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Plötzlich Royal Roman von Brodbeck, Roland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.08.2012
  • Verlag: Querverlag
eBook (ePUB)
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Plötzlich Royal

Der Schweizer Student Sascha Burger weiß zwar, dass er der Urenkel der britischen Königin Elisabeth II. ist, doch wirklich ernst genommen hat er seine Familiengeschichte bisher nicht. Immerhin wurde sein Zweig vom königlichen Stammbaum abgesägt, da seine britische Mutter einen katholischen Schweizer Financier heiratete. Völlig unvorbereitet trifft ihn daher die Nachricht aus Großbritannien, er sei nun doch nicht aus der Thronfolgeliste gestrichen worden. Somit könnte Sascha nun theoretisch der übernächste britische König werden. Eine Audienz bei Sir Geoffrey von der royalen Prinzenaufsicht und sogar bei der Queen ist jetzt unausweichlich. Sascha und sein Lebenspartner Simon geraten in ein Kreuzfeuer zwischen konservativ-religiösen Monarchisten und Paparazzi, denn bei einer Institution wie dem britischen Adelsgeschlecht wundert es nicht, dass es erheblichen Widerstand aus vielen Richtungen gibt. Mit seinem 'Was wäre wenn?'-Szenario schafft Roland Brodbeck eine unerwartete und spannungsgeladene Situation, in der die Weltgeschichte völlig neu geschrieben werden müsste. Eins ist aber klar: The queen is not amused!

1966 geboren, studierte Physik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich, Promotion 1998. Danach arbeitete er bis 2005 am Geographischen Institut der Universität Zürich. Parallel dazu sammelte er Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und im Wissenschaftsjournalismus. Sein erster Roman Plötzlich Royal erschien 2012 im Querverlag, Der Sieger von Sotschi folgte dann 2014.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 27.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896565334
    Verlag: Querverlag
    Größe: 468kBytes
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Plötzlich Royal

Das China-Geschäft

Den Tag nach der Verlobung meiner Schwester verbrachte ich mit Simon auf einer Velotour. Mein scheuer Freund schuldete mir ja was, nachdem er die Party geschwänzt hatte.

Als wir unterwegs in einem Dorfladen anhielten, um uns mit Proviant zu versorgen, kaufte Simon eine bekannte Boulevardzeitung, weil ein Foto von mir groß auf der ersten Seite drauf war. Vor dem Laden auf einem Mäuerchen lasen wir gemeinsam den Aufmacher über mich. Obwohl es nicht ganz unerwartet war, erschreckte mich die Schlagzeile nicht wenig:

Abgeblitzt!

Queen Elisabeth (79) knallt unserem Schweizer Prinzen Sascha (20) die Palasttür vor der Nase zu! Der Sprecher des königlichen Haushalts Rt. Hon. Sir Geoffrey (61) weist Spekulationen der Regenbogenpresse um eine falsche Thronfolgeliste zurück. Der Schweizer Urenkel der Queen, Sascha Burger, habe einen katholischen Vater und sei deshalb zu Recht gestrichen worden. Zudem müsse das Parlament einer derart drastischen Änderung der Thronfolgeliste zustimmen. Er könne keine Anzeichen dafür erkennen, dass das Parlament überhaupt darauf eingehen, geschweige denn eine Änderung vornehmen werde.

Einspruch, Sir Geoffrey!

Exklusivinterview mit Sir Wilfried (79) in dieser Ausgabe.

Der britische Royalexperte erklärt, warum Sascha in die Thronfolge aufgenommen werden müsse. Erfahren Sie auch alles über eine mögliche schwule Romanze unseres Prinzen Sascha mit Prince Harry (20)!

Nun würde der Palast sicher glauben, allein meine Gegenwart mache Prinzen schwul. Die Sache mit Harrys Kuss mit einem Mann zum Preis eines Biers in einem Tankstellenshop wurde ebenso aufgewärmt wie ein Besuch des rothaarigen Prinzen in einer Bar, die auch von Schwulen besucht wurde. Harry war nicht schwul, und selbst wenn er es wäre, was sollte der hämische Unterton im Artikel? Das Interview mit dem Experten Sir Wilfried diente wohl auch nur dazu, den auflagenstarken Traum von einem Schweizer auf dem britischen Thron noch eine Weile am Kochen zu halten. Der Experte war offenbar nur ein Privatgelehrter, während Sir Geoffrey von der royalen Prinzenaufsicht letztlich für den Palast sprach. Simon streichelte mir über die Wange und meinte, er sei glücklich, dass ich gestern vor der Presse zu ihm gestanden hätte. Das war so süß von ihm, dass wir uns einfach küssen mussten.

"Schämt euch!", rief eine Frau um die fünfzig. Schon hatte ich ihre Spucke an der Wange, und bevor ich reagieren konnte, verschwand sie im Laden. Die Stimmung war kaputt. Innerhalb von Sekunden waren wir wieder ans untere Ende der Gesellschaft zurückgetreten worden.

In der nächsten größeren Ortschaft gingen wir in ein Internetcafé, um die Internetseiten der britischen Presse anzusehen. Von Simon stand da nichts, nicht einmal allgemein, dass ich überhaupt einen Freund hatte. Das wunderte mich etwas, nachdem Kern gestern so intensiv vor all den anderen Journalisten danach gefragt hatte. Vielleicht hatte der Palast Druck auf die Presse ausgeübt? Hingegen wurde auch in der britischen Presse Sir Wilfried mit seiner Außenseitermeinung über die Thronfolge prominent herausgestellt. Simon meinte, ich solle doch einfach Katholik werden, dann sei die Sache klar und ich würde nie mehr etwas mit der Thronfolge zu tun haben. Erst hielt ich es für einen Spruch, doch Simon fürchtete, der Palast würde mir den Umgang mit ihm verbieten, falls sich Sir Wilfried mit seiner Ansicht durchsetze. Letzteres glaubte ich allerdings weniger.

Wir redeten auf unserer Tour nun über belanglosere Dinge und wollten uns den Tag durch nichts verderben lassen, weder durch die Thronfolgediskussion noch durch die homophobe Frau von vorhin. Selbstverständlich nahm ich Simon nach unserem Ausflug zu mir nach Hause mit.

Gleich nach dem Duschen wurde ich von meinen Eltern

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