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Sommer in unseren Herzen Roman von Sabatinelli, Elisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.06.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Sommer in unseren Herzen

Eine Geschichte, so schön wie ein italienischer Sommertag.
Obwohl sie eine wunderschöne Zeit miteinander verbracht haben, scheint Claudio Geheimnisse vor Lavinia zu haben. Irgendetwas verbirgt er vor ihr. Also reist Lavinia alleine weiter und gelangt schließlich an den Ort, an dem die Liebe ihrer Eltern begonnen hatte. Überwältigt von den Eindrücken folgt Lavinia einer Einladung ihres Exfreundes nach Paris und die alten Gefühlen entflammen erneut. Doch sie kann Claudio einfach nicht vergessen. Lavinia wird klar, dass sie nicht mehr davonlaufen kann. Und ihr Herz hat sich auch schon längst entschieden, zu wem es wirklich gehört ...

Elisa Sabatinelli, geboren 1985, ist halb Katalanin, halb Italienerin. Sie wurde in Fano geboren und wuchs in Barcelona auf. Elisa hat Drehbuch in Spanien studiert, in London bei einer Plattenfirma gearbeitet und ein Architekturbüro geleitet (ohne Architektin zu sein). Mit 28 Jahren wurde sie Mutter und hat das Festival "Cortili Letterari" ins Leben gerufen. Heute lebt sie in Mailand, wo sie im Verlagswesen arbeitet und schreibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 18.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211097
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Dritto al cuore (Summer 2)
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Sommer in unseren Herzen

1

Wettervorhersagen

Um wieder zu Claudio und Lavinia werden zu können, sprechen wir über das Wetter, denn wir sind gerade dabei, Abschied zu nehmen - allerdings mit wenig Erfolg.

Nach einer Zugfahrt, die anders war als alle anderen zuvor, weil sie uns zu Liebenden, zu Komplizen gemacht hat, unterhalten wir uns jetzt darüber, wie heiß es hier in Mailand ist, viel heißer als in Florenz, das wir vor ein paar Stunden verlassen haben. Wir reden und reden, um die Leere zu füllen - unsere heißen Küsse und wilden Umarmungen jedenfalls scheinen Jahre zurückzuliegen. Sind so weit weg wie die beiden Städte voneinander.

Wir sind wieder zwei Fremde, die den Blicken des anderen ausweichen, die jeden Körperkontakt vermeiden. Einander zu berühren wäre ebenso unpassend, als würden wir über irgendetwas anderes sprechen als über das Wetter. Das, was im Zug passiert ist, ist nie geschehen.

Ist es das, was er mir sagen will?

Unsere Körper sind sich aufs Neue fremd geworden. Zum ersten Mal auf dieser langen Reise durch Italien fühle ich mich total verloren, und schlagartig bin ich völlig davon überzeugt, dass ich nicht zu ihm passe. Dass ich diese Rolle nicht spielen kann, nicht einmal bis wir den Ausgang erreicht haben aus diesem Bahnhof, diesem Gefängnis.

Irgendwie habe ich das ungute Gefühl, dass er viel zu viel weiß, nicht nur über die Welt, sondern auch über mich. Und damit komme ich nicht klar, das gefällt mir nicht. Zumal mein Wissen über ihn sich im Grunde auf das beschränkt, was allgemein bekannt ist: Alter, Staatsangehörigkeit, Karriere. Ein Musiker von Weltrang, der darüber hinaus in dem Ruf eines großen Verführers steht.

Kein Wunder also, wenn ich mir im Vergleich zu ihm sehr klein und sehr unbedeutend vorkomme. An seine Souveränität werde ich nie heranreichen können. Die Jahre, die uns trennen, spiegeln sich in seinen lässigen, selbstsicheren Bewegungen, in seiner unerschütterlichen Haltung, in seinem schicken Markenkoffer.

Wie lange stehen wir schon auf diesem Bahnsteig?

Eine gefühlte Ewigkeit. Trotz unserer Befangenheit macht nämlich keiner von uns Anstalten zu gehen. Ich tue so, als müsste ich mein Gepäck überprüfen, taste es ab, als würde ich Kinder auf einem Schulausflug zählen, während er endlos lange und umständlich seine Jacke zuknöpft und offenbar nicht in der Lage ist, den Griff seines Rollkoffers herauszuziehen. Eine seiner Geigen hat er geschultert, die andere hingegen, die kostbare Vuillaume, halte ich in den Händen, weil ich sie ihm immer noch nicht zurückgeben konnte.

Die anderen Fahrgäste sind längst an uns vorbeigeströmt, haben uns umschifft wie einen Felsen, der sich mitten im Fluss erhebt. Außer uns ist niemand mehr auf dem Bahnsteig zu sehen. Ich warte darauf, dass er etwas sagt. Irgendetwas. Selbst bringe ich kein Wort heraus. Dazu bin ich zu unsicher, zu ängstlich. Bevor ich etwas falsch mache, bleibe ich lieber stumm.

"Gehen wir?", sagt er schließlich, hebt fragend eine Augenbraue und nickt in Richtung Ausgang.

Na ja, nicht gerade das, was ich erwartet hatte. Dennoch ringe ich mir ein Ja ab und folge ihm ohne weitere Worte, betrachte stattdessen seine O-Beine, die mich an eine Höhle erinnern, in der ich mich festklammern könnte wie ein Äffchen.

Ich sollte endlich etwas sagen. Verzweifelt suche ich nach etwas Intelligentem, das ich anbringen könnte. Irgendwas, das ihn beeindruckt, das einen nachhaltigen Eindruck bei ihm hinterlässt. Wie ein Mal, das man in die Haut einritzt zur steten Erinnerung oder zur Besiegelung einer Freundschaft. Aber leider will mir nichts Brauchbares einfallen. Und das, obwohl mir tausend Gedanken im Kopf herumschwirren.

So etwas passiert mir häufig, wenn ich aufgeregt bin - wenn meine Zunge nicht mit meinen Gedanken Schritt zu halten vermag. Dann ist es, als würden die Sätze sich verwirren und in die Irre gehen, sobald sie meinen Mund verlassen. Überhaupt ist das so ein

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