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Tinder Stories: Ein Jahr voller Dates von Ritter, Marie Luise (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2019
  • Verlag: Piper Verlag
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 14.10.2019 per Download lieferbar

Online verfügbar

Tinder Stories: Ein Jahr voller Dates

"Natürlich, die besten Typen laufen einem an Kaffeetheken, auf Spaziergängen (Hund!) und vor allem dann, wenn man es nicht erwartet über den Weg - manchmal aber eben auch bei Tinder" Influencerin Luise ("Luiseliebt") erzählt über ihr Single-Jahr mit Tinder-Dates:Authentisch, schonungslos ehrlich und maximal lebensbejahend Marie Luise Ritter,28Jahre, ist Single und will es auch bleiben. Trotzdem möchte sie nicht auf Männer und Begegnungen mit ihnen verzichten. Also meldet sie sich bei Tinder an und stürzt sich ins Abenteuer Dating. Dabei erlebt sie komische, traurige aber überwiegend erfüllende und bereichernde Situationen. Und aus jeder einzelnen nimmt sie etwas für sich mit. Sie erlebt vorsichtige Dating-Versuche, innige Freundschaften und die immer wiederkehrende Frage, was man in Dating Apps wie Tinder eigentlich sucht - und ob man überhaupt etwas suchen sollte. Ein Buch übers Erwachsenwerden und Sich-selbst-Finden inderGroßstadt - und vor allem eine Liebeserklärung an das Leben und die Liebe! Marie Luise Ritter, 28, ist studierte Journalistin und hat sich erst Hamburg und jetzt Berlin zur Wahlheimat gemacht. Als Influencerin mit dem Fokus auf persönliche, authentische Geschichten nimmt sie ihre Leser auf Instagram unter @luiseliebt mit - auf Reisen und Festivals, auf ihre Dates und auf die Suche nach der Liebe.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 14.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492986441
    Verlag: Piper Verlag
    Größe: 3032 kBytes
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Tinder Stories: Ein Jahr voller Dates

Leon

Er: Schönes Match, dann sage ich hiermit mal freundlich Hallo!

Ich: Hi Leon. Hattest du einen schönen Sonntag?

Er: Hab die Sonne genossen und bin gerade zurück in Hamburg. Und du?

Ich: Auf dem Balkon gelesen und mir mal wieder Tinder runtergeladen.

Er wirkt groß, hat dunkles Haar, und seine Fotos zeigen ihn im Anzug mit einem kleinen Struppi-Hund vor einer Häuserzeile. Ich steh auf Anzüge. Er sieht wirklich gut aus. Wir schreiben vielleicht zehn, fünfzehn Minuten über Belangloses, als er vorschlägt, lieber über Sprachnachrichten zu kommunizieren. Naiv wie ich bin, schicke ich ihm meine Nummer. Eine Sache, die meine Freundin Janne am nächsten Tag, als ich ihr von meiner neuen Online-Bekanntschaft erzähle, kommentiert mit "Alter, spinnst du? Nie-nie-niemals so schnell die eigene Nummer auf Tinder rausgeben!" Aber dazu später mehr. Als er spontan nach einem Date für den Abend fragt, fühle ich mich nach Monaten des Verkriechens gerade mutig und draufgängerisch. Ich bin heute sogar geschminkt, meine Haare liegen gut und ich habe ein richtiges Outfit an. Weiße Hose, blau gestreifte Bluse, dazu sommerliche Sandalen. Ich fühle mich wohl. Also sage ich zu. Er schlägt ein Restaurant einer italienischen Kette in meiner Nähe vor, nichts Besonderes, aber für so einen ungeplanten Sonntagabend und den schnellen Hunger völlig okay. Ich füttere meinen Hund, streiche noch einmal kurz meine Bluse glatt, nehme Geld und Handy und mache mich auf den Weg.

"Du datest bestimmt viel, oder?" Er zwinkert mir über unsere Teller hinweg zu.

"Ich habe mir Tinder vorhin erst runtergeladen, wie ich geschrieben habe."

"Ach, das glaube ich dir nicht", erwidert er. "Du siehst eher aus wie eine ganz Wilde, die von niemandem die Finger lassen kann."

Wir sitzen ungefähr seit zwanzig Minuten im Restaurant am Fenster, ich bleibe eigentlich nur, weil ich Hunger habe. Es ist mehr als nur schrecklich. Ich fühle mich wirklich wie im falschen Film. Leon und ich, wir reden aneinander vorbei, tauschen Satzfetzen aus und sind eigentlich nur zwei Fremde, die nichts gemeinsam und sich nicht wirklich was zu sagen haben. Dass das hier nichts ist, muss uns beiden doch klar sein. Zwischen uns ist nichts, kein Funke, kein Verständnis, kein Interesse. Trotzdem gibt er sein Bestes, Witze zu reißen, viele auf meine Kosten. Er macht Bemerkungen zu meinem Äußeren, die mehr als daneben sind, und bedient dabei alle sexistischen Klischees. Als ich mich gerade ernsthaft frage, in was ich mich da hineinmanövriert habe, weil ein Date ja kaum schlimmer und zäher sein kann, sagt er ganz langsam, wie in Zeitlupe: "Weißt du, was wirklich schön wäre? Wenn ich jetzt hier meine Hose runterziehen könnte und du mir unter dem Tisch einen blasen würdest." Ich pruste laut los, ohne, dass seine Worte wirklich zu mir durchdringen, und entgegne mit aller Schlagfertigkeit, die ich in diesem Moment aufbringen kann, dass das doch nun wirklich niemand sehen will. Ich bin völlig perplex. Es wäre richtiger und wichtiger gewesen, an dieser Stelle aufzustehen und zu gehen. Er fasst mein Lachen als Mitspielen auf, als gekonnten Sarkasmus, als Flirten vielleicht, und fühlt sich bestätigt, noch mehr Grenzen zu überschreiten. Dabei meine ich das völlig ernst, auch wenn ich dabei lache. Im Lachen verstecke ich meine Unsicherheit, so mache ich das schon immer. Als wir das Restaurant verlassen, streift er meine Hand und macht eine anerkennende Bemerkung zu meinem Po in der weißen Hose. Es schüttelt mich lautlos vor Ekel. Er ist groß und breit gebaut, und sein forsches, übergriffiges Auftreten macht mir zu viel Angst, als dass ich angemessen reagieren könnte.

Leider wohne ich viel zu nah am Restaurant, um ihn abschütteln zu können. Unten an der Tür stelle ich mich zwischen ihn und den Türrahmen, murmele mehrmals etwas wie "Ich gehe dann jetzt mal schlafen, danke", aber e

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