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Rockernacht von Wylde, Joanna (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2017
  • Verlag: Lago
eBook (ePUB)
8,99 €
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Rockernacht

Der Klub kommt immer zuerst. Mein ganzes Leben habe ich nach dieser Regel gelebt. Ich war bereit, für den Klub zu sterben, und es hätte mir nicht mal etwas ausgemacht. Die Reapers standen immer hinter mir und mehr brauchte ich nicht. Dann traf ich sie. Tinker Garrett. Sie ist einfach wundervoll. Sie ist loyal, smart, sie arbeitet so hart ... sie hat einen guten Mann verdient. Einen besseren als mich. Wie sollte ich ihr erklären, dass ich nicht der Mann bin, der ich vorgebe zu sein? Wie sollte sie verstehen, dass ich das alles nur für den Klub tue? Wie könnte ich jemals den Reapers MC verlassen? Wie könnte ich jemals wieder ohne sie leben? Ich muss eine Entscheidung treffen. Bald. Joanna Wylde ist eine Schriftstellerin, die Bücher nicht nur schreibt, sondern sie auch mit großem Vergnügen liest.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 350
    Erscheinungsdatum: 13.11.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957621009
    Verlag: Lago
    Größe: 802 kBytes
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Rockernacht

Prolog

TINKER

Ich hatte schon wieder Krämpfe und krümmte mich zusammen. In der Toilette war Blut. Nicht viel, aber auch nicht gerade wenig: einige lange, zähe Rinnsale und dazu hellrote Tropfen ... Ich kniff die Augen ganz fest zusammen, zwang mich, die Schmerzen nicht zu beachten, und konzentrierte mich stattdessen auf das Telefon in meiner Hand.

"Tut mir leid, Tinker, aber Mr Graham ist derzeit bei Gericht und unabkömmlich."

Craigs stets ruhige und professionelle Stimme brach bei diesen Worte leicht, denn wir wussten beide, was er damit eigentlich sagen wollte: Mr Graham will jetzt nicht aus der Verhandlung weg. Dass er seinen Fall gewinnt, ist ihm wichtiger als die Gesundheit seiner Frau. Sogar Grahams Assistent schämte sich für ihn.

"Craig, ich glaube, ich verliere das Kind. Ich brauche meinen Mann. Haben Sie ihm das gesagt?"

Stille.

"Tinker, er kommt nicht. Ich ... ich weiß auch nicht, was ich sagen soll. Sie sollten wahrscheinlich schleunigst ins Krankenhaus. Haben Sie jemanden, der Sie fahren kann?"

Ich schaute zwischen meine Beine und sah zu, wie ein weiterer Blutstropfen in die Toilettenschüssel fiel, ein etwas dunklerer Fleck im mittlerweile blassrosa Wasser. Es war gar nicht so leicht, an meinem Schwangerschaftsbauch vorbeizuschauen - die Zeiten, in denen ich einen flachen Bauch gehabt hatte, waren längst vorbei. Mein Gott, was war hier nur los?

"Ich kann meine Freundin Margarita anrufen", sagte ich langsam. "Sagen Sie Brandon Bescheid, dass ich in die Notaufnahme fahre."

"In Ordnung", sagte Craig. "Und - Tinker?"

"Ja?"

"Es tut mir leid."

Meine Tochter Tricia kam um elf Uhr dreißig tot zur Welt. Sie wog nur knapp zwei Pfund, und ich gab ihr den Namen meiner Mutter.

Die Sonne war gerade untergegangen, als es schwach an die Tür meines Krankenzimmers klopfte. Ich starrte an die Decke, ignorierte das Klopfen und fragte mich, was ich falsch gemacht hatte. Ich hatte meine Tochter im Stich gelassen ... Sie war so ein winziges, unglaublich wertvolles Geschöpf, und ich hatte bloß eine einzige Aufgabe gehabt: sie sicher austragen. Was für eine Frau war ich, dass ich nicht einmal mein eigenes Kind beschützen konnte?

Es klopfte wieder, und Margarita regte sich auf dem Stuhl neben meinem Bett.

Vielleicht war es Brandon.

Er hatte mir vor einer Stunde eine Nachricht geschrieben, dass er so bald wie möglich kommen würde. Es war mir egal. Alles, worauf es ankam, war mein kleines Mädchen. Ich hatte sie mir so sehr gewünscht, auch wenn das bei Brandon anders gewesen war, und jetzt war sie tot. Tot . Was für ein gemeines, schreckliches Wort!

Die Tür öffnete sich einen Spaltbreit, und ein Mann spähte zu uns hinein.

"Darf ich reinkommen?", fragte Craig zögerlich. Ich nickte Margarita zu, die ihm ein Zeichen gab einzutreten. Draußen im Flur konnte ich ein Baby schreien hören - die verdammten Sadisten hatten mich auf die Entbindungsstation gelegt, denn offenbar war das medizinisch gesehen der beste Ort für mich. Dass ich das Glück anderer Frauen mit anhören musste, rammte mir jedes Mal ein Messer in meinem leeren Leib.

Tricia .

Mein Herz war vor lauter Liebe geradezu explodiert, als ich den positiven Schwangerschaftstest gesehen hatte, und dann noch einmal, als ich zum ersten Mal spürte, wie sie sich in mir bewegte. Jeder Tag war ein Wunder. Ich hatte ihre gesamte Entwicklung anhand des Schwangerschaftskalenders mit geradezu religiösem Eifer verfolgt.

Ich hatte sie zwei Stunden lang im Arm gehalten, ehe man sie mir weggenommen hatte.

"Tinker, Ihr Verlust tut mir so unglaublich leid", sagte Craig und trat ein. Er hatte einen Blumenstrauß in der Hand. Ich starrte ihn mit leerem Gesichtsausdruck an und fragte mich, wie zum Teufel der Assistent meines Mannes es ins Krankenhaus schaffen konnte - während Brandon selbst das nicht gelang. Sie wa

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