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Sturm der Adler Roman von Kane, Ben (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.01.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 31.01.2019 per Download lieferbar

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Sturm der Adler

Germania, 15 n. Christus. Es ist noch nicht lange her, dass tausende Germanen unter den Schwertern Roms starben und einer der geraubten Legionsadler zurückgeholt werden konnte. Doch mit diesen Erfolgen gibt Lucius Tullus sich nicht zufrieden. Zwei Dinge muss der Centurio noch erledigen, ehe er nach Italia zurückkehrt. Erstens: den Adler seiner alten Legion wiederfinden. Zweitens: den Verräter Arminius töten. Aber Arminius ist ein zäher Gegner. Es gelingt ihm erneut, die germanischen Stämme für seine Sache zu begeistern. Mit einem riesigen Heer macht er sich auf, Tullus und jeden anderen Römer in Germania zu vernichten, ein für alle Mal.

Ben Kane wurde in Kenia geboren und wuchs in Irland auf, dem Heimatland seiner Eltern. Bevor er sich ganz dem Schreiben widmete, arbeitete er als Tierarzt. Schon als Kind übte die Geschichte Roms eine große Faszination auf ihn aus, weshalb mit der Veröffentlichung seines Debüts Die Vergessene Legion ein lang gehegter Traum in Erfüllung ging. Mittlerweile ist Ben Kane Bestsellerautor und lebt mit seiner Familie in North Somerset, England.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 31.01.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732561346
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Eagles of Rome .3
    Originaltitel: Eagles in the Storm
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Sturm der Adler

PROLOG

HERBST 15 N. CHR.

In der Nähe des römischen Legionslagers Vetera,
an der Grenze zu Germania Magna

Die Herbstsonne brach durch die Wolkendecke und brachte den Adler der Fünften Legion zum Funkeln. Ein Zeichen der Götter - so hätten viele gesagt. Ob göttliches Zeichen oder nicht, das goldene Leuchten zog die Blicke aller auf den Aquila. Centurio Lucius Cominius Tullus war wie gebannt. Vergessen war der böig auffrischende Westwind. Tullus' Blick haftete auf der Adlerstandarte. Von dem golden schillernden Vogel, der mit nach hinten gespreizten Schwingen einen blitzesprühenden Donnerkeil in den Fängen hielt, ging eine unsichtbare Macht aus, wahrnehmbar für alle, da der Aquilifer die Standarte hochhielt. Der Aquila versinnbildlichte nicht nur den Stolz und die Ehre der Legion, sondern auch den Kampfeswillen und die Opferbereitschaft der Soldaten - jeder Legionsadler forderte von seinen Betrachtern Respekt und Hingabe ein.

Ich bin dein Diener , dachte Tullus. Ich folge dir, immerdar.

Doch auch diesmal gab ihm der stolze Vogel keine Antwort.

Geduldig wartete Tullus und ließ den Aquila auf sich wirken. Die Antwort kam ungefähr ein Dutzend Herzschläge später, als der Aquilifer seine Position ein wenig veränderte. Erneut blitzte der Adler im Sonnenlicht auf, und diesmal war Tullus von den Strahlen geblendet. Ehrfürchtig blinzelte er und wiederholte das Gelübde, dem Adler bis in den Tod zu dienen. Ehe er den stummen Eid zu Ende gesprochen hatte, verspürte er ein Stechen in der Herzgegend. Tullus' Treue stand außer Frage, aber bei dem Adler der Fünften Legion handelte es sich nicht um die Standarte, die ihm oft in seinen Träumen erschien. Es gab Nächte, in denen er schweißgebadet aus unruhigem Schlaf hochschreckte und das Hämmern seines eigenen Herzens spürte.

Aus tiefster Seele hing Tullus an dem Adler der Achtzehnten Legion, jener Legion, der er fünfzehn Jahre lang gedient hatte. Vor nunmehr sechs Jahren war die Legio XVIII gemeinsam mit zwei weiteren Armeen in den Hinterhalt des Arminius geraten und vernichtet worden. Arminius zählte zu den einflussreichsten Stammesführern der Cherusker und hatte einst selbst in römischen Diensten gestanden.

Tullus hatte das Blutbad am Saltus Teutoburgiensis zwar überlebt - es war ihm sogar gelungen, eine Handvoll Kameraden seiner Einheit zu retten -, aber die seelischen Narben schmerzten noch immer. Seither sann er auf Rache an Arminius, aber noch ausgeprägter als der Wunsch nach Vergeltung war das Verlangen, den Adler der Achtzehnten wiederzufinden. Bislang hatte man nur eine der drei verschollenen Standarten gefunden. Dieses Ereignis hatte seinem Herzenswunsch neue Nahrung gegeben.

Ein Mann hustete hinter ihm. Tullus kehrte mit seinen Gedanken in die Gegenwart und den Ablauf der Parade zurück. Im Rücken wusste er die Soldaten der Fünften Legion, die wohlgeordnet Kohorte für Kohorte angetreten waren. Die Legionäre der Einundzwanzigsten, Veteras zweiter fest stationierter Legion, hatten ebenfalls Aufstellung bezogen. Die dritte große Einheit bildeten die Auxiliartruppen, eine Mischung aus Plänklern, Fußtruppen und Reitern. Nur die Wachen auf den Wehrgängen, die Patienten im Valetudinarium oder diejenigen, die ihren Pflichten anderweitig nachkamen, brauchten nicht an dieser Parade teilzunehmen.

Alle warteten. Aber der Eifer ist verflogen , dachte Tullus, während er in die ausdruckslosen Mienen der Männer sah. Verübeln konnte man es den Soldaten nicht. Die Kälte hier im Freien ging einem bis in die Knochen. Mäntel waren verboten, denn Germanicus verlangte, dass sich seine Truppen in strahlender Rüstung präsentierten, die Waffen sichtbar für alle. Die Parade wurde abgehalten, um den harten und unerbittlichen Feldzug auf germanischem Boden zu feiern, der vor einem Monat zu Ende gegangen war.

Germanicus, der als Imperator das Imperium proconsulare maius über beide

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