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Scheinfrei Roman von Brumshagen, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2009
  • Verlag: Querverlag
eBook (ePUB)
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Scheinfrei

Job weg, Kasse leer und der drohende Rausschmiss aus der Wohnung - das Chaos in Vickys Leben könnte kaum größer sein. Dabei müsste sie sich eigentlich auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten, damit sie endlich ihr Studium beenden und voll ins Leben durchstarten kann. Die Geldbeschaffungsmaßnahmen von ihr und ihren beiden Mitbewohnerinnen scheinen auch nicht recht zu fruchten: Die coole Toni ist aus lauter Verzweifelung unter die Flaschensammler gegangen und Hannah hat von ihrem letzten Geld ihren fetten Kater Nepomuk an eine Casting-Agentur vermittelt. Für - oder besser gegen - das Chaos in Vickys Leben ist es auch nicht wirklich hilfreich, dass sie plötzlich Gefühle für Toni entwickelt, die eindeutig über eine Freundschaft hinausgehen. Wird Vicky es in absehbarer Zeit schaffen, alle ihre Scheine zu erhalten? Bekommt sie ihre Gefühle für Toni in den Griff oder steht die nächste unglückliche Liebe an? Und wird sie es endlich mal schaffen, pünktlich und gut vorbereitet bei einem Vorstellungsgespräch zu erscheinen? Zeit für Vicky, erwachsen zu werden. Auch wenn das Leben unter der Bettdecke viel einfacher ist. Lustig, schräg und voller liebenswerter Figuren - der Erstlingsroman von Petra Brumshagen besticht mit witzigen Dialogen und absurder Situationskomik.

Petra Brumshagen, geboren 1979 in Oberhausen, ist Ruhrpottkind durch und durch. Nach vier prägenden und aufregenden Jahren in München hat sie nun ihre Zelte am Neckar aufgeschlagen. Dort arbeitet sie als Online-Redakteurin und Autorin. Ihr erster Roman Scheinfrei erschien 2008 im Querverlag, 2011 folgte dann Schunkelfieber. Petra bloggt unter scheinfrei.wordpress.com.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 21.09.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783896565082
    Verlag: Querverlag
    Größe: 441kBytes
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Scheinfrei

Wir brauchen Geld

Am nächsten Morgen berufe ich eine außerordentliche WG-Sitzung ein. Es ist der dringendste Notfall aller Zeiten. Unsere Kasse ist leer, der Kühlschrank auch, die letzte Rolle Klopapier hängt auf dem Halter.

"So, setzt euch besser. Es ist eine ernste Angelegenheit."

Gelassen bläst Toni Rauch aus den Nasenlöchern, während Hannah auf dem Stuhl herumrutscht, bereit zum Angriff.

"Wir haben kein Geld mehr", setze ich fort. "Und wir werden diesen Monat auch keins mehr bekommen, wenn uns nicht eine rettende Idee kommt. Ich bin Altmann gestern im Treppenhaus begegnet. Der war überhaupt nicht gut auf uns zu sprechen. Ist ja auch kein Wunder. Seit zweieinhalb Monaten haben wir die Miete ausgesetzt. Und die nächste kommt in zwei Wochen. Bis dahin sind es schon tausendachthundert Euro, die wir ihm schulden. Wir müssen jetzt echt was tun! Hannah, du musst kürzertreten und auf deinen Luxus-Krempel verzichten. Und Toni und ich müssen mit dem Rauchen aufhören."

Beide starren mich wortlos an. Tonis Kippe hat einen Zentimeter Asche vorn hängen, der jede Sekunde droht abzustürzen. Dann hagelt es Proteste. Hannah ist stinksauer, Toni eher belustigt. Und ich wie immer die Dumme.

"Hört mal", sage ich wie eine Lehrerin, "ich leite auf allgemeinen Wunsch unsere Finanzen. Und ich kann vorausschauend sagen, dass wir aus der Bude fliegen, wenn wir nicht endlich die letzten zwei Mieten zahlen. Ich hab keinen Nebenjob mehr. Hannah, anstatt zu sparen, kaufst du literweise teures Olivenöl. Toni, dein Zigarettenkonsum ist mittlerweile höher als Strom, Wasser und Müllabfuhr zusammen. So geht das nicht mehr. Und Nepomuk ..."

" Nepomuk ", schreit Hannah energisch dazwischen, "kann auf gar nichts verzichten! Er ist ein kleines Kätzchen und hat Bedürfnisse."

Ich seufze laut. Toni lacht dreckig.

"Nepomuk frisst uns die Haare vom Kopf", sage ich ehrlich. "Außerdem wird er immer fetter. Er kommt schon gar nicht mehr auf den Kühlschrank. Früher ist er draufgesprungen wie ein junger Katzengott, jetzt liegt er verfressen neben seinem Napf und wartet auf die nächste Mahlzeit. Hannah, acht Katzenwürstchen und sechs Beutel Nassfutter am Tag sind echt zu viel! Und dann deine ständigen Fütteraktionen mit Joghurt, Brot, Käse und Nudeln. Kein Wunder, dass er die ganze Wohnung vollfurzt."

Eingeschnappt sitzt Hannah mit angezogenen Knien auf dem Stuhl und friemelt das Etikett einer Wasserflasche ab.

"Bist du wahnsinnig?", entfährt es mir. "Das sind fünfundzwanzig Cent! Wenn das Etikett fehlt, gibt's kein Pfand zurück!"

Schuldbewusst versucht Hannah das Stück Papier wieder zu befestigen, als Toni aus heiterem Himmel mit der Faust auf den Tisch schlägt und schreit: "Das ist es! Na klar!"

Hannah und ich starren sie an. Ahnend, dass nun wieder eine total bekloppte Idee folgt.

"Menschenskinder, jeden Tag passiert es vor unseren Augen. Überall. Und wir sind zu blöd, es auch zu machen!"

Hannah blinzelt verwirrt. "Du willst eine Bank überfallen?"

"Quatsch", winkt Toni ab und steckt sich eine neue Gauloises an. "Flaschensammler. Jeden Tag wühlen Ömakes und Öpakes im Müll rum, gucken in den kleinen Eimern in Zügen und Straßenbahnen, lungern am Bahnhof rum und stochern in Gebüschen umher. Und wir Idiotinnen sitzen hier rum und können unsere Miete nicht bezahlen."

"Das heißt ...?", frage ich bange.

Toni klatscht mir voller Begeisterung auf den Rücken. "Na was schon, du Schnellcheckerin, wir ziehen heut Abend um die Häuser und sammeln alle Pullen ein, die uns vor die Linse kommen."

Hannah und ich schauen uns vielsagend an. Das kann Toni mal schön allein machen!

Ich stehe abends am Herd und koche das Einzige, was ich wirklich gut kann: Nudeln mit irgendwas. Gerade noch wundere ich mich, dass ich seit Stunden die vierbeinige Nervensäge nicht zu Gesicht bekommen habe, als Hann

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