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Sanders von Wallace, Edgar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.03.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Sanders

Das Werk "Sanders" ist ein 1951 veröffentlichter Afrikaroman von Edgar Wallace. Der Originaltitel lautet "Sanders". Richard Horatio Edgar Wallace (geboren 1. April 1875 in Greenwich, London; gestorben 10. Februar 1932 in Hollywood, Kalifornien) war ein englischer Schriftsteller, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Dramatiker. Wallace gehört zu den erfolgreichsten englischsprachigen Kriminalschriftstellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 13.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743112414
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 755kBytes
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Sanders

II. Der Platzmacher

1.

Die Krieger des alten Königs, der jenseits der Berge lebte, kamen in das Ochoriland herunter und nahmen zehn Weiber und vierzig Ziegen mit sich und gerade im Jahre der Seuche, wo Ziegen sehr wertvoll waren. Und eine Woche später kamen sie noch einmal, und abermals nach einer Woche wiederholten sie den Beutezug.

Herr Bezirksamtmann Sanders schickte eine dringende Botschaft nach dem Lande des alten Königs und reiste zu den Ochoris, um den Gesandten des alten Mannes zu treffen.

Eines schönen Tages kam Buliki, der erste Minister des alten Königs K'salugu-M'pobo über die nördlichen Hügel; er war recht aufgeblasen, kam mit vierundsechzig Speeren als Bedeckung, und jeder Krieger trug das Leopardenfell des königlichen Dienstes - das heißt, ein Leopardenfell mit drei Affenschwänzen, das die Schnelligkeit, die Wildheit und die Behendigkeit dieser Männer ausdrücken sollte. Er prahlte, daß er der vierzigste seines Geschlechtes sei, der im Königskral säße und Gesetze gäbe.

Sanders wartete, von einer bescheideneren Bedeckung umgeben, in Ochoristadt auf die Ankunft dieser Gesandtschaft, die sich zwei Tage verspätet hatte und eben in diesem Augenblicke ankam; nicht in der Morgendämmerung, wie getreulich versprochen worden war, sondern in den heißen Stunden des Tages. Sanders saß, die Beine übereinandergeschlagen, auf seinem Segeltuchstuhl, kaute an einer nicht angezündeten Zigarre und zeichnete mit seinem Ebenholzstock kleine Muster in den Sand.

Hinter ihm stand, groß und gerade, - den nackten, braunen Rücken geschwellt von Muskeln, die bei jeder Bewegung spielten, - Bosambo, der Häuptling und König des Ochorivolkes im Norden wie Süden.

Hinter dem Schutzdach, das man errichtet hatte, um als Palaverhaus zu dienen, befand sich eine Abteilung Haußas, Männer mit braunen Gesichtern in blauer Uniform, die ihre Büchsen mit einer leichten Vertraulichkeit handhabten und so dem dichten Haufen des Ochorivolkes, der dieser denkwürdigen Zusammenkunft als Zeuge beiwohnen wollte, ungeheuere Ehrfurcht einflößten.

Sanders sagte kein Wort; er sah ein, daß dieses kein Augenblick für den Austausch von Mitteilungen sei, und daß Bosambo aller Wahrscheinlichkeit nach über die Verbrechen des großen Königs genau soviel wußte wie er selbst. Denn nördlich von den Hügeln lag Gebiet, das noch unabhängig war und keine Regierung und keinen König anerkannte als seinen eigenen.

Ob das so bleiben würde, hing nicht gänzlich von dem Erfolg dieser Aussprache ab; denn niemand wußte besser als Sanders, daß nicht weniger als vier Bataillone nötig wären, um die Engpässe der großen Berge zu besetzen, und gerade damals war Krieg bei der Britischen Regierung sehr unbeliebt.

Die Königswache, die der König seinem Minister als Bedeckung mitgegeben hatte, schwenkte auf das große Viereck ein und stellte sich gegenüber Sanders in Front auf. Die Haußas betrachteten sie mit jenem besonderen Interesse, welches Soldaten für mögliche Zusammenstöße haben. Buliki war ein umfangreicher Herr, breit, groß und stämmig. Er kam prahlend zum Palaverhaus herauf, ohne jedes Verständnis für die Bedeutung des Mannes, den er hier treffen sollte.

"Ich sehe dich, weißer Mann!" sagte er auf Bomongo, das in einer Ausdehnung von sechshundert Meilen nördlich und westlich der Gebiete gesprochen wurde.

"Ich sehe dich, schwarzer Mann!" antwortete Sanders. "Welche Botschaft bringst du von deinem Herrn?"

"Herr!" klang es anmaßend aus des Mannes Mund, "mein Gebieter hat keinerlei Botschaft für dich außer der folgenden: Solange er sein Land regiert, kennt er keinen anderen König als seinen eigenen wunderbaren Willen und kein anderes Gesetz als jenes, das er selber vorschreibt."

"O, ko," sagte Sanders, gezwungen lachend, "er muß einen sehr mächtigen Iu-ju haben, um so kühn zu sprechen. Und du, Buliki, hast sicher den Magen eines Löwen. Denn hier

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