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Schneetänzerin Roman von Nicolai, Judith (eBook)

  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Schneetänzerin

Wenn du alles zu verlieren drohst, entdeckst du ungeahnte Kräfte in dir ... 'Schneetänzerin' von Judith Nicolai jetzt als eBook bei dotbooks. Es hätte die schönste Zeit ihres Lebens sein können: Friedlich wachsen die junge Anna und ihre Freundin Helene auf dem abgeschiedenen ostpreußischen Gut Mechnitz auf. Doch dann wird ihr kleines Paradies bedroht: Adam, Annas große Liebe, meldet sich freiwillig für die Front und Helene stürzt sich in eine gefährliche Liebe zu dem Kriegsgefangenen Robert - obwohl ein machthungriger SS-Offizier Ansprüche auf sie erhebt. Und während die Ostfront mitsamt Hunger und Tod immer näher rückt, müssen Anna und Helene um ihr Glück und ihre Zukunft kämpfen. Die Saga beginnt: Ein bewegender Roman über die Kraft von Freundschaft und Liebe in Zeiten voller Schrecken und Dunkelheit. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Schneetänzerin' von Judith Nicolai. Dramatisches und berührendes Lesefutter für alle Fans des Bestseller-Erfolgs 'Sternentochter' von Anna Valenti. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Judith Nicolai wurde 1976 in Karlsruhe geboren. Ihre Liebe zum Schreiben entdeckte sie bereits mit 14 Jahren. Dennoch machte sie erst eine Ausbildung zur Buchhändlerin und studierte anschließend Gartenbauwissenschaften. Heute lebt sie in der Nähe von Karlsruhe. Bei dotbooks erschienen bereits Judith Nicolais Romane "Die Frauen vom Schlehenhof" "Schneetänzerin" "Das Herz der Schneetänzerin" "Der Traum der Schneetänzerin" Die komplette "Schneetänzerin"-Trilogie ist auch als Sammelband unter dem Titel "In Zeiten des Sturms" und "Schneetänzerin - Das Herz der Schneetänzerin - Der Traum der Schneetänzerin. Drei Romane in einem eBook" erhältlich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 298
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958247512
    Verlag: dotbooks
    Größe: 355 kBytes
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Schneetänzerin

Kapitel 2

August 1944, Gut Mechnitz, Ostpreußen

Als ich die Schnürstiefel auszog und die Beine ins Wasser hängen ließ, konnte ich mir ein wohliges Seufzen nicht verkneifen. Nachdem wir den ganzen Tag in der glühenden Sonne gestanden und Heu gemacht hatten, fühlten meine Füße sich an, als hätte man sie langsam auf kleiner Flamme gekocht. Bekümmert schaute ich nach unten. Unter Wasser sahen die armen Dinger noch größer aus, als sie ohnehin schon waren, zu unförmigen, bleichen Flossen verzerrt. Ich paddelte ein bisschen mit den Beinen, ließ es aber schnell wieder bleiben, weil der Anblick mich schmerzlich an einen Frosch erinnerte.

Trotz der Hitze, die schon seit Wochen herrschte, war das Wasser im See angenehm kühl, während der wacklige Holzsteg unter meinem Hintern die Wärme des langen Sommertags abstrahlte. Ich biss in den Apfel, den ich mir unterwegs gepflückt hatte. Er war noch so sauer, dass mir die Spucke im Mund zusammenlief. So muss es im Paradies gewesen sein, dachte ich versonnen und kratzte mich am Knie. Nur ohne Schnaken. Ich verscheuchte das Biest, das sich gerade an mir festsaugen wollte und meine philosophischen Betrachtungen so rüde gestört hatte.

"Wie kannst du nur immer diese unreifen Dinger essen! Du wirst dir noch den Magen verderben." Helene kam über den Steg gepoltert und ließ sich ächzend neben mich fallen. Sie schürzte den Saum ihres Rocks bis zu den Oberschenkeln und sank dann nach hinten auf die groben Holzplanken. Ihre langen, blonden Haare umrahmten ihr Gesicht wie ein verrutschter Heiligenschein. "Mein Rücken bringt mich gleich um. Das war das letzte Mal, dass ich euch beim Heumachen geholfen habe. Nächstes Jahr braucht ihr gar nicht erst mit mir zu rechnen."

Ich zog die Augenbrauen hoch. "So? Und was willst du stattdessen tun? Uniformknöpfe annähen oder Granaten zusammenschrauben in irgendeiner Fabrik im Westen? Das erlauben deine Eltern doch nie. Die behalten dich lieber hier, wo sie ein Auge auf dich haben können."

Helene streckte mir die Zunge heraus, was ich geflissentlich übersah. "Und meinst du allen Ernstes, das wäre besser als das hier?" Ich machte eine vage Handbewegung über den See, in dem sich ein paar Schäfchenwolken und das silbrige Laub der Trauerweiden am anderen Ufer spiegelten.

"Na, wenn es doch für den Endsieg ist, können meine alten Herrschaften wohl schlecht Nein sagen, oder? Wer weiß, vielleicht melde ich mich ja auch als Flakhelferin, dann komme ich wenigstens hier raus und sehe etwas von der Welt." Helene rümpfte die Nase. "Und nur, weil du dir nichts Schöneres vorstellen kannst, als auf Mechnitz Landpomeranze zu spielen, heißt das noch lange nicht, dass mir das auch gefällt."

Hätte man Helene gefragt, dann wäre sie am liebsten in Königsberg geblieben. Dort hatte sie ihr Pflichtjahr im Haushalt eines Textilfabrikanten geleistet, der den Großteil seines nicht unerheblichen Vermögens dem Krieg und dem nicht endenden Bedarf an Uniformstoffen zu verdanken hatte. Helene hatte sich um die drei kleinen Kinder der Fabrikantengattin gekümmert und gelegentlich in der Küche ausgeholfen, wenn zu einer Abendgesellschaft geladen wurde. Dass dann trotz der Lebensmittelrationierungen sogar französischer Wein ausgeschenkt wurde, hatte Helene schwer beeindruckt.

Nach diesem Jahr in der Großstadt war es bei uns in der Provinz natürlich alles andere als aufregend. Da wir mit 17 aber noch lange nicht volljährig waren und Helenes Eltern nicht erlaubten, dass sie aus Grünhayn wegging, saß sie hier fest und wartete, wie sie erst kürzlich verbittert festgestellt hatte, auf ihre Volljährigkeit, das Ende des Kriegs oder einen Ehemann. Wobei sie das Eintreten des zweiten oder dritten Falles für mehr als unwahrscheinlich hielt, da Europas und seit drei Jahren auch Amerikas junge Männer zu Tausenden den Heldentod auf den Schlachtfeldern starben.

Um zu verhindern, dass sie, wenn sie schon nicht in

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