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Sehnsucht nach Skye Roman von McKinley, Tamara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.05.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sehnsucht nach Skye

Tasmanien 1905: Nach dem Tod ihres Ehemannes will Christy Keller endlich ihren Geburtsort auf der Isle of Skye besuchen. Ihre Kinder sind von der Idee wenig begeistert und beschließen, dass Christys Tochter Anne nach Europa mitkommen wird.
Doch während der Reise brechen alte Konflikte auf: Zum einen drückt ein jahrelanger Streit zwischen Anne und Christy die Stimmung. Und auch in Tasmanien holt Christys Vergangenheit die Kellers ein, und ihre Söhne müssen alles daransetzen, die Familie zu schützen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 413
    Erscheinungsdatum: 25.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732555833
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Spindrift
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Sehnsucht nach Skye

Prolog

Bellerive, Tasmanien

E s war einer der letzten Tage des Jahres 1904. Christy saß auf dem Lieblingsplatz ihres verstorbenen Mannes neben der Verandatür und sah auf die Storm Bay und die Tasman-Halbinsel hinaus. Die sommerliche Hitze wurde von einer kühlen Brise gelindert, die übers Wasser heranwehte und den Duft von Eukalyptus und Kiefern hereintrug. Obwohl das Zwitschern der Honigfresser in den Bäumen und der weite Blick sich meist beruhigend auf Christy auswirkten, war sie starr vor Anspannung, denn sie fragte sich, wie ihre Familie wohl auf ihre Ankündigung reagieren würde.

Die Familie fand sich nur noch selten zusammen, seit Christys Kinder quer über Australien verstreut waren, doch anlässlich der Beerdigung ihres Vaters waren sie vor zwei Wochen nach Hobart gekommen. Da sie alle am nächsten Tag abreisen wollten, hatte Christy dieses Mittagessen organisiert, um die Stimmung aufzuhellen und zu feiern, dass ihre Enkelin zum Geschichtsstudium an der Universität Sydney zugelassen worden war. Christy war unglaublich stolz auf Kathryn, denn ein solcher Erfolg war in diesen Zeiten eine beachtliche Leistung für ein Mädchen.

Doch der Champagner war kaum ausgetrunken und das üppige Mahl verspeist, da hatte sie in das anschließende Schweigen hinein ihre Bombe platzen lassen, und seitdem war die Atmosphäre in ganz anderer Weise belastet.

Ihr ältester Sohn Hamish und seine Frau Beryl waren den weiten Weg von der Rinderfarm der Familie im Outback von Queensland angereist. Stämmig, schroff und meist sehr direkt, wurde Hamish gelegentlich laut und markierte gern den starken Mann, wenn er nicht seinen Willen bekam. Christy hatte die zunehmende Röte in seinem Gesicht ebenso registriert wie das streitlustige Blitzen in seinen blauen Augen, das nichts Gutes verhieß.

Der um zwei Jahre jüngere James war ein ganz anderer Charakter. Er hatte Yarrabinda übernommen, das Weingut der Familie im Barossa Valley, und war ein nachdenklicher Mann Ende dreißig, der Konflikte hasste. Erst vor kurzem hatte er die schüchterne und reichlich weltfremde Clarice geheiratet, die an seiner Seite saß und von dem plötzlichen Stimmungsumschwung erschrocken wirkte. Christy hatte stark darauf gehofft, James würde auf ihrer Seite sein, da sie sich immer gut verstanden hatten, doch seinem finsteren Stirnrunzeln nach zu urteilen, gab es keine Garantie dafür, dass er ihrem aktuellen Plan zustimmen würde.

Christy drehte sich auf ihrem Stuhl herum und sah zu Anne hinüber, ihrer Erstgeborenen. Wieder einmal verspürte sie Schmerz darüber, dass sie sich entfremdet hatten und keinen Weg mehr fanden, die Fäden, die sie einst so eng verbunden hatten, neu zu knüpfen. Sie wusste, was der Grund dafür war, doch es gab nichts mehr, was sie hätte tun können, um den Bruch zu kitten, solange Anne nicht bereit war, ihr zu vergeben.

Christy musterte Anne. Sie trug einen eleganten Hut, hochhackige Knöpfstiefel und einen modernen knöchellangen Rock zu einer schmalen Jacke, die bei der Hitze unerträglich beengend sein musste. Es war eigentlich nichts Matronenhaftes an Anne, die jetzt Anfang vierzig war, Ehefrau von Harold Ross und Mutter der achtzehnjährigen Kathryn, doch ihre oft so säuerliche Miene überschattete ihre dunkeläugige Schönheit. Heute konzentrierte sich ihr böser Blick voll auf Christy - eine Warnung vor dem drohenden Gewitter.

Christys Hände auf ihrem Schoß verkrampften sich, als sie von Schuldgefühlen überflutet wurde. Sie hatte an diesem so besonderen Tag keinen Ärger heraufbeschwören wollen, doch die Dringlichkeit, ihre Pläne zu offenbaren, hatte sich als zu groß erwiesen. Sie hatte gehofft, ihre Familie würde sich, durch den Champagner und ein üppiges Mahl milde gestimmt, zugänglicher zeigen, bereit, sie anzuhören und zu begreifen, wie wichtig es für sie war, ihre Träume wahrzumachen. Doch dieser Wunsch schien sich nicht zu erfüllen.

"Mach dich nicht lächerlich"

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