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Slow Dating Roman von Hirth, Alexa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.02.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Slow Dating

Weil ihr neununddreißigster Geburtstag auf einen Freitag, den Dreizehnten fällt und ihr Bett so leer ist wie ihr Kühlschrank und ihr Konto, nützt der Journalistin Sandra Wegener auch ihr Mantra "Das Leben ist schön", nichts mehr. Doch unerwartet erhält sie den Auftrag, für eine Frauenzeitschrift undercover am bundesweit ersten Slow-Dating-Seminar in einem Schlosshotel nahe der dänischen Grenze teilzunehmen. Was sie nicht ahnt: Auch ihr Exmann, der charmante, gutaussehende Illustrator Linus, ist im Auftrag des Magazins dabei. Umgehend beweist ihr Linus, dass er es immer noch mühelos schafft, sie aus dem Gleichgewicht zu bringen. Während beim Slow Dating-Rollenspiel "Ehekrach" die Fetzen fliegen und beim gemeinsamen Backen in der Schlossküche zarte Bande geknüpft werden, setzt Linus alles daran, um Sandra zurückzugewinnen. Aber da gibt es auf dem Gutshof, der zum Schloss gehört, auch noch den attraktiven Jonathan Dankwerth und seine Pferde, die mächtigen Schleswiger Kaltblüter. Schon am ersten Tag hat es zwischen Jonathan und Sandra geprickelt - ganz ohne Speed- oder Slow-Dating. Doch Jonathan scheint ein düsteres Geheimnis mit sich herumzutragen ...

Alexa Hirth wuchs in Süddeutschland auf und studierte Literaturwissenschaft. Sie arbeitet als Publizistin und Übersetzerin. Im vergangenen Jahr erfüllte sie sich einen Traum und nahm eine Auszeit, um mit Slow Dating ihren ersten Roman zu schreiben. Alexa Hirth lebt seit vielen Jahren mit ihrem Mann in Schleswig-Holstein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 236
    Erscheinungsdatum: 20.02.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743110458
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 447kBytes
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Slow Dating

1. Kapitel

An ihrem neununddreißigsten Geburtstag saß Sandra Wegener um zehn Uhr morgens am Esstisch ihres winzigen Apartments, schaute auf ihr grotesk verzerrtes Spiegelbild in der silbernen Thermoskanne und sagte: "Das Leben ist schön."

Nochmal.

"Das Leben ist schön."

Klang nicht überzeugend. Nochmal.

"Das Leben ist schön."

Nochmal.

"Das Leben ist schön."

Nochmal. Nochmal. Nochmal.

Es funktionierte nicht. Wenn das Konto ebenso leer war wie das Bett und der Kühlschrank, half auch positives Denken nichts mehr. Vor allem, wenn dieser Geburtstag auf einen Freitag, den Dreizehnten fiel. In einem Jahr wurde sie vierzig, und dann war das Leben sowieso vorbei ...

Sandra nahm einen Schluck aus der nur noch halbvollen Sektflasche, die neben der Thermoskanne auf dem Tisch stand, und verzog das Gesicht. Eklig. Aber sie war fest entschlossen, sich zu betrinken, deshalb setzte sie die Flasche noch einmal an und hätte sich beinah verschluckt, als ihr Handy klingelte.

Sie erwartete keinen Anruf.

Es klingelte weiter.

Sandra war zu deprimiert, um aufzustehen und das Ding zu suchen. Das Klingeln kam aus Richtung des Sofas. Irgendwo dort unter den Kissen musste das Handy vergraben sein.

Irgendwann hörte das Klingeln auf.

Na siehst du, geht doch, dachte sie, und trank noch einen Schluck Sekt. In Sekundenschnelle wurde ihr speiübel. Sekt am Morgen auf nüchternen Magen war noch nie ihr Ding gewesen. Sie rannte ins Bad und übergab sich. Währenddessen hatte das Telefon wieder angefangen zu klingeln.

Mit wackligen Knien kam sie wenig später zurück, wühlte das Handy unter den Sofakissen hervor und warf einen verschwommenen Blick auf das Display.

Es - war - die - Redaktion!

Seit Wochen hatten die sich nicht mehr gemeldet. Auftragsflaute. Die waren schuld, dass sie pleite und depressiv war. Sie hatte sich in diesem Zustand eingerichtet. Hatte ihr Elend akzeptiert. Tausend anderen freien Journalisten ging es genau wie ihr. Also, Schicksal. Sie hatte sich daran gewöhnt, Selbstmitleid zu haben. Warum riefen die gerade heute an? An ihrem Geburtstag! Eigentlich eine Frechheit. Und sie hatte nicht vor, ans Telefon zu gehen.

Hicks.

Jetzt hatte sie auch noch einen Schluckauf.

Diesmal klingelte es so lange, bis die Mailbox ansprang. Einen Moment zögerte Sandra, dann tippte sie auf das Lautsprechersymbol. Sie hörte die Stimme der Chefredakteurin Wiebke Schultz höchstpersönlich: "Sandra, bitte rufen Sie mich zurück, es ist dringend."

Hicks.

Sandra hielt die Luft an und versuchte, bis sechzig zu zählen. Bei siebenundzwanzig machte es: Hicks. Sie presste die Lippen aufeinander, spannte die Bauchmuskeln an und konzentrierte sich. Und diesmal klappte es. Erleichtert atmete sie auf. Ihr Kopf fühlte sich wattig an, und ihre Zunge pelzig.

Wasser.

Sie ging zur Pantryküche hinüber, füllte ein Glas mit lauwarmem Leitungswasser, und trank es in vorsichtigen Schlucken. Igitt. Aber der widerliche Geschmack im Mund ging davon immerhin weg.

Was jetzt?

Obwohl sie nicht die geringste Lust hatte, Wiebke Schultz zurückzurufen und lieber weiterhin geschmollt hätte, besaß sie noch genügend Überlebenswillen, um ihr Handy zu nehmen und in den Kontakten den Eintrag "Anja" zu suchen. Den direkten Link zur Redaktion hatte sie nämlich schon letzte Woche von ihrem Display verbannt. Erst mal im Sekretariat anklopfen. Wiebke konnte ruhig ein bisschen schmoren.

Dringend! dachte sie verächtlich. Das hieß, die Chefredakteurin hatte mindestens schon fünf andere freie Journalistinnen durchtelefoniert, bis ihr Sandra eingefallen war.

"Redaktion My Dream , mein Name ist Anja Mittig", meldete sich die Sekretärin.

"Hallo, Anja, hier ist ..." Das kam krächzend heraus, weil sie so lange mit niemandem gesprochen und vom Kotzen eine wunde Keh

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