter Taille und figurfreundlich weiten Beinen. Der Schnitt gefiel ihr, und zum tausendsten Mal, seit sie bei Flash arbeitete, fragte sie sich, warum sie sich ihre Kleider nicht mehr selbst nähte. Das Schneidern war das Einzige gewesen, was sie in diesen schrecklichen dunklen Jahren bei Verstand gehalten hatte. Nichts, was seitdem geschehen war, machte sie auch nur annähernd so glücklich. Nicht einmal Ru...

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