text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sharpes Beute von Cornwell, Bernard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.03.2011
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sharpes Beute

England, 1807: Napoleon setzt alles daran, die dänische Flotte in seinen Besitz zu bringen - was für England fatale Folgen hätte. Um dies zu verhindern, wird Captain John Lavisser nach Kopenhagen entsandt. An seiner Seite: Richard Sharpe. Sein Auftrag: Lavisser lebend ans Ziel zu bringen. Keine leichte Aufgabe - zumal Sharpe angeschlagen ist: Nicht nur, dass er degradiert wurde, er muss auch noch den Tod seiner großen Liebe Grace verkraften. Zu allem Überfluss erkennt Sharpe bald, dass der Feind in den eigenen Reihen lauert ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 17.03.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838706542
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Richard Sharpe Bd.5
    Originaltitel: Sharpe's Prey
    Größe: 3235 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sharpes Beute

KAPITEL 8 (S. 165-166)

Vygards Tore waren verschlossen, aber nicht abgeschlossen. Zuerst dachte Sharpe, das Haus sei verlassen, weil es so still war, dann sagte er sich, dass niemand ein leeres Haus mit offenen Fensterläden zurücklassen würde. Rote Rosen wuchsen zwischen den Fenstern vor der Hauswand. Der vordere Rasen war frisch gemäht, und es duftete nach Gras.

Sharpe ging um die Seite des Hauses herum, an großen Stallungen und dem Kutscherhaus vorbei, durch einen Garten, in dem Bienen summten, unter einem Torweg vorbei, der aus einer Buchsbaumhecke geschnitten war. Dann gelangte er auf eine Wiese, die zu einem See hin abfiel. Auf der Mitte der Wiese, unter einem großen Sonnenschirm, lag eine dunkelhaarige Frau auf einer Strandliege. Sie trug ein weißes Kleid. Ein Strohhut, mit einem weißen Band geschmückt, lag mit einer Zeitung und Handglocke neben einem Handarbeitskorb auf einem Korbtisch.

Sharpe blieb stehen, rechnete damit, dass sie erschrak und nach den Dienern rief, doch dann erkannte er, dass sie schlief. Ein ungewöhnlicher Anblick: Eine Frau verschlief friedlich einen sonnigen Nachmittag, während keine Meile entfernt Kavalleristen entsetzte Flüchtlinge aus Gräben und Hecken trieben. Die Rückseite des Hauses war dicht mit Glyzinien bewachsen, zwischen denen eine weiß angestrichene Tür einladend offen stand. Ein Korb mit Birnen und Äpfeln stand neben der Türschwelle.

Sharpe trat in die kühle und geflieste Diele. Bilder von Kirchen und Schlössern hingen an den Wänden. In einem Ständer standen ein Dutzend Spazierstöcke und zwei Schirme. Ein Hund döste in einem Alkoven. Er erwachte, als Sharpe vorbeiging, doch anstatt zu bellen, schlug er nur ein paarmal mit dem Schwanz auf den Boden. Sharpe öffnete auf gut Glück eine Tür und fand sich in einem langen, elegant möblierten Salon mit einem weißen Marmorkamin wieder. Schaudernd erinnerte er sich an seine Qualen in Skovgaards Kamin.

Sharpe trat an eines der Fenster und blickte hinaus. Er sah die schlafende Frau auf der Wiese und fragte sich, wer sie war. Lavissers Cousine? Sie war zu jung, um seine Großmutter zu sein. Sonderbare Stöcke lehnten an ihrer Liege, und erst auf den zweiten Blick stellte Sharpe fest, dass es sich um ein Paar Krücken handelte. Die Zeitung, beschwert von dem Handarbeitskorb, bewegte sich im leichten Wind.

Wo hatte Lavisser sein Goldversteck? Nicht in diesem Raum mit seinen Polstermöbeln, dicken Teppichen und goldgerahmten Porträts. Sharpe ging in die Halle und sah eine gewundene Treppe zu seiner Rechten und jenseits davon eine offene Tür. Er spähte hindurch und sah in ein kleines Wohnzimmer, das in ein Schlafzimmer ungewandelt worden war. Vermutlich konnte die Frau auf Krücken nicht die Treppe hinaufsteigen, und so war ein Bett unter das Fenster gestellt worden. Auf dem weiß gestrichenen Fensterbrett waren Bücher aufgestapelt, während Zeitungen auf dem Bett und einem Lederkoffer lagen, der voller Unterwäsche war. Auf dem Deckel des Koffers befanden sich die vergoldeten Initialen MLV.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen