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Professor Zamorra - Folge 1017 von Borner, Simon (eBook)

  • Erschienen: 03.12.2013
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Professor Zamorra - Folge 1017

'Lassen Sie uns einen Pakt schließen, Cranston.' Nicole Duval sah Zamorra an, als habe er den Verstand verloren. Doch der Dämonenjäger sprach unbeirrt weiter. 'Sie und ich - gemeinsam gegen das Unbekannte.' Finn Cranston, der Vampir, der sich zum Herrscher über New York aufgeschwungen hatte, lachte abfällig. 'Sie träumen wohl, Zamorra! Wir stehen auf verschiedenen Seiten. Ihnen verdanke ich meine größte Niederlage! Warum sollte ich mich mit Ihnen verbünden?' 'Weil Sie sonst untergehen. Genau wie Nicole und ich. Nur gemeinsam können wir noch überleben.' Cranston schnaubte. Seine Mundwinkel zuckten. 'Sie täuschen sich, Professor. Einer von uns dreien wird den Central Park morgen früh lebend verlassen - das versichere ich Ihnen. Aber Sie werden es nicht sein ...'

Produktinformationen

    Größe: 592kBytes
    Herausgeber: Bastei Lübbe
    Untertitel: Der Feind meines Feindes
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 64
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783838749075
    Erschienen: 03.12.2013
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Professor Zamorra - Folge 1017

Kapitel 2
Feuergeist
Vor langer Zeit
Die Trommeln sangen wieder. Ihr Lied erzählte von jenen, die der Sonne zu nah gekommen und ins Meer gestürzt waren. Von den Waldläufern, die keinen Blick für die Natur gehabt hatten. Von den Fischern, die mit ihren Booten zu nah an den Horizont fuhren, weil sie glaubten, unbesiegbar zu sein.
Rathuul stand auf der Klippe und schaute hinaus in die Nacht. Es war kalt, doch die Felle, die er trug, wärmten ihn ausreichend. Das Meer tobte und rauschte unter ihm. Es sang ein ganz anderes Lied als die Trommeln. Eines, das ihm bedeutend besser gefiel.
Erst, als das Rascheln hinter ihm erklang, drehte er sich um. Doch es war nicht sein Bruder, wie sonst. Sondern ...
"Frydda." Vor lauter Staunen stand ihm der Mund offen. "Was machst du hier? Warum bist du nicht bei den anderen, am Feuer?"
Der Himmel war wolkenverhangen. Nur selten schaffte es ein Strahl Mondlicht zur Erde. Dennoch sah er sie schmunzeln. Sie sagte nichts und trat schweigend an seine Seite. Minuten vergingen, in denen er ziemlich ratlos neben ihr stand und wartete, doch Frydda sah hinaus aufs Meer. Sie schien über etwas nachzudenken.
"Es ist schön hier", sagte sie irgendwann, und es klang wie ein Entschluss.
Rathuul hob eine Braue. "Findest du?" Das hatte er noch niemanden sagen hören. Normalerweise hatte er diese Stelle für sich allein – sie und die Träume.
Frydda sah ihn an. "Warum kommst du hierher, Rathuul?", fragte sie plötzlich, und ihr Ton machte deutlich, dass sie keine Ausreden tolerieren würde. "Du spaltest dich vom Rest des Stammes ab, gehst deine eigenen Wege. Du sitzt nicht bei den Feuern, und du singst auch nicht von den Geistern, die in den Flammen wohnen. Du bist anders als die anderen."
Er schluckte. Ähnliches fragte sein Bruder schon seit Jahren, doch bei Frydda klang es nicht anklagend, sondern ... ja, wie? Er bemerkte den Unterton durchaus, verstand ihn aber nicht. So hatte noch niemand mit ihm gesprochen.
"Tut mir leid", sagte er zerknirscht und wunderte sich zugleich darüber. Warum glaubte er, sich bei ihr entschuldigen zu müssen? Für was denn? Er war, wie er war. Er wollte gar nicht anders sein. "Ich ... Die alten Geschichten geben mir einfach nichts, verstehst du? Sie bremsen uns doch nur aus. Jahraus, jahrein dieselben alten Rituale, dieselben Muster. Schwindet das Eis, ziehen wir auf die Felder. Kehrt es zurück, gehen wir in die Höhlen, wo die Ernte bereits wartet. Wir werden alt und zeugen Junge, doch wir ändern nichts am Lauf der Dinge. Wir stagnieren, statt zu wachsen."
Frydda hob die Hand und strich ihm über die Wange. "Rechtfertigungen, Rathuul?", fragte sie amüsiert und leise. "Ich hätte dich für stärker gehalten."
Das war er auch! Verflucht, natürlich war er das. Normalerweise scherte er sich einen Dreck um das, was andere von ihm dachten. Er wusste, dass er in den Augen der restlichen Stammesbrüder ein Sonderling war, weil er sich nach dem sehnte, wovor die Lieder warnten. Na und?
Aber warum fühlte er sich vor Frydda plötzlich, als müsse er sich erklären? Ausgerechnet vor ihr?
"Was willst du hier?", fragte er, einer spontanen Eingebung folgend, die er selbst nicht ganz begriff.
Frydda öffnete den Knoten am Kragen ihres Leibchens. Der Stoff glitt ihr von den Schultern. Weiße, weiche Haut glänzte im Mondschein. "Ich? Ich will gar nichts. Ich mag es, wenn jemand anders ist. Weiter nichts." Sie schmunzelte. "Die Frage lautet viel eher: Was willst du ?"
Rathuul at

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