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Poldark - Schatten auf dem Weg Roman von Graham, Winston (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2016
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Poldark - Schatten auf dem Weg

Cornwall 1790-1791 Ross Poldark steht vor den schlimmsten Stunden seines Lebens: Er wird vor Gericht für zwei Schiffsunglücke verantwortlich gemacht. Seine junge Frau Demelza schart Unterstützer um sich, doch auch seine Feinde bleiben nicht untätig. Besonders der mächtige Bankier George Warleggan ist daran interessiert, Ross zugrunde zu richten ... "Vom unvergleichlichen Winston Graham ..., der all das hat, was die anderen haben, und dann noch eine ganze Menge mehr" The Guardian Der dritte Roman der großen Poldark-Saga Winston Mawdsley Graham, geboren 1908 in Manchester, gestorben 2003 in London, hat über vierzig Romane geschrieben, darunter auch "Marnie", der 1964 von Alfred Hitchcock verfilmt wurde. Er war Mitglied der Royal Society of Literature und des Order of the British Empire. Er lebte in London und Cornwall.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 400
    Erscheinungsdatum: 15.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843712378
    Verlag: Ullstein
    Serie: Poldark-Saga 3
    Größe: 2583 kBytes
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Poldark - Schatten auf dem Weg

8

Verity saß auf dem niedrigen Fenstersims ihres Zimmers und sah zu, wie die Stallknechte des Hotels vierzig oder fünfzig Pferde von den Weideplätzen außerhalb der Stadt zurücktrieben. Jeden Abend drängten sie sich um diese Zeit mit klappernden Hufen und schnaubenden Nüstern durch die gefährlich enge Straße. Und jeden Morgen wurden sie wieder zur Wiese getrieben.

Seit ihrer Ankunft in Bodmin hatte sie schon viel Zeit an diesem Fenster verbracht und die Passanten begutachtet, so wie in Falmouth, wo sie während Andrews Abwesenheit am Fenster über der Veranda zu sitzen, an einer Stickerei zu arbeiten und über den Hafen zu blicken pflegte.

Inzwischen musste Andrew schon in Lissabon sein. Und morgen, wenn Ross vor Gericht stand, würde er die Segel in Richtung Heimat setzen. James, sein Sohn, war in Gibraltar, also äußerlich nicht weit von ihm entfernt, doch die innerliche Distanz hätte nicht größer sein können.

Manchmal zweifelte Verity daran, dass sie seine beiden Kinder je kennenlernen würde. Ganz tief innen begann sie - im Gegensatz zu dem, was sie Demelza gesagt hatte - ein solches Treffen sogar eher zu fürchten, als zu ersehnen. James und Esther waren lebendige Zeugen von Andrews erster tragischer Ehe. Vielleicht empfanden sie das selbst so und wollten deshalb nicht kommen. Vielleicht fühlten sie sich aber auch nur von der neuen Ehefrau verdrängt. In jedem Fall aber war Andrew Blameys zweite Ehe bisher ausgesprochen glücklich, und die Furcht, seine Kinder könnten dieses Glück in Gefahr bringen, quälte Verity unsäglich.

Es klopfte an der Tür, und Joanna, das ungepflegte Hausmädchen, stand auf der Schwelle. Die Morgenhaube saß ihr schief auf dem Kopf, und ihre Wange zierte ein Schmutzstreifen.

"'zeihung, Madam, da ist 'n Herr für Sie. Heißt Mr Francis Poldark."

Veritys Herz setzte sekundenlang aus. "Mr - Francis Poldark?"

"Ja, so ähnlich, glaub ich. Er hat gesagt, er kennt Sie. Vielleicht meint er die andere Dame -"

"Ich meine diese Dame", sagte Francis und trat ein. "Ich bin ihr Bruder, Mädchen, also halt dein Klatschmaul im Zaum, wenn du nach unten gehst. Putz dir deine Rotznase und lass uns jetzt allein."

Mit offenem Mund machte Joanna kehrt und ging. Vierzehn Monate hatten Bruder und Schwester einander nicht mehr gesehen - seit dem Tag, als Verity, von Demelza ermutigt und trotz des hartnäckigen Widerstandes ihres Bruders, fortgelaufen war und Andrew Blamey geheiratet hatte.

Sie erkannte sofort, dass Francis betrunken war, und ihr Mut sank. Und sie wusste, was das bedeutete. Noch vor sechs oder sieben Jahren hatte ihr Vater darüber geklagt, dass Francis beim Zechen nicht mithalten und man ihn mit einer einzigen Flasche wie einen schwächlichen Bücherwurm unter den Tisch trinken konnte. Doch Zeit und Übung hatten Francis geholfen, diesen Vorwurf auszubügeln. Heute war mehr dazu nötig.

"Bist du allein?", fragte er.

"Ja ... ich ... wusste gar nicht, dass du in der Stadt bist, Francis."

"Alle sind in der Stadt. Ärzte, Ackerknechte, arme Leute, Diebe ... ich dachte, du wohnst mit Demelza zusammen."

"Sie ist heute Abend ausgegangen. Wir waren den ganzen Tag zusammen."

Er blickte sie stirnrunzelnd an, als versuche er, sie mit den vorurteilslosen Augen eines Fremden zu betrachten. Sein Hemd war am Hals zerrissen und sein Mantel schmutzverkrustet. Nur sie wusste, mit welch leidenschaftlicher Ablehnung er auf ihre Heirat reagiert hatte. Von Kindheit an war seine Liebe zu ihr selbstsüchtig und besitzergreifend gewesen - etwas mehr als nur brüderliche Liebe. Andrews schlechter Ruf bildete den Brennpunkt seines Misstrauens gegen ihn, und Francis konzentrierte auch noch all seine anderen Ressentiments darauf.

"Mrs Blamey ", sagte er verächtlich. "Wie fühlt man sich, wenn man Mrs Blamey genannt wird?"

"Als du kamst, da hoffte ich ..."

"Was? Dass ich gekommen

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