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Rache der Adler Roman von Kane, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.08.2018 per Download lieferbar

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Rache der Adler

14 nach Christus. Fünf lange Jahre sind seit dem Gemetzel in den Wäldern Germanias vergangen, doch die überlebenden Legionäre haben die Schmach der Niederlage noch immer nicht verwunden. Vor allem der Centurio Tullus ist nur von einem Gedanken beseelt: Rache. Rache an Arminius, dem verräterischen Cherusker. Unter dem Kommando des Feldherrn Germanicus dringen Tullus und seine Kampfesbrüder tief in Feindesland vor und verwüsten zahlreiche Dörfer, um Arminius aus der Reserve zu locken. Doch Arminius ist gerissen, und so beginnt ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Kriegern Germanias und den Legionären Roms.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 605
    Erscheinungsdatum: 31.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556618
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Eagles of Rome .2
    Originaltitel: Hunting the Eagles
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Rache der Adler

PROLOG

HERBST 12 N. CHR. · ROM

Centurio Lucius Cominius Tullus unterdrückte einen Fluch. Seit dem Gemetzel in den Wäldern vor nunmehr drei Jahren war sein Leben vollkommen anders verlaufen - erbarmungslos und härter als sonst. Ein geringer Anlass genügte, und schon war er in Gedanken wieder in dem versengenden Chaos jener blutigen Tage, als Tausende germanische Stammeskrieger aus dem Hinterhalt angegriffen und drei Legionen ausgelöscht hatten, darunter auch Tullus' Legion. Diesmal riss ein heftiger Regenschauer in Rom die alten Wunden wieder auf. Der eben noch festgestampfte Boden der nicht gepflasterten Straße verwandelte sich in einen schlammigen Brei, der an Tullus' Waden spritzte und ihm in die Sandalen lief.

Tullus schloss die Augen und vernahm erneut den dröhnenden, volltönenden Barritus der germanischen Krieger, jenen Schlachtruf, der den römischen Legionären bis ins Mark gegangen war. HUUUUMMMMMMMM! HUUUUMMMMMMMM! Bei dem Klang dieser tief anschwellenden Töne, die die Krieger im Schutz der Bäume angestimmt hatten, hatte die Legionäre jeglicher Mut verlassen. Die Stimmung kippte - wie Milch, die in der Mittagssonne sauer wird.

Wäre es nur dieser Barritus gewesen, den Tullus aufs Neue in Gedanken durchleben musste, so hätte er es ertragen, aber im Ohr hatte er immer noch die Schmerzensschreie der Männer, die in ihrer Todesangst nach ihren Müttern riefen, ehe sie den letzten Atemzug taten. Speere gingen wie Hagel auf die Soldaten nieder, durchschlugen Schilde, bohrten sich ins Fleisch und hinterließen verstümmelte und sterbende Legionäre. Das charakteristische Knacken der Schleudern drang aus den Tiefen der Wälder, die Steine prallten gegen Helme, zertrümmerten Schädel. Die Maultiere brüllten vor Angst. Mit heiserer Stimme hatte Tullus inmitten des Tumults versucht, Ordnung in die Reihen zu bringen.

Tullus blinzelte und sah nicht das geschäftige Treiben auf der Straße, sondern nur den matschigen, aufgeweichten Pfad. Schier endlos schlängelte sich der Weg über Meilen durch Wälder, vorbei an sumpfigem Gelände, in dem man bis zu den Knien versank. Der Weg war übersät von Ausrüstungsgegenständen und Leichen. Überall tote Legionäre. Seine Männer.

Vor dem überraschenden Angriff hätte Tullus jedem Mann vehement widersprochen, der die Ansicht vertrat, eine römische Kohorte - mehr als vierhundert kampferprobte Männer - könne von einem Gegner ausgelöscht werden, der größtenteils mit Speeren angriff. Außerdem hätte er jeden für verrückt erklärt, der behauptete, drei Legionen könnten im Verlauf eines Hinterhalts der Germanen vom Erdboden hinweggefegt werden.

Inzwischen war er klüger und weitaus demütiger.

Die brutalen Erlebnisse - und das Nachspiel - hatten aus Tullus einen verbitterten Mann gemacht. Seine Legion hatte ihren Legionsadler verloren, und deshalb hatte man die Legio XXI aufgelöst. Der 17. und 19. Legion war es nicht anders ergangen. Tullus und alle anderen Überlebenden waren auf die übrigen am Rhenus stationierten Legionen verteilt worden. Die endgültige Demütigung für Tullus war seine Degradierung gewesen: Zuvor hatte er in der 1. Centurie der 2. Kohorte den Rang eines Pilus Prior bekleidet. Nach der schmachvollen Niederlage in den germanischen Wäldern hatte man ihn zu einem rangniederen Centurio herabgestuft. Da er durchaus schon mit dem Ruhestand geliebäugelt hatte, war die Degradierung wie ein Schlag in die Magengrube gewesen. Von da an konnte er seine Karriere vergessen.

Zu allem Unglück war ihm auch noch Lucius Seius Tubero in den Rücken gefallen, jener junge, aufstrebende Tribun, der ihm von Anfang an feindlich gesinnt gewesen war. Einem Emporkömmling wie Tubero hatte Tullus es zu verdanken, dass seine zuvor makellosen Dienstjahre in ein schmachvolles Licht gerückt wurden. Wäre Tubero nicht gewesen, wie Tullus sich in diesem Augenblick vergegenwärtigte, so hätte er womöglich immer noch seine alte Kohorte befehligen kö

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