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Sharpes Trophäe von Cornwell, Bernard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2012
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sharpes Trophäe

Spanien, Juli 1809. Die französischen Truppen ziehen mit einer besonderen Standarte nach Talavera: einem prächtig vergoldeten Adler, Symbol ihrer militärischen Triumphe. Sie hüten ihn wie einen Schatz, denn sein Verlust wäre ein herber Schlag für ihre Kampfmoral. Nur einer von Frankreichs Feinden könnte es wagen, diese Trophäe zu stehlen: Richard Sharpe. Und den reizt nichts mehr als eine scheinbar unlösbare Aufgabe...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 20.01.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838710785
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Richard Sharpe Bd.8
    Originaltitel: Sharpe's Eagle
    Größe: 1256 kBytes
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Sharpes Trophäe

KAPITEL 1

Die Kanonen waren zu hören, lange bevor sie in Sicht kamen. Kinder klammerten sich an die Rockschöße ihrer Mütter und wunderten sich, was das für ein schreckliches Ding sei, das solche Geräusche hervorbrachte. Der Hufschlag der großen Pferde begleitete das Gerassel von Zugriemen und Ketten und das hohle Rumpeln der wirbelnden Räder. Das alles wurde übertönt von dem Krachen, mit dem Tonnen von Messing, Eisen und Holz über das geborstene Straßenpflaster der Stadt gezogen wurden. Und dann sah man sie: Kanonen, Lafetten, Pferde und Vorreiter, und die Kanoniere, deren Gesichter ähnlich abweisend wirkten wie die dicken, geschwärzten Fässer, die von den Kämpfen im Norden zeugten, wo die Artillerie ihre massiven Waffen durch angeschwollene Flüsse und über regendurchtränkte Hänge gezogen hatte, um Tod und Verderben über den Feind zu bringen. Nun würden sie es noch einmal versuchen. Mütter hielten ihre Kleinsten umschlungen, zeigten auf die Kanonen und prahlten damit, wie diese Briten Napoleon so weit bringen würden, sich zu wünschen, er wäre auf Korsika geblieben und hätte Schweine großgezogen, das Einzige, wozu er fähig sei.

Und erst die Kavallerie! Die portugiesischen Zivilisten applaudierten den vorbeitrottenden Reihen prächtiger Uniformen, den gebogenen, glänzenden Säbeln, die man aus der Scheide gezogen hatte, um sie in den Straßen von Abrantes zur Schau zu stellen. Da war der feine Staub, den die Hufe der Pferde aufwirbelten, ein geringer Preis, den es für den Anblick der herrlichen Regimenter zu zahlen galt, die nach Meinung der Stadtbevölkerung die Franzosen geradewegs über die Pyrenäen und zurück in die Gossen von Paris treiben würden.

Von Norden und Süden, von den Häfen an der Westküste her strömten die Soldaten zusammen und marschierten gen Osten auf der Straße, die der spanischen Grenze und dem Feind entgegenführte. Portugal würde befreit, Spaniens Stolz neu entfacht, Frankreich erniedrigt werden, und dann konnten diese britischen Soldaten in ihre eigenen Weinschenken zurückkehren und Abrantes und Lissabon, Coimbra und Oporto in Frieden zurücklassen.

Die Soldaten selbst waren weniger zuversichtlich. Sicher, sie hatten Soults Heer im Norden geschlagen, doch während sie in die eigenen, länger werdenden Schatten marschierten, fragten sie sich, was sie wohl hinter Castelo Branco erwartete, der nächsten und letzten Stadt vor der Grenze. Bald würden sie erneut den blauberockten Veteranen von Jena und Austerlitz gegenüberstehen, den Helden der Schlachtfelder Europas, den französischen Regimentern, die schon die besten Heere der Welt zerschlagen hatten.

Das Stadtvolk war beeindruckt, zumindest von der Kavallerie und Artillerie, doch für das erfahrene Auge waren die Truppen, die sich um Abrantes zusammenzogen, jämmerlich klein und die französischen Heere im Osten bedrohlich groß. Das britische Kontingent, das den Kindern von Abrantes so gewaltig vorkam, konnte den französischen Marschällen keine Angst einflößen.

Lieutenant Richard Sharpe, der in seinem Quartier am Stadtrand auf Befehle wartete, sah zu, wie die Kavallerie die Säbel wegsteckte, nachdem man die letzten Zuschauer hinter sich gelassen hatte, und wandte sich wieder der Aufgabe zu, den schmutzigen Verband von seinem Oberschenkel zu wickeln.

Als die letzten klebrigen Reste abgeschält waren, fielen einige Maden zu Boden, und Sergeant Harper ging in die Knie, um sie aufzuheben, ehe er die Wunde besah.

"Verheilt, Sir. Wunderschön."

Sharpe knurrte. Die Säbelwunde hatte sich in neun Zoll verzogenen Narbengewebes verwandelt, das sich sauber und rosig von der dunkleren Haut abhob. Er riss die letzte fette Made ab und überreichte sie Harper zur sicheren Aufbewahrung.

"So, meine Schöne, wohlgenährt bist du." Sergeant Harper verschloss die Büchse und blickte zu Sharpe auf. "Sie hatten Glück, Sir."

Allerdings, dachte Sharpe. Der französische Husar hätte ihm beinahe den G

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