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Schlagerfeen lügen nicht Die Liebeskomödie des Sommers von Spieker, Karin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Schlagerfeen lügen nicht

Tinka Kuhn hat ein Geheimnis: Als Schlagerfee bringt sie regelmäßig die Säle in Seniorenheimen zum Jubeln. Doch das dürfen die Mitglieder ihrer Band niemals erfahren, denn die halten gar nichts von der seichten Schunkelmucke.Tinkas Leben wird noch verwirrender, als sie sich bei der Datingbörse "Together Forever" anmeldet und plötzlich gleich mehrere Traumprinzen zur Auswahl hat. Gut, dass Oma Edith ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Eine pfiffige Großmutter als Amor und Karrieremaskottchen hat schließlich noch niemandem geschadet ... oder etwa doch?

'Karin Spieker lenkt mit ihrem humorvollen Liebesroman 'Schlagerfeen lügen nicht' den Blick wieder auf jene vermeintlich aus der Zeit Gefallenen.' piranha

Karin Spieker, Jahrgang 1976, lebt mit ihrem Mann und ihrer Katze Lotti bei Paderborn und ist Mutter eines erwachsenen Sohnes. Bevor sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete, arbeitete sie im PR-Bereich und als Werbetexterin. Die Autorin veröffentlichte unter Pseudonym bereits Kinder- und Jugendromane im Selfpublishing. Wenn sie nicht schreibt oder Freunde trifft, macht Karin Spieker Musik. Sie singt in einem A-cappella-Ensemble und leitet einen Kirchenchor.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 04.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955767914
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Größe: 1201 kBytes
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Schlagerfeen lügen nicht

2

Auf der Heimfahrt sang ich gut gelaunt vor mich hin. Ich musste zwar heute noch arbeiten, aber das störte mich nicht, im Gegenteil, ich freute mich auf meine Schüler.

Vor zwei Jahren hatte ich eine der besten Entscheidungen meines Lebens getroffen: Ich hatte mich beruflich neu orientiert und mich auf das Musikmachen für und mit Senioren spezialisiert.

Alles hatte damit angefangen, dass Oma Edith ins Seniorenheim umgesiedelt war. Bei einem meiner Besuche dort merkte ich zum ersten Mal, was für eine Bedeutung Musik für alte Menschen haben konnte. Als ich in der Wohngruppe spontan mit Oma Edith ein paar Lieder anstimmte, sangen plötzlich alle mit. Sogar die beiden schwer dementen Frauen am Nachbartisch nahmen auf einmal am Gruppenleben teil. Ich glaube, dass ich da zum ersten Mal überhaupt ihre Stimmen hörte. Hängende Mundwinkel bewegten sich nach oben, Augen strahlten, müde Arme hoben sich. Ich war fasziniert von dieser unglaublichen Wirkung, die ich einem schlichten Schlager nie zugetraut hätte. Hatte ich das nicht irgendwann mal gewollt? Menschen mit meiner Musik glücklich zu machen?

Ich erinnere mich noch genau, wie Oma Edith und ich danach in ihrem Zimmer saßen und ich geradezu elektrisiert zu ihr sagte: "Oma, ich glaube, ich gründe eine Musikschule für Senioren! Ich könnte in Seniorenheime fahren und dort mit den Bewohnern musizieren. Und ich könnte in einem eigenen kleinen Musikraum Menschen unterrichten, denen in jungen Jahren kein Musikunterricht vergönnt war. Was hältst du davon?"

Zunächst hielt Oma wenig davon. "Du willst dich selbstständig machen? Das kommt aber plötzlich", erwiderte sie und setzte eine zweifelnde Miene auf. "Ich dachte, du unterrichtest gern an der städtischen Musikschule."

"Na ja", sagte ich, "es ist auszuhalten. Aber die meisten Kinder üben nie und sitzen nur neben mir am Klavier, weil ihre Eltern es so wollen. Mit denen klimpere ich Woche für Woche die gleichen Stücke durch, es gibt kaum eine Entwicklung. Natürlich habe ich auch ein paar Schüler, die richtig begeistert Klavier spielen. Nette, begabte Kinder. Aber davon gibt es gerade genug, um mich vor dem Durchdrehen zu bewahren."

"Das hast du noch nie so deutlich gesagt." Oma Edith sah mich besorgt an.

"Es nützt ja auch nichts, oder? Wenn man Musik studiert hat, kann man unterrichten oder man ist so gut, dass man es auf die große Bühne schafft. So gut bin ich leider nicht. Wenn ich das nach dem Abi gewusst hätte ..."

"Aber du hast doch diese Engagements als Barpianistin. Die machen dir doch Spaß?"

"Sicher. Aber es ist unheimlich schwer, da an Aufträge zu kommen, die Konkurrenz ist zu groß. Außerdem zahlt kaum ein Veranstalter für Hintergrundgeklimper ein angemessenes Honorar."

Oma Edith legte den Kopf schräg. "Und deshalb willst du jetzt alles umschmeißen und etwas ganz Neues machen? Dann lass mal hören, was genau du dir da vorstellst."

Wir hatten lange geredet. Über die Bedürfnisse von Senioren, über ihren Musikgeschmack und ihre Fähigkeiten. In der Rolle der Ratgeberin und Sachverständigen glänzte Oma Edith immer gern.

Als ich mich zur Abendessenzeit von ihr verabschiedete, lag mein neuer Berufsweg klar vor mir.

"Diese Seniorenmusikschule könnte einen Versuch wert sein", gab Oma nach unserem Gespräch zu. "Wenn ich es jemandem zutraue, dann dir. Alle in meiner Wohngruppe lieben dich! Und wenn du eine stille Teilhaberin suchst, die einen Teil ihrer Ersparnisse in dein Projekt steckt und ansonsten die Schnute hält ..."

"Das wäre toll, danke Oma!" Ich drückte sie kurz. "Gut, dass du mir schon im Kindergarten all die alten Lieder beigebracht hast", sagte ich zum Abschied.

"Schon lange vor dem Kindergarten! Schon mit zwei Jahren konntest du Das Wandern ist des Müllers Lust auswendig. Alle Strophen! Das musste ich nämlich immer für dich singen, wenn wir zwei spazieren waren."

Oma Edith hatte vor Stolz gestra

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