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Tausend Worte Roman von Collins, Ciarán (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.04.2014
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Tausend Worte

Tausend Wörter am Tag soll er schreiben. Das hat Dr. Quinn ihm verordnet. Doch Charlie will nicht schreiben, füllt Seite um Seite, beschimpft den Leser, die Welt, sich selbst und alles darin, ohne sich an das, was ihn zum Psychiater geführt hat, heranzutrauen. Denn "es ist eine traurige Geschichte und sie macht euch vielleicht wütend und sie ist passiert und es kommen Leute darin vor. Und einige davon sind jetzt tot." Charlie ist der "Gamal", der Dorftrottel, und er weiß einfach nicht, wo er beginnen soll: Ganz am Anfang, als James neu auf die Schule kommt, und Charlie sein Freund wird? Oder mit Sinéad, die so wunderbar singt und gemeinsam mit den beiden von einem anderen Leben träumt, weit weg, in Dublin oder Amerika? Oder mit dem Tag, an dem all das Schlimme passiert ist, weshalb er nun hier sitzt. Ciarán Collins' Roman ist so vieles: eine moderne Fassung von "Romeo und Julia", ein spannender Krimi, eine Story voll Fantasie und überraschenden Einfällen. Aber auch eine neue große Stimme aus Irland - schnoddrig, respektlos, von mitreißender Komik und mit einem unvergesslichen Helden. Ciarán Collins, geboren 1977, wuchs in einem irischen Dorf auf und studierte englische und irische Literatur am University College in Cork. Er lebt mit Frau und Tochter in Kinsale, Irland, und unterrichtet als Lehrer an seiner ehemaligen Schule. "Tausend Worte" ist sein erster Roman.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 14.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783827076922
    Verlag: Berlin Verlag
    Größe: 4584 kBytes
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Tausend Worte

Es war einmal
Es war einmal und vor langer Zeit. Na ja, nicht ganz so lang. Fünf Jahre. Lang genug. Ein Fünftel meines Lebens, oder was? Also bin ich jetzt fünfundzwanzig, für den Fall, dass Rechnen nicht eure Stärke ist. Es waren einmal zwei Liebende namens Sinéad und James. Und jetzt mal kurz Pause. Nur um gleich von Anfang an ein paar Dinge klarzustellen.
Scheiße lesen
Erwartet jetzt bloß keine umständlichen grandiosen blumigen poetischen pittoresken Pisspassagen in diesem Buch, die erklären, wie irgendwas aussieht. Wenn ich dermaßen ins Detail gehen muss, werde ich ein Foto machen oder ein Bild zeichnen. Und zwar für Leute wie mich, die Lesen hassen. Ich habe Lesen immer gehasst und meine Zeit nie mit Büchern verschwendet, auch wenn ich wusste, dass ich später keine Phantasie haben würde, wenn ich als Kind nicht eine Menge gelesen hätte. Ich habe Musik gehört oder manchmal mit meinem Vater vor der Glotze gesessen. Dabei brauchte man keine Phantasie und Phantasie war mir egal. Wilbur und Charlotte und Enid Blyton und die ganze Bande waren nur ein Haufen Trottel, fand ich. Einmal, als meine Lehrerin mir bei der Rechtschreibung half, musste ich wieder und wieder und wieder die Buchstaben KALTKALTKALTKALTKALT sagen. Dann fragte sie, welches Wort kommt dabei heraus, und ich sagte, "Traktor", und die ganze Klasse lachte mich aus. Und ich fragte sie, warum die anderen lachten, und sie sagte: "Die lachen über dich." Und ich fragte, "Warum?", und dann sie: "Du bist ja sogar zu blöd zu begreifen, dass sie über dich lachen." Ich nickte nur und setzte mich. Ich wusste, sie würde mich nicht wieder aufrufen. Ich war ein hoffnungsloser Fall. Betet zum heiligen Judas Thaddäus, dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle. Hätten wir nicht was Besseres zu tun, als den Scheiß zu lesen? Das sagte ich zu ihr, als ich mich setzte. Die ganze Klasse lachte und kicherte und schüttelte den Kopf, und Mrs Fatty Fitzhenry schickte mich zum Direktor; den Rest weiß ich nicht mehr. Strafarbeit, nehme ich an. Fünfzigmal schreiben, was ich nicht darf, und einen Brief nach Hause, den meine Mutter nicht lesen konnte.
Mrs Fatty Fitzhenry sagte mir ständig, ich solle Sinéad in Ruhe lassen und nicht dauernd hinter ihr herdackeln, aber das tat ich doch gar nicht. Fette Kuh.
Aber jedenfalls, so war ich, als ich klein war, und so bin ich jetzt. Ich bin nicht alt, aber ich bin älter als damals, und ich bin schon aus ein oder zwei Klemmen rausgekommen und noch immer ziemlich ganz.
Ich war total besessen von ihr, wird mir gesagt. Dieser Gehirnklempner, bei dem ich neulich war, Dr. Quinn, schickt mich auch noch zu anderen Gehirnklempnern. Aber mein wichtigster von der Sorte ist Dr. Quinn. Aber dieser Typ neulich hat mir also gesagt, dass Leute mit Persönlichkeitsstörungen oft von Menschen besessen sind, denen sie irgendwo begegnen. Aber er hat Sinéad doch gar nicht gekannt. Alle, die Sinéad jemals kennengelernt haben, waren ein bisschen besessen von ihr. Jung und Alt. Und nicht nur Männer. Auch Frauen. Die Frauen redeten, wo sie auch ging und stand. Wie eine Glocke, die geläutet wird, oder ein schüchtern erzähltes Wunder. Das Letzte hab ich von irgend so einem Dichter geklaut. Der alte Master Higgins hat uns das beigebracht. Die Männer, die sie gesehen hatten, tranken tief und blieben stumm. Wenige im Kerzenschein fanden sie zu stolz. Denn das Haus des Pflanzers erkennt man am Baum. Wenn die Nacht die See bewegte und Feuer eine Schar versammelte. Sie sagen, ihre Schönheit sei wie

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