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Tage der Wildblumen von Fisk, Kimberly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.05.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)
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Tage der Wildblumen

Hope Thompson lebt seit Jahren allein mit ihren Zwillingen in der Idylle von Tranquility Bay. Weil ihr Sohn an Leukämie erkrankt ist, nimmt sie jetzt Kontakt zu ihrer Jugendliebe Nick Fortune auf - nur er kann seinen Sohn retten. Aber Nick wusste bislang nicht einmal, dass er Vater ist. Und dennoch steht er Hope zur Seite und kämpft mit ihr gemeinsam um das Leben ihres Sohnes. Wird das Schicksal sie dieses Mal verschonen? Darf sie ihrer großen Liebe eine zweite Chance geben? Ein Sommer der Entscheidungen liegt vor Hope.

"Fisk feiert alles, was wirklich zählt im Leben: Familie, Freundschaft und die heilende Kraft der Liebe - diese Geschichte ist eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle."
New-York-Times-Bestsellerautorin Susan Wiggs

"Ein tolles Leseerlebnis, ein hochemotionaler Pageturner. Sie werden sich in diese Figuren verlieben, für die so viel auf dem Spiel steht. Empfehle ich sehr."
New-York-Times-Bestsellerautorin Susan Elizabeth Phillips

Kimberly Fisk ist Preisträgerin des Golden Heart Awards der RWA (Romance Writers of America). An der nordwestlichen Pazifikküste teilt sie sich das Heim mit ihrem Mann, drei Kindern - und zahlreichen Vierbeinern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 416
    Erscheinungsdatum: 02.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768270
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Originaltitel: Boardwalk Summer
    Größe: 1968 kBytes
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Tage der Wildblumen

1. Kapitel

Das Telefon lag schwer in Hope Thomsons Hand. Sie strich über die Tasten und verharrte unbewusst bei den Ziffern. Gleich würden sie Hope mit einer Stimme verbinden, die sie seit fast sechzehn Jahren nicht mehr gehört hatte.

Hope dachte daran, sich in einem Schrank zu verstecken. Wenn sie nur von Dunkelheit umgeben wäre, würde ihr der Anruf vielleicht weniger schwerfallen. Ihr war jedoch klar, dass die Dunkelheit Erinnerungen nicht einfach aussperrte - im Gegenteil, vermutlich würde sie wie ein Verstärker wirken und selbst zu einer großen schwarzen Leinwand werden, auf der sich die Erinnerungen in Endlosschleife wiederholen konnten, bis an Schlaf nicht mehr zu denken war.

Sie nahm den Teebecher vom Beistelltisch neben dem Sofa und trank einen Schluck. Der Tee war kalt. Hope erhob sich, um ihn wieder aufzuwärmen, hielt jedoch mitten in der Bewegung inne. Das waren doch alles nur Versuche, das Unausweichliche hinauszuzögern. Also setzte sie sich wieder, griff zum Telefon und wählte schnell, ehe sie gänzlich den Mut verlor.

"Hallo?"

Hope umklammerte das Telefon. Sechzehn Jahre. Es war sechzehn Jahre her, seit sie die Stimme ihrer Mutter zuletzt gehört hatte, doch es fühlte sich an, als wäre es gestern gewesen. "Hallo, Mo... Claire."

Eine lange Pause entstand, dann hörte sie: "Charlotte, bist du das?"

Hope spürte einen Stich im Herzen. Wieso hatte sie geglaubt, ihre Mutter würde sie erkennen? "Nein. Ich bin's. Hope."

Ein leises Rascheln drang durch die Leitung, und Hope wusste, dass ihre Mutter sich auf dem Plastikschonbezug des Sofas bewegt hatte. "Hope?"

"Ich weiß, Claire. Es ist lange her."

Nach so vielen Jahren hätte es unendlich viele Dinge geben sollen, die sie einander hätten sagen können. Eine Million winziger Details, die das Leben ausgemacht hatten, ihr eigenes, das ihrer Mutter sowie das der beiden Enkelkinder, die Claire niemals hatte kennenlernen wollen. Stattdessen wusste Hope nicht, wo sie anfangen und was sie sagen sollte. Sie könnte so beginnen: Deine Enkelkinder heißen Joshua und Susan. Sie sind intelligent und hübsch und machen mich jeden Tag stolz. Oder so: In ein paar Monaten werden sie sechzehn und können es kaum erwarten, dann endlich ihren Führerschein zu machen. Joshua liebt Football, Musik und Autos. Er hat gerade seine erste feste Freundin, und ich weiß nicht, ob ich mich darüber freue oder ob es mir Angst macht. Und Susan. Sie ist so, wie ich auch gerne wäre: selbstbewusst, klug und witzig. Sie ist Klassensprecherin und zum zweiten Mal in Folge Mannschaftsführerin ihres Fußballteams geworden.

Doch Hope wusste, dass sie nicht um den heißen Brei herumreden, sondern ihrer Mutter die schonungslose Wahrheit sagen musste: Mein Leben gerät gerade zum zweiten Mal völlig aus den Fugen , und dieses Mal brauche ich dich. Wir brauchen dich. Bitte lass uns nicht wieder im Stich.

Sie war dreiunddreißig Jahre alt, und doch zögerte sie, denn sie fürchtete sich vor der Ablehnung, die sie in der Stimme ihrer Mutter hören würde. Stattdessen hörte sie sich fragen: "Wie ist es dir ergangen?"

"Ganz gut. Ziemlich gut sogar, abgesehen von meinem Garten. Wir hatten hier diese schreckliche Hitzeperiode. Ich hätte ihn mulchen müssen, das wäre gut gewesen. Sue Ellen von Piggly Wiggly hat mir noch erzählt, dass sie ihren Garten mulchen wollte, aber ich dachte, ich könnte mir das sparen. Übrigens habe ich letzte Woche eine Klimaanlage bekommen. Hast du eine?"

Eine Klimaanlage. Nach all den Jahren wollte ihre Mutter wissen, ob sie eine Klimaanlage besaß. "Nein, habe ich nicht."

"Na ja, ich schätze, da oben im Pazifischen Nordwesten brauchst du die auch nicht. Bei dem vielen Regen. Hab noch nie verstanden, wie jemand freiwillig irgendwo leben will, wo es in neun von zwölf Monaten regnet."

"Das habe ich mir nicht ausgesucht."

Clai

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