text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Töchter wie wir Roman von Kunrath, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.01.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Töchter wie wir

Drei Frauen. Drei Töchter. Drei Leben.
Einen Tag vor ihrem vierzigsten Geburtstag zieht Mona ein unbefriedigendes Resümee. Nichts wollte sie lieber als eine Familie und eigene Kinder. Stattdessen blickt sie zurück auf eine gescheiterte Ehe, hat wechselnde Partner, einen Job, der sie nicht ausfüllt und ein ziemlich kompliziertes Verhältnis zu Hella, ihrer Mutter. Die wollte immer nur schön sein und keine Kinder, trotzdem hat sie welche bekommen. Am gleichen Tag beobachtet Mona in einer Drogerie die zwölfjährige Shirin bei einem Diebstahl. Spontan hilft sie ihr aus der Klemme. Irgendetwas an dem seltsamen und abweisenden Mädchen rührt sie. Vielleicht kann Shirin eine Lücke in ihrem Leben schließen? Barbara Kunrath wurde 1960 geboren. Sie arbeitet als Geschäftsassistentin für einen Weinjournalisten. Sie hat zwei erwachsene Töchter und lebt mit ihrem Mann in der Nähe von Frankfurt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 368
    Erscheinungsdatum: 12.01.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843716505
    Verlag: Ullstein
    Größe: 651 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Töchter wie wir

2. Kapitel

Immer noch Dezember 2016
13. Mona

Im Büro war es mollig warm, das Thermostat zeigte sechsundzwanzig Grad. Sie hatte gestern Abend vergessen, die Heizung zu drosseln, und jetzt klebte ein fetter gelber Post-it-Zettel mit einem flüchtig hingeworfenen Ausrufezeichen am Regler. Irgendwer war schon hier gewesen.

Das Telefon blinkte. Jemand hatte versucht, sie zu erreichen. Sie beugte sich vor. Es war Christians Nummer, kein gutes Zeichen. Sie hob das Kästchen mit den Ausschreibungen hoch, dorthin hatte sie die Tabellen gestern kurz vor Feierabend noch schnell geschoben, aber da waren sie nicht. Sie ließ den Blick über den Schreibtisch gleiten, schaute in der Ablage nach und untersuchte sämtliche Schreibtischschubladen. Nichts. Dafür fand sie die Angebotsliste für ein anderes Projekt, die sie schon seit zwei Wochen suchte. Sie nahm sich die frei verteilten Papierstapel auf der Fensterbank vor und schaute auf dem Boden und sogar unter dem Schreibtisch nach. Es blieb beim Nichts.

"Mist!", murmelte sie.

"Kannst du mir einmal verraten, was das hier sein soll?" Christian betrat das Büro, die Tabellenblätter in der Hand.

"Ach, du hast sie. Gott sei Dank, ich hab schon alles abgesucht."

"Mona, was ist das hier?", fragte er ungehalten.

Sein Ton vertrug sich nicht gut mit ihrem schmerzenden Kopf. "Das äh, das sind die Zahlen, die du mir gegeben hast."

"Richtig. Und die solltest du nach Kostengruppen aufteilen. Du erinnerst dich?"

"Ja, natürlich. Ich bin ja auch dabei, wie du siehst. Gelb steht für Kostengruppe 300 , blau für 400 und ..."

"Sag mal, spinnst du? Wir sind hier doch nicht im Kindergarten. Und mal abgesehen davon ist beinahe die Hälfte der Zahlen noch nicht einmal markiert."

"Na ja, manche Positionen sind ja auch noch ziemlich unklar. Ich meine, welche Kostengruppe steht denn für die Module? Oder für ..."

"Mona, wir sind hier nicht in der Schule, hier gibt es auch keine Nachhilfe in Sachen Kostengruppen. Das ist alles hier drin geregelt." Er hielt ihr ein gelbes Fachbuch unter die Nase, Kostengruppen nach DIN 276 stand auf dem Deckblatt. "Dann schlag halt nach, wenn du was nicht weißt."

"Das ist eben kein Einfamilienhaus, sondern ein Millionenprojekt. So was lässt sich nicht einfach aus dem Ärmel schütteln."

"Ich denke, davon kann auch keine Rede mehr sein."

Sie griff nach der Kaffeetasse und versteckte ihr sich rötendes Gesicht. "Es gibt vielleicht auch noch andere Sachen, um die ich mich kümmern muss", murmelte sie.

Er seufzte und legte die Blätter auf ihren Schreibtisch. Dann stützte er sich mit den Händen ab und sah sie an. Er hatte die Stirn gefurcht und räusperte sich, ein schlechtes Zeichen.

"Mona, hast du dir schon einmal überlegt, ob das hier der richtige Job für dich ist? Die Probleme, die wir gerade diskutieren, sind ja nicht neu."

Mona senkte den Blick. Er hatte recht, natürlich hatte er recht. Trotzdem. Sie war älter als er und schon lange dabei. Länger als er. Er brauchte sie also nicht zu behandeln wie ein dummes Schulkind.

Christian sah sie an und schüttelte den Kopf. Ein komischer Zischlaut kam aus seinem Mund. Es klang wie zsssss .

Vielleicht war er aber auch nur sauer, weil sie ihn nicht zu ihrer Party eingeladen hatte. In Mona regte sich Wut. Unwirsch nahm sie ihm die Blätter aus der Hand. "Immer nur Zeitdruck und immer nur Sparen sind auch keine Lösung. Ich finde, wir könnten sogar aus so einem Quadratisch-praktisch-gut-Kasten noch was rausholen, wenn wir mehr auf Naturmaterialien setzen würden."

"So? Findest du?"

"Ja. Finde ich. Holz in Verbindung mit Sichtbeton zum Beispiel. Das würde dem Ganzen etwas von der langweiligen Atmosphäre nehmen und ..."

"Holz und Sichtbeton? Bist du

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen