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Stolz und Vorurteil Nachwort von Tanja Kinkel von Austen, Jane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.05.2019
  • Verlag: Reclam Verlag
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Stolz und Vorurteil

Klassikerinnen neu entdeckt von Schriftstellerinnen der Gegenwart Die Frauen in Jane Austens beliebtestem Roman sind auf der Jagd. Ihr Ziel: eine gute Partie. Die Männer schwärmen, zagen und zaudern, bis sie begreifen, dass nur ein Weg zu ihrem Glück führt: die Ehe. 'Sie sind mir immer schon die liebsten: Romanheldinnen, mit denen sich herrlich debattieren lässt. Und bei keiner ist ein imaginäres Streitgespräch in so perfekter Mischung Vergnügen und große Herausforderung wie bei Elizabeth Bennet aus ?Stolz und Vorurteil?.' (Tanja Kinkel) Jane Austen (1775-1817) ist die bekannteste britische Schriftstellerin aus der Zeit des Regency. Ihre sechs Hauptwerke, darunter 'Sinn und Sinnlichkeit' (1811), 'Stolz und Vorurteil' (1813) und 'Emma' (1816), wurden zu literarischen Klassikern und erfreuen sich - nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen aufwändigen Verfilmungen - noch heute großer Beliebtheit. Tanja Kinkel, geboren 1969 in Bamberg, studierte Germanistik, Theater- und Kommunikationswissenschaft und erhielt diverse Literaturpreise, Stipendien in Rom, Los Angeles und an der Drehbuchwerkstatt in München; zuletzt Turmschreiberin in Abenberg. Sie ist im Beirat des Deutschen PEN, Beirat in der Internationalen Feuchtwanger Gesellschaft, Beirat der Freunde der Bamberger Symphoniker, Gastdozentin an Hochschulen und Universitäten im In- und Ausland. Sie schreibt in Anthologien, fertigt Dramolette und schrieb bis 2019 achtzehn Romane, die in mehr als ein Dutzend Sprachen übersetzt sind, mit einer weltweiten Gesamtauflage von gut sieben Millionen Exemplaren. 2018 wurde sie mit dem E.T.A.-Hoffmann-Preis ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 450
    Erscheinungsdatum: 24.05.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783159614755
    Verlag: Reclam Verlag
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Stolz und Vorurteil

Kapitel 3

Trotz aller Fragen, die Mrs. Bennet mit Unterstützung ihrer fünf Töchter zu diesem Thema stellte, ließ sich ihr Mann keine befriedigende Beschreibung von Mr. Bingley entlocken. Dabei versuchten sie es mit allen Mitteln: Sie überfielen ihn mit unverhohlenen Fragen, mit listigen Unterstellungen und mit weit hergeholten Vermutungen. Aber er ließ sich trotz all ihrer Geschicklichkeit nicht in die Falle locken, und so mussten sie zu guter Letzt dankbar für die Informationen aus zweiter Hand sein, die ihnen ihre Nachbarin, Lady Lucas, gab. Ihr Bericht fiel ausgesprochen günstig aus. Sir William war entzückt von Mr. Bingley gewesen. Er war jung, sah hinreißend aus, war äußerst umgänglich, und, um allem die Krone aufzusetzen, er hatte vor, zum nächsten Ball mit großer Gesellschaft zu kommen. Nichts hätte vielversprechender sein können. Gerne tanzen hieß schon halb verliebt sein; und so machte man sich lebhafte Hoffnungen, Mr. Bingleys Herz zu erobern.

"Wenn ich es nur erleben darf, dass eine meiner Töchter ihr Glück in Netherfield macht und die anderen ebenso gut verheiratet sind", sagte Mrs. Bennet zu ihrem Mann, "dann bin ich wunschlos glücklich."

Ein paar Tage später erwiderte Mr. Bingley Mr. Bennets Besuch und saß ungefähr zehn Minuten mit ihm in seiner Bibliothek. Er hatte die Hoffnung gehegt, auch einen Blick auf die jungen Damen werfen zu dürfen, von deren Schönheit er schon so viel gehört hatte - aber er sah nur den Vater. Die Damen waren etwas glücklicher, denn sie konnten immerhin von einem Fenster im ersten Stock aus erkennen, dass er eine blaue Jacke trug und auf einem schwarzen Pferd ritt.

Eine Einladung zum Essen wurde bald darauf abgeschickt, und schon hatte Mrs. Bennet die Gänge geplant, die ihren Kochkünsten zur Ehre gereichen sollten, als eine Antwort eintraf, die alles hinausschob. Mr. Bingley hatte leider für den nächsten Tag eine Verpflichtung in London und konnte infolgedessen der Ehre ihrer Einladung nicht Folge leisten et cetera. Mrs. Bennet war sehr beunruhigt. Sie konnte sich gar nicht vorstellen, was er wohl so kurz nach seiner Ankunft in Hertfordshire bereits in London zu tun haben könne, und hatte schon Befürchtungen, er werde nun in der Weltgeschichte herumschwirren, anstatt sich in Netherfield anzusiedeln, wie es sich gehörte. Lady Lucas dämpfte ihre Sorge etwas; sie brachte den Gedanken auf, er sei vielleicht nur nach London gefahren, um eine größere Gesellschaft zu dem Ball abzuholen; und bald folgte auch ein Bericht, dem zufolge Mr. Bingley zwölf Damen und sieben Herren mitbringen wollte. Von der Überzahl der Damen waren die Mädchen nicht begeistert, aber sie wurden am Tag vor dem Ball mit der Nachricht getröstet, er werde statt zwölf nur sechs Damen mitbringen - seine fünf Schwestern und eine Cousine. Und als die Gesellschaft den Ballsaal endlich betrat, bestand sie insgesamt nur aus fünf Personen - Mr. Bingley, seinen beiden Schwestern, dem Mann der älteren und einem anderen jungen Mann.

Mr. Bingley sah gut aus und trat wie ein Gentleman auf; er hatte gewinnende Züge und ein offenes natürliches Benehmen. Seine Schwestern waren vornehme Damen von ausgesprochen modischer Erscheinung. Sein Schwager, Mr. Hurst, sah wie ein Gentleman aus, aber das war auch alles. Sein Freund Mr. Darcy hingegen zog schnell die Aufmerksamkeit des Saales auf sich durch seine schlanke, große Gestalt, seine angenehmen Züge, seinen vornehmen Ausdruck und durch das Gerücht, das schon fünf Minuten nach seinem Eintritt in Umlauf war, er habe Einnahmen von zehntausend pro Jahr. Die Herren nannten ihn einen prächtigen Burschen, und die Damen waren sich einig, dass er wesentlich besser aussah als Mr. Bingley. Während der ersten Hälfte des Abends wurde er sehr bewundert, aber dann rief sein Benehmen Empö

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