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Peer Gynt von Ibsen, Henrik (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.06.2015
  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Peer Gynt

Der junge Peer Gynt versucht mit Lügengeschichten, der Realität zu entfliehen. Er verdrängt, dass sein Vater, der einst sehr angesehene Jon Gynt, Hof und Habe durch Misswirtschaft und zahlreiche Alkoholeskapaden verloren hat. Er lebt in einer Fantasiewelt, in der die heruntergekommene Behausung ist jedoch nach wie vor ein strahlender Palast. Auf der Suche nach Liebe und Abenteuer findet er sich bald in einer Welt von Trollen und Dämonen wieder. Er entführt Ingrid, die Braut eines anderen. Gleichzeitig verliebt er sich in die aus pietistischem Elternhaus stammende Solvejg, die ihn anfangs nicht erhört, sich ihm später jedoch anschließt. 'Peer Gynt' rast durch die Welt zwischen nicht er selbst sein zu wollen und nichts anderes als er selbst sein zu wollen, zwischen dem Begehren, zwischen seinem unbändigen Freiheitsdrang, und der Sehnsucht nach einem starken, unverwechselbaren Ich. AUTORENPORTRÄT Henrik Ibsen wurde 1828 in Skien in Norwegen geboren. Er war der älteste Sohn einer traditionsreichen, vornehmen norwegischen Familie. Seiner Vater war Kaufmann Knud Ibsen. Von 1844 bit 1850 absolvierte Henrik Ibsen eine Ausbildung als Apotheker, aber sein Hauptinteresse galt inzwischen bereits der Literatur. 1850 vollendete er sein erstes Stück, und im Jahr 1857 übernahm er die künstlerische Leitung des Norske Teatret in Kristiania. Später im Leben bekam Henrik Ibsen ein Dichterstipendium für eine Studienreise, und von 1864 bis 1891 lebte Henrik Ibsen abwechselnd in Dresden, München und Rom. Henrik Ibsen starb am 23. Mai 1906.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 158
    Erscheinungsdatum: 12.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711327289
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 369 kBytes
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Peer Gynt

Erster akt

Abhang mit Laubholz bei Aases Hof. Ein Bach schäumt hernieder. Auf der andern Seite eine alte Mühle. Heißer Sommertag.

Peer Gynt, ein kräftig gebauter Mensch von zwanzig Jahren, kommt den Steig herab. Aase, seine Mutter, klein und fein, folgt ihm zornig scheltend auf dem Fuße.

Aase . Peer, Du lügst!

Peer Gynt ohne sich aufzuhalten .

Nein, nein, ich lüg' nicht!

Aase . Na, so schwör' drauf: Ist es wahr?

Peer Gynt . Warum schwören?

Aase.

Pfui! Der früg' nicht.

Peer Gynt steht still .

Aase vor ihm . Und Du schämst Dich nicht vor mir?

Peer Gynt . Links vom Gendin.

Aase lacht spöttisch .

Hm! Aha!

Peer Gynt . Kräftig blies der Wind von da;

Aase wie vorher .

Ja, ja!

Peer Gynt . Lautlos horchend, hör' ich seinen

Aase . Gott bewahre, nein!

Peer Gynt.

Ein Knall!

Aase unwillkürlich . Jesus -!

Peer Gynt.

Mutter, hast Du den

Aase schwindlig . O, Gott steh' mir bei!

Peer Gynt.

Da stößt

Aase wankt und greift nach einem Baumstamm. Peer Gynt fährt fort.

Aase schnappt nach Luft .

Peer Gynt . Bock vom Berge, Bock vom Grunde

Aase.

Und er?

Peer Gynt . Hm, der springt wohl noch umher; -

Schnalzt mit den Fingern, wippt sich auf den Hacken und fügt hinzu:

Aase . Daß Du nicht den Hals geknickt hast!

Besinnt sich plötzlich, sieht ihn mit offenem Mund und großen Augen an und kann lange keine Worte finden. Endlich stößt sie hervor:

Peer Gynt.

Mir auch.

Aase giftig . Ja, und Lügen kann man drehen,

Peer Gynt . Spräch' ein andrer solchen Quark,

Aase weinend . Läg' ich doch im schwarzen Sarg!

Peer Gynt . Liebes, süßes Muttchen mein,

Aase.

Scher' Dich fort!

Fängt wieder an zu weinen.

Peer Gynt . Hm, wo blieb der letzte Schnee?

Aase . Willst Du jetzt wohl schweigen, he!

Peer Gynt . Schweig doch, Alte, mit dem Quatsch!

Aase . Nein; auf dem Fleck wächst kein Gras mehr.

Trocknet die Augen mit der Schürze.

Weint von nenem.

Peer Gynt geht von ihr . Laß mich sein.

Aase folgt ihm .

Du bist am Ende

Peer Gynt . Dämliches Gefabulier'!

Aase hitzig . Häuslers Kari hörte 's Heulen!

Peer Gynt reibt sich den Ellenbogen .

Aase . - Dir?

Peer Gynt . Denn ich - bekam die Beulen.

Aase . Was -?

Peer Gynt . Der haut Dir, sag' ich Dir!

Aase . Wer -?

Peer Gynt . Na, wer! Den Aslak mein' ich.

Aase . Pfui, o pfui! daß ich nicht spucke!

Weint wieder.

Peer Gynt . Ob ich Amboß oder Hammer, 's bleibt dasselbichte Gejammer.

Lacht.

Aase.

Hätt'st Du wieder

Peer Gynt . Diesmal, ja.

Ballt die linke Hand.

Ballt die Rechte.

Aase . Raufbold, Du! Du gibst nicht Fried',

Peer Gynt . Nein, doch, Du bist Bessres wert,

Aase spöttisch . Du!

Peer Gynt . Was kommen kann, weiß keiner!

Aase . Würd' Dir doch nur eins bewußt:

Peer Gynt hitzig . König, Kaiser will ich werden!

Aase Jetzt

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