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Sonntag in meinem Herzen Das Leben des Malers Carl Spitzweg von Scheib, Asta (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.09.2013
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Sonntag in meinem Herzen

Das Werk des Malers Carl Spitzweg kennen viele, sein Leben jedoch lernt man erstmals in Asta Scheibs großer Romanbiographie kennen. Seit seiner Kindheit träumt Carl Spitzweg von der Malerei. Erst als er seiner großen Liebe Clara begegnet, setzt er seinen Traum in die Tat um. Er ist studierter Apotheker und als Maler Autodidakt. Er gilt als witzig, liebenswürdig und großzügig. Seiner Maxime 'Lieben ja, heiraten nie' folgt der in späteren Jahren berühmte Maler sein Leben lang. Und ja, es gab sie für ihn, die große Liebe. Mit Clara erlebt Spitzweg unverhofft eine Zeit tiefer Leidenschaft. Doch Clara stirbt. Carl Spitzweg zieht sich zurück in seine Malerei, reist, um Bilder zu sehen, malt um sein Leben - und wird zum malenden Chronisten des 19. Jahrhunderts. Einfühlsam zeichnet Asta Scheib das Porträt eines außergewöhnlichen Menschen und Künstlers. Asta Scheib arbeitete als Redakteurin bei verschiedenen Zeitschriften, bevor sie in den achtziger Jahren ihren ersten Roman veröffentlichte. Sie gehört heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellerinnen. Ihr Roman Eine Zierde in ihrem Hause. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell wurde zum gefeierten Bestseller. Bei Hoffmann und Campe erschienen zahlreiche Romane, u.a. In den Gärten des Herzens , Die Leidenschaft der Lena Christ , Sonntag in meinem Herzen . Das Leben des Malers Carl Spitzweg und ihr großer Erfolg Das Schönste, was ich sah , eine Romanbiographie über den Maler Giovanni Segantini. Asta Scheibs Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Autorin lebt in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 11.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455812244
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 925 kBytes
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Sonntag in meinem Herzen

2

Wenigstens hatte seine Frau ihm nach dem Stammhalter noch einen zweiten Sohn geboren. Simon Spitzweg wollte überhaupt nur Söhne. Mädchen machten Scherereien. Wenn er nur an seine Werbung um Franziska dachte. Sie hätte ins gesellschaftliche Abseits führen können. Ins Nichts. Immer wieder kamen die Bilder seiner Werbung um die Mutter seine Söhne zurück.

Sie hatte ihm an dem kleinen Tischchen gegenübergesessen. In ihrem weißen Tüllkleid mit den kurzen, stark gepufften Ärmeln, zu denen sie lange seidene Handschuhe trug, sah sie viel hübscher aus, als Simon Spitzweg sie in Erinnerung hatte. Ihre Halskette und der Gürtel schienen aus Stahl zu sein. Er hatte irgendwo gehört, dass solcher Schmuck jetzt von den Damen der Gesellschaft getragen werde. Das rötliche Haar Franziskas war zu Locken frisiert, sodass Simon Spitzweg Mut fasste. Warum war sie so aufwändig gekleidet und frisiert? Wollte sie trotz ihrer abweisenden Haltung möglicherweise doch Eindruck auf ihn machen? Ziemlich verwirrend war das alles.

In Tassen aus Porzellan stand duftender Kaffee vor ihnen. In einer Kristallschale war Bayerische Creme mit eingemachten Kirschen serviert worden. Eine Spezialität Franziskas, doch sie hatte offenbar vergessen, Simon davon etwas anzubieten. Himmel, dachte er, wahrscheinlich war hier im Haus alles vom Feinsten. Und er sollte außen vor bleiben? Das wollte er doch einmal sehen.

Als er auf dem Flur Schritte hörte, sprang er auf, riss Franziska in seine Arme, presste sie an sich und küsste sie, so vehement er nur konnte. "Vater", rief Franziska hilflos und schaute auf Kaspar Schmutzer, der wie angenagelt in der Tür stehen blieb. Simon hielt Franziska wie in einem Schraubstock. Schmutzer musste es so vorkommen, als hätte er die beiden ertappt. Franziska konnte sich aus Scham ohnehin nicht rühren. Ihre Lippen brannten. Sie schmeckte Blut in ihrem Mund.

Ihr Vater wusste offenbar nicht, ob er lospoltern sollte und entweder seine Tochter oder den Spitzweg rauswerfen. Doch er besann sich darauf, dass er den vielversprechenden jungen Mann gern als Schwiegersohn hätte. Sehr gern sogar. Der passte in die Familie, war haargenau der gewünschte Nachfolger. So zielbewusst, wie er seine Karriere aufgebaut hatte, betrieb er wohl die Brautwerbung. Es imponierte Kaspar Schmutzer insgeheim und schmeichelte ihm, dass Spitzweg offensichtlich keine andere Frau wollte als Franziska. Er hätte in München die Wahl gehabt. Was allerdings das Benehmen des jungen Mannes anging, lag doch einiges im Argen.

Simon Spitzweg bemühte sich weder um eine Erklärung noch um eine Entschuldigung. Er beteuerte, er wolle unbedingt Franziskas Leben mit seinem verbinden, dieser Wille beherrsche ihn völlig.

Franziska schalt sich ungeschickt und blöde. Es sah ihr ähnlich, dass sie sich selbst die Schuld gab. Einen Ausweg, der nicht einen Skandal bedeutet hätte, wusste sie nicht. Simon Spitzweg begriff das schnell. Da sie jetzt schwieg, hatte er von ihr nichts mehr zu befürchten. Er schickte noch am selben Tag Blumen und Konfekt an Franziska und ihre Mutter, sogar an Franziskas Schwester Crescenz, und er beeilte sich, vor dem künftigen Schwiegervater von seinem Erbe zu sprechen, das sich sehenlassen könne.

Am 27 . August 1803 hatte er an seinen Vater, den Posthalter in Unterpfaffenhofen, geschrieben:

Mein bester Vater! Empfangen Sie hiermit zum Namenstag den zärtlichsten Wunsch aus meinem Herzen von tiefer Liebe. Entziehen Sie mir Ihre Unterstützung nicht bei dem baldigen Schritte, der vielleicht über das Glück oder Unglück meines künftigen Lebens entscheiden wird. Sie werden mir diese bestimmt nicht vers

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