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Rom, Villa Massimo Roman von Ortheil, Hanns-Josef (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.03.2015
  • Verlag: LangenMüller
eBook (ePUB)
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Rom, Villa Massimo

Von Wuppertal nach Rom reist der hochbegabte Lyriker Peter Ka, um in der renommierten Deutschen Akademie Villa Massimo sein Bestes zu geben. Ein ganzes Jahr währt das Stipendium in diesem merkwürdig isolierten Kosmos, wo seit über hundert Jahren Künstler aller Genres Studiotür an Studiotür arbeiten. Hanns-Josef Ortheil, einst selbst Stipendiat der Villa, beobachtet und begleitet den hochsensiblen Wortfetischisten während seiner Rom-Monate und erlebt an seiner Seite die Geheimnisse eines oft hochkomischen Alltags zwischen Ekstase, Übereifer, Größenwahn und kleinlichen internen Debatten. Ein satirisch funkelnder und romfi xierter Roman über die Leidenschaft, das treffende Wort für das Außergewöhnliche zu finden! Hanns-Josef Ortheil wurde in Köln geboren und veröffentlicht als vielfach ausgezeichneter Schriftsteller seit 1979 Romane, Erzählungen und Essays. Seit 2003 ist er Professor für kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Lotta Ortheil, Tochter von Hanns-Josef Ortheil, geboren in Stuttgart, studiert nach einer fotografischen Ausbildung Kunstwissenschaft und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 16.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784482132
    Verlag: LangenMüller
    Größe: 30898 kBytes
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Rom, Villa Massimo

Die Vorgeschichte

Die Vorgeschichte 1

Peter Ka ist ein fünfunddreißig Jahre alter Lyriker aus Wuppertal. Er selbst behauptet, er schreibe seit dem zehnten Lebensjahr Lyrik, und das stimmt sogar, wenn man die Abzählreime, die er mit zehn Jahren aufgeschrieben hat, zur Lyrik rechnet. Die Lyrik ist jedenfalls sein großes Metier und seine ganze Leidenschaft, im Grunde liebt er nichts auf dieser Welt so wie das Dichten, das Gedicht, Gedichte zu schreiben und zu lesen. Wenn er vom "Dichten" spricht, zieht er die Nasenflügel leicht hoch und schaut fest und bestimmt, als begegnete er beim Aussprechen dieses Wortes einer erhabenen, imaginären Gestalt. Und ein wenig ist das auch so: "Dichten", also Verse und Gedichte schreiben, ist für ihn etwas Großes, das Größte, Schönste und gleichzeitig doch Schwierigste, das ein Mensch mit der Sprache anstellen kann. "Dichten" ist Zauberei, die momentane Anwesenheit eines inneren Gottes, der einem ein paar undurchschaubare, kühne Worte zumurmelt. Man schreibt sie mit, man lässt den Stift kreisen - und schon ist der Kraftstrom wieder versiegt, und der kurze Höhenflug landet auf prosaischem Boden.

Viele Nichtsahnende halten Wuppertal, wo Peter Ka geboren wurde und seit der Kindheit ohne Unterbrechung lebt, für durch und durch prosaisch. "Wie kann man nur in Wuppertal Lyrik schreiben?", hat ihn mal ein solcher Leser gefragt. Peter Ka hat geantwortet, dass man erstens Lyrik überall schreiben könne und dass Lyrik keinen Olymp, keine Leier und auch keine sonstigen Überwelten zu ihrer Entstehung brauche. Zweitens aber sei Wuppertal auch keine prosaische, inspirationsarme Stadt, sondern, ganz im Gegenteil, eine Stadt der starken Inspirationen.

Schon die träge in ihrem tief gelegten Flussbett dahinsiechende Wupper sei eine solche Inspiration, ein Fluss, der sich überlege, ob es sich überhaupt noch lohne zu fließen, ein Fluss, der im 19. Jahrhundert die erste von lauter Chemie bunt funkelnde Abwasserrinne Deutschlands gewesen sei! Der Wupper beim Stocken, Funkeln und Dahinsiechen zuzuschauen sei eine enorme Inspiration, wie überhaupt (und das sei schon vielfach formuliert [ 1 ] ) das Entlanggehen an Flüssen oder anderen Gewässern für Lyriker gar nicht selten eine Inspiration bedeute. Das Fließen rühre ans Emotionale und breche die inneren Verkrustungen auf, die Umgebung sei sanft bewegt und ziehe einen mit sich fort - ganz genau könne er das auch nicht erklären, jedenfalls hätten anscheinend Flüsse einen Kontakt zu lyrischen Momenten. Wenn über etwas derart lyrisch Bewegtem aber dann noch eine Schwebebahn gleite und sich vielleicht sogar im Fluss spiegle - dann werde die Inspiration noch verdoppelt, und man habe es als Lyriker mit gleich zwei inspirierenden Fließbewegungen zu tun.

Wuppertal und das die Stadt umgebende Bergische Land sind denn auch Peter Kas bevorzugte lyrische Terrains, von denen er fast ausschließlich gedichtet hat. In seinem ersten Gedichtband ( Krümmungen an kleinem Gestade , 2004) kommt die Wupper mit all ihren scharfen Chemiegerüchen, verwegenen Farben und flusigen Schatten in unendlich vielen Details vor, und in dem Folgeband lyrischer Kurzprosa ( Wiesen im bergischen Winter, 2006) hat er das Bergische Land so besungen, als wäre es ein Naturparadies ähnlich den antiken Naturlandschaften in der Umgebung von Rom.

Schon diese beiden Bände haben ihn zu einem der ersten Anwärter auf den Rompreis und ein Stipendium in der Deutschen Akademie (Villa Massimo) gemacht, doch er musste noch einige Zeit warten, bis er dieses ersehnte Stipendium endlich erhielt. Nach dem Abitur hat er Literaturwissenschaft, Philosophie und vor allem die antike Literatur (Griechisch und Latein) studiert und das Studium sogar

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