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Sharpes Festung von Cornwell, Bernard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2009
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sharpes Festung

Indien, 1803. Richard Sharpes Beförderung zum Offizier erweist sich als zweifelhafte Ehre. Die anderen Offiziere verachten ihn wegen seiner niederen Herkunft. Am größten jedoch ist der Hass seines alten Erzfeindes Obadiah Hakeswill. Als Sharpe einen Verrat Hakeswills aufdeckt, gerät er in einen Hinterhalt und überlebt nur mit knapper Not. Sharpe sinnt auf Rache. Doch der schmierige Hakeswill hat sich in der indischen Bergfestung von Gawilghur verschanzt, die von den britischen Truppen belagert wird. Beim Sturm auf die Festung ist Sharpe ganz vorn mit dabei, um dem Verräter ein für alle Mal das Handwerk zu legen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 11.08.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838700434
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Richard Sharpe Bd.3
    Originaltitel: Sharpe's Fortress
    Größe: 3479 kBytes
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Sharpes Festung

KAPITEL 1

Richard Sharpe wollte ein guter Offizier sein. Das wünschte er wirklich aus ganzem Herzen, doch irgendwie war es so schwierig, als versuche er mit einer Zunderbüchse im regengepeitschten Sturmwind Feuer zu machen. Entweder mochten ihn die Männer nicht oder sie ignorierten ihn oder sie waren zu plump vertraulich, während die anderen Offiziere des Bataillons ihn offenkundig nicht akzeptierten. Captain Urquhart hatte eines Abends in dem vergammelten Zelt, das als Offiziersmesse diente, gesagt: Man kann einem lahmen Karrengaul einen Rennsattel auflegen, doch das macht das Tier nicht schnell. Er hatte nicht über Sharpe geredet, nicht direkt, aber all die anderen Offiziere hatten zu ihm geblickt.

Das Bataillon befand sich im Niemandsland. Es war höllisch heiß und kein Windhauch milderte die Gluthitze. Ringsum verdeckten Getreidehalme die Sicht auf alles außer dem Himmel. Irgendwo im Norden donnerte ein Geschütz, und Sharpe hatte keine Ahnung, ob es ein britisches oder eine Kanone des Feindes war.

Ein trockener Graben verlief zwischen den hohen Halmen, und die Männer des Bataillons saßen auf der Böschung des Grabens und warteten auf Befehle. Ein, zwei hatten sich zurückgelegt und schliefen mit weit geöffnetem Mund, während Sergeant Colquhoun in seiner zerfledderten Bibel blätterte. Der Sergeant war kurzsichtig, sodass er die Heilige Schrift dicht unter seine Nase halten musste und Schweißtropfen auf die Seiten fielen. Für gewöhnlich las der Sergeant still, formte die Worte unhörbar mit den Lippen und runzelte die Stirn, wenn er bei einem schwierigen Namen stockte, doch heute drehte er nur langsam die Seiten mit angefeuchtetem Finger um.

"Suchen Sie nach Inspiration, Sergeant?", fragte Sharpe.

"Nein, Sir", antwortete Colquhoun. Er sagte es respektvoll, doch irgendwie schaffte er es, zu vermitteln, dass er die Frage unverschämt fand. Er befeuchtete mit der Zungenspitze einen Finger und blätterte die nächste Seite um.

So viel zu unserer Gesprächsbereitschaft, dachte Sharpe.

Irgendwo voraus, jenseits der Pflanzen, die höher ragten als ein Mann, feuerte eine andere Kanone. Der Knall wurde durch die hohen Stängel ringsum gedämpft. Ein Pferd wieherte, doch Sharpe konnte das Tier nicht sehen. Er sah durch die hohen Halme so gut wie nichts.

"Werden Sie uns eine Geschichte vorlesen, Sergeant?", fragte Corporal McCallum. Er sprach Englisch statt Gälisch, was bedeutete, dass Sharpe es hören sollte.

"Nein, John, das werde ich nicht."

"Nalos, Sergeant", sagte McCallum. "Lesen Sie uns eine dieser schmutzigen Geschichten über Titten vor."

Die Männer lachten und blickten zu Sharpe, um zu sehen, ob er etwas dagegen hatte.

Einer der Schläfer wurde wach und setzte sich ruckartig auf. Er blickte sich verwirrt um, dann murmelte er einen Fluch, schlug nach einer Fliege und legte sich zurück. Die anderen Soldaten der Kompanie ließen ihre Beine zum Schlammbett des Grabens baumeln, das mit grünem Schaum bedeckt war. Eine tote Eidechse lag in einem der Risse in dem getrockneten Schlamm. Sharpe fragte sich, wie sie den Aasfressern entgangen sein mochte.

"Das Gelächter von Narren, John McCallum, ist wie das Prasseln von Feuer unter dem Kochtopf", sagte Sergeant Colquhoun.

"Fort mit Ihnen, Sergeant!", erwiderte John McCallum. "Ich habe als kleiner Junge in der Kirche mal alles über eine Frau gehört, deren Titten wie Weintrauben waren." McCallum drehte sich um, um Sharpe anzuschauen. "Haben Sie jemals Titten wie Weintrauben gesehen, Mister Sharpe?"

"Ihre Mutter habe ich nie kennengelernt, Corporal", sagte Sharpe.

Die Männer lachten wieder. McCallum blickte finster drein. Sergeant Colquhoun ließ seine Bibel sinken und spähte zum Corporal. "Das Hohelied Salomos, John McCallum", sagte Colquhoun, "beschreibt den Busen einer Frau als Weintrauben, und ich habe keinen Zweifel, dass es sich auf die Kleidung bezieht, die anständige Frauen

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