text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sharpes Triumph von Cornwell, Bernard (eBook)

  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sharpes Triumph

1814. Die Invasion Frankreichs hat begonnen, und die Royal Navy bittet Major Richard Sharpe um Unterstützung. Er soll mit seinen Scharfschützen eine Festung an der französischen Küste einnehmen und sichern. Das gefährliche Unterfangen gelingt, doch durch die Feigheit eines Navy Captains stehen Sharpe und seine Männer plötzlich allein einer übermächtigen Streitmacht gegenüber.

Die Niederlage erscheint unvermeidlich. Sharpe bleibt keine Wahl, als ihr aller Schicksal einem amerikanischen Freibeuter anzuvertrauen, einem Mann, mit dem er schon einmal aneinandergeriet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 383
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732530816
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Richard Sharpe Bd.20
    Originaltitel: Sharpe's Siege
    Größe: 472kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sharpes Triumph

KAPITEL 1

Es war zehn Tage vor Maria Lichtmess im Jahre 1814, und der Wind vom Atlantik brachte kalte Regenschauer. Der Regen prasselte auf das Kopfsteinpflaster enger Gassen, strömte aus beschädigten Dachrinnen und trommelte auf das Wasser im Binnenhafen von St. Jean de Luz. Der Winterwind war kalt und schneidend. Er wirbelte den Rauch aus den Schornsteinen in die tief hängenden Wolken, die den Himmel über der südwestlichen Ecke Frankreichs verhüllten, wo sich die britische Army in diesem Januar festgesetzt hatte.

Ein britischer Soldat ritt auf einem erschöpften und schlammbespritzten Pferd über eine Kopfsteinpflasterstraße von St. Jean de Luz. Er duckte sich unter dem hölzernen Schild einer Bäckerei, lenkte seine Stute an einem Fischkarren vorbei und saß an einer Ecke ab, wo er die Zügel seines Pferdes an einem eisernen Poller anband. Er tätschelte das Pferd, schnallte die Satteltaschen ab und warf sie sich über die Schulter. Es war offenkundig, dass er weit geritten war.

Er ging in eine schmale Gasse und suchte ein Haus, das er nur von der Beschreibung her kannte, ein Haus mit blauer Tür und zersprungenen grünen Kacheln über dem Sturz. Er erschauerte in Regen und Kälte. An seiner Hüfte hing ein schwerer Kavalleriesäbel in einer Metallscheide, und über seiner rechten Schulter trug er ein Gewehr. Er machte einer korpulenten, schwarzgekleideten Frau Platz, die einen Korb mit Hummern am Arm hängen hatte. Sie lächelte, dankbar über diese kleine Höflichkeit eines feindlichen Soldaten, doch als sie sicher an ihm vorbei war, bekreuzigte sie sich. Das Gesicht des Soldaten war grimmig und narbig. Es sah auf harte Weise gut aus, aber es war das Gesicht eines tödlichen Kämpfers. Die Frau dankte ihrem Schutzpatron, dass ihr Sohn nicht gegen einen solchen Mann in der Schlacht kämpfen musste, sondern stattdessen eine sichere und gefahrlose Arbeitsstelle beim französischen Zoll hatte.

Der Soldat fand die blaue Tür unter den grünen Kacheln. Obwohl es bitterkalt war, stand die Tür einen Spaltbreit offen. Ohne anzuklopfen trat er ein. In der Diele legte er sein Gepäck und das Gewehr auf dem abgelaufenen Teppich ab und sah sich plötzlich einem Stabsarzt der britischen Army gegenüber, der ihn gereizt anstarrte.

"Ich kenne Sie", sagte der Stabsarzt, dessen Hemdmanschetten mit getrocknetem Blut bedeckt waren.

"Sharpe, Sir, von den Eigenen Freiwilligen des Prinzen von Wales ..."

"Ich sagte, ich kenne Sie", fiel ihm der Stabsarzt ins Wort. "Ich holte nach der Schlacht bei Fuentes d'Onoro eine Musketenkugel aus Ihnen heraus. War ziemlich mühsam, wie ich mich erinnere."

"In der Tat." Sharpe hatte es nur allzu gut in Erinnerung. Der Stabsarzt war halb betrunken gewesen. Im Schein einer flackernden Kerze hatte er die Kugel mehr aus Sharpes Körper herausgewühlt als herausoperiert. Jetzt sahen sich die beiden Männer im Vorzimmer von Lieutenant Colonel Michael Hogans Quartier wieder.

"Sie können da nicht rein." Die Kleidung des Stabsarztes war zur Vorbeugung mit Essig getränkt, und der Geruch erfüllte die Diele. "Es sei denn, Sie wollen sich den Tod holen."

"Aber ..."

"Nicht, dass es mir etwas ausmachen würde." Der Stabsarzt wischte das Gefäß zum Aderlass mit dem Hemdschoß ab und warf es in seine Arzttasche. "Wenn Sie sich das Fieber holen wollen, gehen Sie rein, Major." Er spuckte auf ein breitklingiges Messer zum Skarifizieren, wischte das Blut davon ab und zuckte mit den Schultern, als Sharpe die Innentür öffnete.

Hogans Zimmer wurde von einem großen Kaminfeuer beheizt, in dem es zischte, wenn Regen durch den Schornstein in die Flammen fiel. Hogan lag im Bett und war mit ein paar Decken zugedeckt. Er fror und schwitzte gleichzeitig. Sein Gesicht war grau und schweißbedeckt, und die Augen waren rot gerändert. Er murmelte etwas Unzusammenhängendes.

"Er fantasiert im Fieber", sagte der Stabsarzt hinter Sharpe. "Haben Sie dienstlich mit ihm zu tun?"

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen