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Sturmhöhe von Brontë, Emily (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2016
  • Verlag: Re-Image Publishing
eBook (ePUB)
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Sturmhöhe

Es ist das Jahr 1801 als Mr. Lockwood als neuer Pächter von Thrushcross Grange seinem Gutsherrn, Heathcliff, das erste Mal begegnet. Tief beeindruckt von diesem zurück gezogen lebenden, unzugänglichen, ja schon menscheinfeindlichen Mann, kommt er nicht umhin, ihn ein zweites Mal zu besuchen. Bei diesem Besuch zieht er sich eine heftige Grippe zu, die ihn für lange Zeit an Haus und Bett fesselt. Geschwächt von der Krankheit und zu Tode gelangweilt, sind ihm die Erzählungen seiner Haushälterin über Heathcliffs Familie und über die Tragödie einer alles vernichtenden, aber trotzdem nicht minder hingebungsvollen und über den Tod hinaus gehenden Liebe, eine willkommene Abwechslung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 361
    Erscheinungsdatum: 16.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958495760
    Verlag: Re-Image Publishing
    Größe: 477 kBytes
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Sturmhöhe

Erstes Kapitel

1801. Ich bin gerade von einem Besuch bei meinem Gutsherrn zurückgekehrt - diesem einsamen Nachbarn, der mir zu schaffen machen wird. Was für eine schöne Gegend! Ich glaube nicht, dass ich in ganz England meinen Wohnsitz an einer anderen Stelle hätte aufschlagen können, die so vollkommen abseits vom Getriebe der Welt liegt. Ein echtes Paradies für Menschenfeinde; und Mr. Heathcliff und ich sind das richtige Paar, um diese Einsamkeit miteinander zu teilen. Ein famoser Bursche! Er ahnte wohl kaum, wie mein Herz ihm entgegenschlug, als ich sah, wie seine schwarzen Augen sich bei meinem Näherreiten so abweisend unter den Brauen verbargen und wie seine Hände sich in entschiedenem Misstrauen tiefer in sein Wams vergruben, während ich meinen Namen nannte. "Mr. Heathcliff?" fragte ich. Ein Nicken war die Antwort. "Mr. Lockwood, Ihr neuer Pächter. Ich erlaube mir, nach meiner Ankunft sobald wie möglich vorzusprechen, und hoffe, dass Ihnen die Beharrlichkeit, mit der ich mich um Thrushcross Grange beworben habe, nicht lästig geworden ist. Ich hörte gestern, Sie hätten die Absicht gehabt..." "Thrushcross Grange gehört mir", unterbrach er mich auffahrend. "Ich erlaube niemand, mich zu belästigen, wenn ich es verhindern kann. - Kommen Sie herein!" Das 'Kommen Sie herein' wurde zwischen den Zähnen hervorgestoßen und hiess soviel wie: Geh zum Teufel. Selbst die Gattertür, über die er sich lehnte, machte keine freundliche Bewegung zu seinen Worten. Ich glaube, nur ein Umstand bewog mich, die Einladung anzunehmen: mich fesselte ein Mann, der in noch stärkerem Maße als ich zurückhaltend ist. Als er sah, dass mein Pferd die Brust gegen das Gatter drängte, streckte er die Hand aus, um die Kette zu lösen, und ging dann mürrisch den Dammweg voraus. Beim Betreten des Hofraumes rief er: "Joseph, nimm Mr. Lockwood das Pferd ab, und bring Wein herauf!" 'Dies wird wohl das ganze Gesinde sein', überlegte ich, als ich diesen zusammenfassenden Befehl vernahm. 'Kein Wunder, dass Gras zwischen dem Pflaster wächst und die Hecken nur von den Rindern gestutzt werden.' Joseph war ein ältlicher, nein, ein alter Mann; vielleicht war er sogar sehr alt, obwohl gesund und sehnig. "Gott behüte!" sagte er grämlich und missvergnügt vor sich hin, während er mir mein Pferd abnahm, und blickte mir dabei so verdriesslich ins Gesicht, dass ich den mitleidigen Schluss zog, er bedürfe wohl göttlicher Hilfe, um sein Mittagessen zu verdauen, und sein frommer Stoßseufzer könne sich nicht auf meine unerwartete Ankunft beziehen. 'Wuthering Heights', Sturmhöhe, heisst Mr. Heathcliffs Besitztum. 'Wuthering' ist ein trefflicher mundartlicher Ausdruck, um den Aufruhr der Lüfte zu beschreiben, dem dieser Ort bei stürmischem Wetter ausgesetzt ist. Die Leute dort oben müssen zu allen Zeiten kräftig durchgeblasen werden. Man kann sich die Gewalt des Sturmes, der um die Ecke bläst, recht vorstellen, wenn man die paar schiefgewehten dürftigen Kiefern am Ende des Hauses betrachtet und eine Reihe dürrer Dornbüsche sieht, die alle ihre Arme nach einer Seite strecken, als wollten sie die Sonne um ein Almosen bitten. Zum Glück hatte der Baumeister ein festes Haus hingesetzt: die schmalen Fenster sind tief in die Mauer eingelassen und die Ecken durch große vorstehende Steine gesichert. Bevor ich über die Schwelle schritt, verhielt ich, um eine Menge grotesker Schnitzereien zu bewundern, die verschwenderisch an der Vorderseite und besonders am Haupteingang angebracht waren. Über diesem entdeckte ich mitten in einem Wirrwarr von zerbröckelnden Greifen und nackten kleinen Putten die Jahreszahl 1500 und den Namen Hareton Earnshaw. Ich hätte gern ein paar Bemerkungen gemacht und den mürrischen Eigentümer um eine kurze Geschichte des Hauses gebeten, aber seine Haltung an der Tür schien meinen schleunigen Eintritt ode

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