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Sommersturm über Cornwall Roman von Leaman, Louisa (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2018
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Sommersturm über Cornwall

Nina Munroe ist eine Karrierefrau mit einem attraktiven Verlobten und einer exakt geplanten Zukunft. Bis der Tod ihres Vaters alles verändert: Bei der Testamentseröffnung erfährt Nina, dass ihre Eltern ein Strandhaus an der Küste von Cornwall besaßen, das sie nun erbt: Snare Cove. Als sie das Cottage besucht, entdeckt Nina, dass das Haus den Schlüssel zu einem Geheimnis birgt, das mit dem frühen Tod ihrer Mutter zu tun hat. Unterstützt von dem Lebenskünstler Danny kommt sie allmählich ihrer Familiengeschichte auf die Spur. Nina ahnt allerdings nicht, welche Geister der Vergangenheit sie mit ihren Nachforschungen geweckt hat ...

Louisa Leaman hat bereits diverse Kinderbücher sowie Elternratgeber verfasst, bevor sie mit "Sommersturm über Cornwall" ihren ersten Roman schrieb. Sie arbeitet als Lehrerin und Verhaltenstherapeutin, ihre Artikel zu Erziehungsfragen sind u.a. im Guardian, Observer, Independent und in der Times erschienen. Louisa Leaman lebt in London.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 21.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641206673
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: Last Night I Dreamt of You
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Sommersturm über Cornwall

1. Kapitel

Im letzten Abendlicht kam das Strandhaus in Sicht. Von der Straße aus war es nicht zu sehen gewesen, da es hinter den Klippen verborgen lag und nur ein steiler, zerfurchter Pfad zu ihm hinführte. Nach dem verfallenen Äußeren zu urteilen - den geborstenen Fensterscheiben und den verzogenen Bretterwänden -, war das Haus schon seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnt. Etliche Dachschindeln waren verrutscht; der orangerote Rost einer vergammelnden Wetterfahne hatte lange Schlieren hinterlassen. Auf dem Grundstück um das Haus herum war wenig Lebendiges zu sehen, keine Bäume oder Blumen, nur struppiges Gras und hier und da ein Ginsterbusch. Es war ein vernachlässigter, verwaister Ort, doch irgendwie war er nicht leblos. Das Haus strahlte Energie aus, als zuckten und waberten selbst die Fasern in den Wänden.

"Sind Sie sicher , dass ich Sie hier absetzen soll?", fragte der Taxifahrer.

Sein Akzent war ungewohnt, ein schläfriges, langgedehntes Cornwall-Englisch. Nina starrte die abblätternde Farbe an und spürte, wie ihre Stimmung ins Bodenlose sackte.

"Wenn Sie mich fragen", redete der Taxifahrer weiter, so wie schon während der ganzen Fahrt, "diese Bruchbude hätten sie schon vor Jahren plattmachen sollen."

"Da habe ich ja Glück, dass sie das nicht getan haben", bemerkte Nina.

"Sie könnens ja abreißen und neu bauen. Das würd ich machen. Nichts wie weg mit dem alten Krempel. Macht übrigens sieben fünfzig."

Nina holte einen Zwanzigpfundschein aus ihrem Portemonnaie und seufzte. Es war ein langer Tag gewesen. Fünf Stunden mit dem Zug von London nach Penzance, langes Warten auf den Anschlusszug zu dem kleinen Küstenstädtchen Polpeggen und dann die Fahrt mit dem Taxi. Jeder zurückgelegte Kilometer war von Geratter, Geschäftigkeit und Gesprächen begleitet worden; laute Durchsagen, die durch die luftigen Gewölbe der Paddington Station hallten, lärmende Familien im Großraumabteil und dann endlose zwanzig Minuten Selbstgerechtigkeit seitens des Taxifahrers.

Aber hier war es jetzt still. Nur das Rauschen der Wellen und der Wind im Gras waren zu hören.

"Sie kommen also zurecht?"

"Ja. Alles bestens. Danke."

"Dann hol ich mal Ihre Sachen."

Der Fahrer, ein stämmiger Mann mit beachtlichem Bauch, ging zum Kofferraum seines Taxis. Schlotternd stand Nina da und spürte den Schock der Kälte durch ihre dünne Bluse hindurch. Es war doch Sommer. Ihr Koffer war voller zarter Trägertops und Designersandalen, aber was sie hier brauchte, war ein dicker Wollpullover. Als sie die Arme um den Oberkörper schlang, schien der Wind noch heftiger zu werden.

"The Barb" , rief ihr der Fahrer zu. "So nennt man hier das laue Lüftchen, das Sie da spüren - wie in barbed wire , Stacheldraht."

"Na toll."

Nina blickte über die groben grauen Kiesel zum silberblauen Wasser hinüber. So hatte sie sich das nicht vorgestellt, als sie von der Existenz des Strandhauses erfahren hatte. Sie suchte nach etwas Vertrautem, einem kleinen Erkennungszeichen, das eine Verbindung zwischen ihr und dem Haus schaffen und ihr ein Gefühl von Heimeligkeit geben könnte. Nichts. Ihr Gedächtnis wollte einfach nicht zünden. Früher war das Haus vielleicht einmal hübsch gewesen. Es könnte immer noch hübsch sein, dachte sie. Ein Strandhaus mit einer Privatbucht, ein fröhliches, farbenfrohes Gebäude, genau das Richtige für ein Feature in einer gehobenen Wohnzeitschrift - blauweiße Streifen und Liegestühle überall, und hölzerne Seesterne, die an den Türklinken baumelten. Das Meer war nur ein paar Meter entfernt, und man hatte freie Sicht darauf; so könnte es zu einer anderen Zeit, in einem anderen Leben, vielleicht bezaubernd sein, aber nicht jetzt.

Schließlich kam der Taxifahrer zurück, einen Karton mit Wein in der einen und den Griff von Ninas Rollkoffer in der anderen Hand. Beklommen sah Nina zu, wie achth

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