text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sommerhitze Liebesroman von Gogoll, Ruth (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.06.2018
  • Verlag: édition el!es
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sommerhitze

Kristas ruhiges Leben auf einer Nordsee-Hallig wird in wilde Turbulenzen gestürzt, als die weltgewandte Fotografin Liz auf die Insel kommt. Krista verliebt sich, und auch Liz entwickelt anscheinend Gefühle für sie. Nach einer gemeinsamen Nacht schwebt Krista im siebten Himmel. Doch das Glück währt nicht lange, denn Liz erhält Besuch von einer mysteriösen und nicht gerade sympathischen Frau namens Juliane und verlässt mit ihr ohne sich von Krista zu verabschieden die Insel. Mit gebrochenem Herzen bleibt Krista zurück, bis eine ehemalige Schulfreundin auftaucht und Krista zur Flucht in die Großstadt überredet - in Berlin soll sie ihr Herz heilen, doch es kommt alles anders als erwartet ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 05.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956092497
    Verlag: édition el!es
Weiterlesen weniger lesen

Sommerhitze

1

"S chöne Kamera."

Ein Kopf fuhr herum, mit der Kamera noch fast vor dem Auge, als ob die Linse nur eine natürliche Verlängerung wäre. Dann senkte sich das langgestreckte Objektiv. "Danke." Graue Augen erschienen wie das Abbild eines Schwarzweißnegativs dahinter. Blonde Locken, doch kurz, nur oben durften sie sich ein wenig wellen.

"Die meisten Touristen haben Kameras dabei, wenn sie auf die Insel kommen, aber so ein großes Objektiv habe ich selten gesehen", bemerkte Krista.

"Oh, ich -" Die grauen Augen schienen verwirrt. "Ich fotografiere für National Geographic . Vögel, Pflanzen, da brauche ich gute Objektive."

"Sie sind also keine Touristin?" Krista hob fragend die Augenbrauen.

"Nicht direkt." Kein Lächeln hob die Mundwinkel.

"Aha. Na dann: Willkommen." Krista lächelte - und wenn nur aus Trotz. Sie hatte den Eindruck, diese Frau wollte sich unbedingt interessant machen, und so etwas mochte sie gar nicht. "Bleiben Sie länger bei uns auf der Insel?" Sie schaute über die Spitze der Fähre hinaus aufs Wasser, wo man in einiger Entfernung das kleine Nordsee-Eiland sah, auf das das Boot zusteuerte.

"Bei uns? Sie wohnen dort?" Die grauen Augen wirkten nun etwas lebendiger.

"Ja." Krista wandte sich vom Wasser zurück wieder ihrer Gesprächspartnerin zu. "Ich bin auf der Insel geboren."

Die Möwen schrien über der Fähre, sie wiesen den Weg zum Land. Eine fuhr ganz nah neben Krista herunter, streifte sie fast. "Na hör mal!" Krista wich geschickt aus und schlug spielerisch lachend nach dem Vogel.

"Begrüßen die Einheimischen Sie immer so intim, wenn Sie zurückkommen?" Ein unerwarteter Anflug von Humor schien in der trockenen Stimme mitzuschwingen.

"Intimität ist sozusagen das Hauptmerkmal einer kleinen Insel", entgegnete Krista vergnügt. "Wussten Sie das nicht?"

Für einen Moment wirkte die Fotografin, als hätte sie eine solche Antwort nicht erwartet. Sie war sicherlich gut darin, keine Gefühle zu zeigen, aber wenn Krista sich nicht irrte, hatte sie welche.

"Das hätte ich vielleicht berücksichtigen sollen", murmelte die Frau mit den kurzen blonden Haaren, als ob ihr gerade etwas sehr Wichtiges aufgefallen wäre.

Auf einmal tat sie Krista richtig leid. Manchmal brachten harmlose Bemerkungen Dinge zutage, die man gar nicht wissen wollte. Diese Frau war offenbar kein sehr extrovertierter Typ. Sie betrachtete die Welt wohl lieber gefiltert durch eine Linse, mit Abstand zu allem, was auf dem Bild zu erkennen war. Krista, die immer ziemlich direkt auf andere Menschen zuging, war ihr wahrscheinlich zu nahe getreten.

"Wo werden Sie denn wohnen?", fragte sie, und die Frage hatte einen Grund.

Die Fremde schien überrascht. "Ich habe", sie räusperte sich, "ein Haus gemietet. Soll direkt am Strand sein."

Krista lachte. "Bei uns ist fast alles direkt am Strand."

Sie bedauerte die Auskunft ein wenig, auch wenn sie nicht wusste, warum. Wie immer in den Ferien kam sie nach Hause, um ihren Eltern in ihrem Gasthof zu helfen, und da es nicht viele Möglichkeiten für Touristen gab, auf der kleinen Insel zu wohnen, hatte sie beinah unwillkürlich angenommen, dass diese Frau im Gasthof ihrer Eltern logieren würde. Aber das tat sie nun wohl nicht.

"Das kann fast nur die umgebaute Scheune der Hansens sein", stellte sie freundlich fest. "Liegt ziemlich einsam."

Es schien, als ob ein Mundwinkel im Gesicht der großen Frau zuckte. "Ich habe nichts gegen Einsamkeit", sagte sie.

Krista betrachtete das etwas kantige Gesicht nur kurz. Sie wollte nicht in die Intimsphäre dieser Frau eindringen, an der ihr offensichtlich so viel lag. Zudem hatte Krista im Laufe der Jahre gelernt, sich nicht zu sehr für Menschen zu interessieren, die die Insel nur kurz besuchten. Im Gasthof ihrer Eltern herrschte ein Kommen und Gehen, das es kaum erlaubte, sich näher kennenzulernen.

Dennoc

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen