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Sommer auf meiner Haut Roman von Sabatinelli, Elisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Sommer auf meiner Haut

Eine Geschichte, so schön wie die Sonne über Italien!
Mit nur wenig Geld und dem Tagebuch ihrer verstorbenen Mutter in der Tasche, ist die 26-jährige Lavinia bereit für den Sommer ihres Lebens. Sie reist nach Italien, dorthin, wo ihre Mutter mit dem Mann glücklich war, der sie schließlich beide verlassen hat: Lavinias Vater, den sie nie kennengelernt hat. Jedes Erlebnis, jede Begegnung auf ihrer Reise hilft Lavinia dabei, sich selbst neu zu entdecken. Aber es ist Claudio, attraktiv, charmant und unwiderstehlich, der ihr Leben für immer verändern wird. Als er nach einer romantischen Nacht verschwindet, spürt Lavinia, dass sie ihn wiederfinden muss ...

Elisa Sabatinelli, geboren 1985, ist halb Katalanin, halb Italienerin. Sie wurde in Fano geboren und wuchs in Barcelona auf. Elisa hat Drehbuch in Spanien studiert, in London bei einer Plattenfirma gearbeitet und ein Architekturbüro geleitet (ohne Architektin zu sein). Mit 28 Jahren wurde sie Mutter und hat das Festival "Cortili Letterari" ins Leben gerufen. Heute lebt sie in Mailand, wo sie im Verlagswesen arbeitet und schreibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211158
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Sulla mia pelle (Summer 1)
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Sommer auf meiner Haut

2

Plaça del Sol

Ich sitze zu Hause und habe keine Lust, Koffer zu packen. Ich wünschte, er wäre schon fertig, ich wäre gern schon auf Reisen, ohne mich um das Drumherum kümmern zu müssen. Normalerweise notiere ich mir vor einer Reise all die Dinge, die ich mitnehmen will, auf zahllosen Post-its oder auf der Rückseite von U-Bahn-Tickets. Die verteile ich dann überall, in der Handtasche, auf der Ablage im Bad, in den Hosentaschen. Dumm ist nur, dass ich mich am Tag der Abreise meist nicht mehr erinnern kann, wo ich sie hingesteckt habe. Dann stehe ich völlig entmutigt vor dem Koffer und werfe einfach alles hinein, was mir vor die Augen kommt. Am Ziel angekommen, glänzen Zahnbürste und Schlafanzug dann mit Abwesenheit.

Diesmal ist das Album meiner Mutter das Einzige, was zählt, wenn ich den Schlafanzug vergesse, ist das nicht weiter schlimm. Ich wähle ein paar Kleider aus, die ich immer anziehe und die mir besonders gut stehen, alles andere lasse ich im Schrank.

Dann gibt es nur noch eins zu tun: mich von meinen Freunden und Barcelona zu verabschieden.

Wir sind erst gegen neun in Gràcia verabredet, dem Viertel nördlich der Avinguda Diagonal, aber ich gehe gleich aus dem Haus, ich will mich vorher noch ein bisschen im Herzen der Stadt verlieren. Die Sonne ist noch nicht untergegangen, und ihr orangefarbenes Licht lässt alles schöner und lieblicher erscheinen. Ein leichter, fast unmerklicher Wind weht mir warm entgegen, frischt auf und bauscht mein geblümtes Baumwollkleid. Ich halte mit einer Hand den Rock fest und lege ihn eng an den Po. Dabei rutscht mir ein Träger von der Schulter, den ich nicht zurückschiebe. Die Haare habe ich zu einem hohen, festen Pferdeschwanz gebunden, mein Gesicht liegt frei, ich habe heute nichts zu verbergen vor dieser Stadt. An einer Ampel ziehe ich den dunkelrosa Lippenstift aus meiner Umhängetasche, und während ich auf Grün warte, stelle ich mich vor ein Schaufenster und ziehe mir die Lippen nach. Ich stelle mich so dicht wie möglich vor die Scheibe, damit ich mich gut sehen kann, forme mit dem Mund ein O und fahre mit dem Lippenstift darüber. Dann presse ich die Lippen aufeinander und bewege sie ein wenig hin und her, damit die Farbe sich gleichmäßig verteilt.

Ich überquere die Straße und lasse mich vom Strom der Touristen mitnehmen. Der Brunnen an der Plaça Catalunya ist voller Leute, die auf seinem Rand sitzen und nach Kühlung lechzen. Sie haben Rucksäcke und große Einkaufstüten dabei, einer hebt gerade sein Hündchen hoch, um es trinken zu lassen. Alle sind leicht bekleidet, tragen kurze Hosen, offene Schuhe und ärmellose Tops, aber es nutzt alles nichts an diesem Sommerabend. Wie eine schwere Decke legt sich die Hitze auf die nackte Haut und durchdringt die Luft mit starken Gerüchen. Autos, Busse und Taxis umkreisen den Platz. Vor dem Fnac-Laden, einem beliebten Treffpunkt direkt am U-Bahn-Ausgang, warten etliche Menschen. Ich beobachte, wie ihre Gesichter einige Sekunden lang verloren wirken, bevor sie aufleuchten, weil sie jene anderen Gesichter gefunden haben, Gesichter, die sie gesucht haben, die sie lieben. Ein Schulterklopfen, Küsschen auf die Wange, auf die Stirn oder auf den Mund, ehe sie zügig einen sicheren Weg einschlagen. Sie kommen mir vor wie Wasserläufe, die ihre Umgebung überfluten, sich in die zahllosen Bars von Raval ergießen, durch Straßen und über Terrassen schlängeln und in Hauseingängen versiegen.

Mein Weg hingegen ist schnurgerade, als ich die Ramblas entlangschlendere, jene Ader, die von der Plaça Catalunya zum Hafen führt und die Fülle der Stadt von der Leere des Meeres trennt.

Kurz entschlossen halte ich mich rechts und gehe durch die Markthallen der Boqueria, über deren Haupteingang ein großes eisernes Wappen hängt. Mir ist heiß, und ich habe Durst, und da der Markt bald schließen wird, schlüpfe ich rasch noch hinein. Drinnen bersten die Tische schier vor bunten Früchten, die nach Farben s

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