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Sharpes Waterloo von Cornwell, Bernard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.01.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sharpes Waterloo

Brüssel, Juni 1815. Richard Sharpe dient im persönlichen Stab des Prinzen von Oranien. Dieser weigert sich jedoch beharrlich, Sharpes Warnung ernst zu nehmen, dass Napoleon sich an der Spitze einer gewaltigen Armee auf sie zubewegt. So kommt es zur Schlacht bei Waterloo, und eine militärische Katastrophe bahnt sich an. Doch gerade, als der Sieg der Alliierten unmöglich erscheint, übernimmt Sharpe das Kommando - und die blutigste Schlacht seiner Karriere wird zu seinem größten Triumph.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 494
    Erscheinungsdatum: 26.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732549849
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Richard Sharpe .20
    Originaltitel: Sharpe's Waterloo
    Größe: 1169 kBytes
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Sharpes Waterloo

KAPITEL 1

Der Morgen dämmerte an der nördlichen Grenze Frankreichs. Die Grenze wurde nur durch einen seichten Fluss markiert, der zwischen verkümmerten Stämmen gekappter Weiden floss. Eine gepflasterte Landstraße endete an der Furt und erstreckte sich am anderen Ufer weiter nordwärts. Die Straße führte aus Frankreich in die holländische Provinz Belgien, aber es gab weder einen Wachtposten noch ein Tor, um anzuzeigen, wo die Straße das französische Kaiserreich verließ und in die Königlichen Niederlande führte. Da war nur der im Sommer seichte Fluss, über dem Nebel wallte und sich in Schleiern über die Weizen-, Roggen- und Gerstenfelder legte.

Die aufgehende Sonne wirkte wie ein roter Ball, der tief im feinen Nebel hing. Der Himmel im Westen war noch dunkel. Eine Eule flog über die Furt, drehte ab in einen Buchenwald und schrie noch einmal hohl. Der Schrei ging unter im lauten Chor der Morgendämmerung, der einen strahlenden, heißen Sommertag in dieser fruchtbaren und beschaulichen Landschaft anzukündigen schien. Der Himmel war wolkenlos. Es versprach ein Tag zum Heumachen zu werden, oder ein Tag, an dem Liebende durch den Wald schlendern und am grünen Flussufer rasten konnten. Es war eine schöne Morgendämmerung im Sommer an Frankreichs nördlicher Grenze, und für einen Augenblick, für einen herzbewegenden Moment, war Frieden auf der Welt.

Dann trommelten Hunderte Pferdehufe durch die Furt, und Wasser spritzte in den Nebel. Uniformierte Männer mit Degen in den Händen ritten aus Frankreich nach Norden. Die Männer waren Dragoner. Ihre metallenen Helme waren mit Stoff bedeckt, damit das Material nicht den Schein der aufgehenden Sonne reflektierte, was ihre Position verraten hätte. Die Reiter hatten kurzläufige Karabiner, die in Sattelfutteralen steckten.

Die Dragoner waren die Vorhut einer Armee. Hundertfünfundzwanzigtausend Männer marschierten nordwärts auf jener Straße, die zu der Furt bei Charleroi führte. Dies war eine Invasion. Eine Armee zog mit Wagen, Kutschen, Ambulanzen, dreihundertvierundvierzig Geschützen, dreißigtausend Pferden, mit tragbaren Schmieden, Pontonbrücken, Huren und Frauen und Fahnen, Lanzen, Musketen, Säbeln und Degen und allen Hoffnungen Frankreichs über eine unbewachte Grenze. Dies war die Nordarmee Kaiser Napoleons, und sie marschierte auf die wartenden holländischen, britischen und preußischen Streitkräfte zu.

Die französischen Dragoner überquerten die Grenze mit gezogenen Degen, doch die Waffen dienten nur dem Zweck, den großen Augenblick dramatisch zu würdigen, denn es gab keinen einzigen holländischen Zöllner, der sich der Invasion widersetzte. Da waren nur der Nebel und die leeren Straßen und das ferne Krähen von Hähnen in der Morgendämmerung. Ein paar Hunde bellten, als die Kavalleristen die ersten holländischen Dörfer einnahmen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Dragoner hämmerten mit den Degen gegen Türen und Fensterläden und fragten, ob irgendwelche britischen oder preußischen Soldaten in den Häusern einquartiert wären.

"Die sind alle im Norden! Die lassen sich hier kaum blicken!" Die Dorfbewohner sprachen Französisch. Sie betrachteten sich als französische Bürger und hießen die Dragoner folglich mit Wein und Essen willkommen. Für diese widerwilligen Holländer war die Invasion eine Befreiung, und sogar das Wetter passte zu ihrer Freude. Die Sonne stieg höher am wolkenlosen Himmel, und der Nebel, der immer noch in den grünen Tälern wallte, löste sich bald auf. Auf der Hauptstraße, die nach Charleroi und Brüssel führte, kamen die Dragoner in zügigem Tempo voran. Sie ritten fast, als wären sie auf einer Übung in der Provence, anstatt im Krieg. Ein Lieutenant der Dragoner fühlte sich so sicher und ungefährdet, dass er seinem Sergent erzählte, wie man in der neuen Wissenschaft Phrenologie durch Messungen des menschlichen Schädels auf die Begabung der Person schließen konnte. Der Lieutenant meinte, wen

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