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Sturmhöhe Roman von Brontë, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2009
  • Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
eBook (ePUB)
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Sturmhöhe

Heathcliff: einer der faszinierendsten Unholde der Weltliteratur
Liebe, Haß und Tod - ein Drama spielt sich ab auf dem Gutshof Wuthering Heights in Yorkshires düsterer Nebellandschaft. Vom Dämon der Rache und Eifersucht besessen, richtet der Findling Heathcliff ein Werk der Zerstörung an, dem auch die Angebetete Cathy zum Opfer fällt. Mehrere Generationen werden in einen Strudel rasender Leidenschaften gezogen. Emily Brontës ergreifende Geschichte voll psychologischer Raffinesse löste 1847 einen Sturm der Empörung aus.

Emily Brontë wurde am 30. Juli 1818 in Thornton, Yorkshire, geboren. Sie arbeitete als Lehrerin, bevor sie ab 1843 die Führung des elterlichen Haushalts in Haworth, Yorkshire, übernahm. Sie hinterließ neben ihrem Meisterwerk "Wuthering Heights" einige bedeutende Gedichte, die alle unter dem Pseudonym Ellis Bell veröffentlicht wurden. Am 19. Dezember 1848 starb Emily Brontë an den Folgen einer Tuberkuloseerkrankung. Zwei Jahre nach ihrem Tod entlarvte ihre Schwester Charlotte sie im Vorwort zur zweiten Auflage von "Wuthering Heights" als die eigentliche Autorin des Romans.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 496
    Erscheinungsdatum: 01.09.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783423401760
    Verlag: dtv Deutscher Taschenbuch Verlag
    Originaltitel: Wuthering Heights
    Größe: 876 kBytes
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Sturmhöhe

Kapitel I

1801 - Soeben bin ich von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt - diesem einsiedlerischen Nachbarn, der mir noch zu schaffen machen wird. Was für eine schöne Gegend! Ich denke, in ganz England hätte ich keinen zweiten Ort finden können, an dem sich so abgeschieden vom gesellschaftlichen Trubel leben ließe. Ein wahres Paradies für Menschenfeinde - und Mr. Heathcliff und ich sind genau die rechten zwei, um diese Einöde miteinander zu teilen. Ein prächtiger Bursche! Er ahnte wohl kaum, wie er mein Herz gewann, als ich sah, wie sich seine schwarzen Augen bei meinem Näherreiten argwöhnisch unter die Brauen zurückzogen und er seine Hände mit unwirscher Geste tiefer in die Westentaschen vergrub, als ich meinen Namen nannte.

"Mr. Heathcliff?" fragte ich.

Ein Nicken war die Antwort.

"Mr. Lockwood, Ihr neuer Pächter, Sir. Ich habe mir erlaubt, sogleich nach meiner Ankunft bei Ihnen vorzusprechen und hoffe sehr, die Hartnäckigkeit, mit der ich mich um die Pacht von Thrushcross Grange bemühte, hat Sie nicht belästigt. Gestern erfuhr ich, Sie hätten die Absicht ..."

"Thrushcross Grange gehört mir, Sir", fuhr er mir pikiert ins Wort, "ich würde es nicht zulassen, daß man mich belästigt, wenn ich es verhindern könnte - Treten Sie ein!"

Das "Treten Sie ein" stieß er zwischen den Zähnen hervor, und es hieß soviel wie: "Scher dich zum Teufel!" Nicht einmal das Gattertor, über das er sich lehnte, begleitete seine Worte mit einer einladenden Geste. Ich glaube, nur eines bewog mich, die Einladung anzunehmen: ich war begierig, einen Mann kennenzulernen, der noch zurückhaltender schien, als ich es war.

Als er sah, wie mein Pferd mit der Brust heftig gegen das Gatter drängte, streckte er die Hand aus, um die Kette zu lösen, ging mir dann mürrisch auf dem Dammweg voraus und rief, als wir den Hof betraten:

"Joseph, kümmre dich um Mr. Lockwoods Pferd - und hol Wein herauf."

'Hier haben wir wohl die gesamte Dienerschaft vor uns', schloß ich aus dieser zweifachen Aufforderung. 'Kein Wunder, wenn zwischen den Wegplatten Gras wächst und nur das Vieh die Hecken stutzt.'

Joseph war ein älterer, nein, ein alter Mann - sehr alt vielleicht, aber noch rüstig und stark.

"Der Herr steh uns bei!" brummte er mißmutig vor sich hin, als er mir mein Pferd abnahm und mir dann mit einer so sauren Miene ins Gesicht sah, daß ich wohlmeinend folgerte, er bedürfe wohl göttlichen Beistands, um sein Mittagsmahl zu verdauen, und sein frommer Stoßseufzer habe mit meinem unerwarteten Auftauchen nichts zu tun.

"Wuthering Heights" nennt man Mr. Heathcliffs Anwesen. "Wuthering" ist ein typischer Ausdruck aus der Mundart dieser Gegend und beschreibt klangvoll das Toben der Winde, dem der Ort bei stürmischem Wetter ausgesetzt ist. Tatsächlich scheint hier stets ein frischer und belebender Wind zu gehen - mit welcher Kraft der Nordwind über den Hügelkamm fegt, kann man sich vorstellen, wenn man die spärlichen windschiefen Föhren auf der anderen Seite des Hauses sieht und die Reihe dürrer Dornbüsche, die ihr Geäst allesamt in eine Richtung strecken, als wollten sie die Sonne um ein Almosen anflehen. Zum Glück hatte der Baumeister das Haus in weiser Voraussicht robust gebaut: die schmalen Fenster sind tief in die Mauer eingelassen und die Ecken durch große vorspringende Steine bewehrt.

Bevor ich über die Schwelle trat, blieb ich kurz stehen, um eine ganze Reihe bizarrer Verzierungen zu bewundern, die an der Hausfront und insbesondere über der Eingangstür eingemeißelt waren. Dort fiel mir inmitten eines wüsten Durcheinanders zerbröckelnder Greifvögel und nackter Knaben die Jahreszahl "1500" und der Name "Hareton Earnshaw" ins Auge. Ich hätte wohl ein paar Bemerkungen gemacht und den mürrischen Besitzer um eine kurze Geschichte des Hofes gebeten, doch seine Haltung an der Tür schien zu fordern, ich möge unverzüglich eintreten oder mich endgültig ve

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