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Oma Thea macht die Fliege Roman von Breuer, Gabi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.07.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Oma Thea macht die Fliege

Fast hundert Jahre sind einfach genug, findet Oma Thea. Überall zwickt es, Freunde und Familie werden weniger, nur bei ihr hat der liebe Gott wohl das Verfallsdatum vergessen. Deshalb steht sie nun sprungbereit auf dem Dach des Seniorenheims. Leider aber findet Oma dort nicht die ersehnte Ruhe, sondern drei ziemlich überraschte Schicksalsgenossen: den Krankenpfleger Jan, die finanziell ruinierte Friedelies und die suchtkranke Susanna. Zum Glück! Denn schnell fällt ihnen ein, dass sie alle noch eine Rechnung offen haben - auf der Erde, nicht im Himmel. Und damit begibt sich das ungewöhnliche Quartett auf eine kunterbunte Rachetour quer durch Deutschland ...

Gabi Breuer, geboren 1970, lebt mit ihrem Mann und Sohn in Köln. Sie ist Verwaltungsangestellte in einem Seniorenheim und schreibt nur in ihrer Freizeit. Unter dem Namen Gabriele Breuer schreibt sie auch historische Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 11.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843707213
    Verlag: Ullstein
    Größe: 1090kBytes
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Oma Thea macht die Fliege

Kapitel 1

Schlimmer konnte es wirklich nicht mehr kommen. Friedelies war einiges an Elend gewohnt, doch nun befand sie sich auf dem Tiefpunkt ihres jämmerlichen Lebens. Seit Stunden saß sie schon neben Horsts Bett und starrte ins Leere, während ihr Mann vor sich hin döste. An den Fenstern sperrten die dunkelgrauen Vorhänge das Licht aus und verliehen dem Zimmer das Ambiente einer Gruft. Seit zwei Monaten verbrachte Friedelies die Tage hier in diesem Seniorenheim, um bei ihrem Mann zu sein. Er wollte es so und war selbst nach dem Schlaganfall noch genauso dominant wie all die Jahre zuvor. Friedelies schalt sich selbst als duckmäuserisch. Aber bald würde dies alles vorbei sein, dann würde sie ausbrechen, um endlich ihren Traum zu verwirklichen. Dazu brauchte sie nur noch das letzte Quentchen Mut zu fassen.

Die Tür öffnete sich, und der Windzug bauschte die Vorhänge. Eine Pflegekraft trat in das Zimmer, um das Abendessen zu servieren. Sie grüßte kurz und stellte das Tablett auf den Betttisch. Friedelies kannte sie nicht, also schaute sie auf das Namensschild. Dort stand "Heidi". Heidis Kittel spannte so über dem Bauch, dass die Knöpfe fast absprangen.

Horst öffnete die Augen. "Meine Frau reicht mir das Essen an", knurrte er. Es waren die ersten Worte, die er an diesem Tag sagte.

Dann wandte er den Blick zu Friedelies und verzog den Mund. "Himmel, hat die eine Wampe."

Schwester Heidi schüttelte den Kopf. "Ist Ihr Mann immer so freundlich?"

Friedelies schämte sich in Grund und Boden. Horst hasste übergewichtige Menschen und hielt damit nicht hinter dem Berg. "Ich glaube, er hat nicht gut geschlafen", sagte sie entschuldigend.

Horst stützte sich auf die Ellenbogen. "Die Dicke soll verschwinden. Von so einer will ich nicht versorgt werden."

Wie vor jeder Mahlzeit legte Friedelies ihm ein Lätzchen um den Hals. "Mensch, Horst, hör bitte auf. Sei froh, dass es Menschen gibt, die sich um dich kümmern."

"Leider kann ich mir hier auch nicht die Bewohner aussuchen, die ich zu pflegen habe. Aber glauben Sie mir, ich bin noch mit jedem Stinkstiefel fertig geworden." Schwester Heidi presste die Lippen aufeinander und verließ das Zimmer.

Friedelies' Magen verkrampfte sich. Kurz zögerte sie, doch dann nahm sie all ihren Mut zusammen, schnappte sich ihren Mantel und fuhr nach Hause.

Auch wenn Thea den Film mit Gregory Peck und Audrey Hepburn in- und auswendig kannte, freute sie sich schon seit Tagen darauf. Ein Herz und eine Krone ... so verliebt waren ihr Erwin und sie auch gewesen, als er noch gelebt hatte. Sie hatte das Kopfteil des Bettes erhöht und lauschte nun mit der Fernbedienung in der Hand der Anfangsmusik. So sahen sie also aus, die Höhepunkte in ihrem Leben, die ihr nur noch das Fernsehprogramm schenken konnte. Thea stellte den Ton lauter. Kurz darauf betrat Pfleger Jan ihr Zimmer und schüttelte den Kopf. Wie sie an seinen Lippen erkennen konnte, sagte er irgendetwas.

"Du musst lauter sprechen. Ich hab mein Hörgerät nicht an!", brüllte Thea in seine Richtung.

Jan nahm ihr die Fernbedienung aus der Hand und stellte den Ton leiser.

"Was soll das?" Verärgert schaute Thea ihn an. "Ich versteh nichts."

Der junge Mann beugte sich zu ihr. Seine Lippen waren nun ganz nah an ihrem Ohr. "Ihre Zimmernachbarin kann nicht schlafen."

"Ja und?"

"Weil Sie den Fernseher so laut gestellt haben."

"In der Nacht darf ich mein Hörgerät nicht tragen."

"Wie wäre es denn hiermit?" Der Altenpfleger holte die Kopfhörer aus i

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