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Truly Madly Guilty Jede Familie hat ihre Geheimnisse. Roman von Moriarty, Liane (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.05.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Truly Madly Guilty

Erika hatte eine schwere Kindheit und fand in der Familie ihrer Freundin Clementine stets Halt und Geborgenheit. Auch heute ist Clementine ihr Zufluchtsort und hofft in einem delikaten Fall auf Hilfe: Sie und ihr Mann Oliver sind ungewollt kinderlos, und Erika möchte die Freundin um einen mehr als großen Gefallen bitten. Als sie das Thema bei einem gemütlichen Barbecue anspricht, nehmen Ereignisse ihren Lauf, die in einer Katastrophe münden. Ist ihre Freundschaft stark genug, um diese zu überstehen?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 25.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556663
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Truly Madly Guilty
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Truly Madly Guilty

Kapitel eins

"Die folgende Geschichte beginnt mit einer Grillparty", sagte Clementine. Das Mikrofon verstärkte und glättete ihre Stimme und verlieh ihr mehr Autorität. Als wäre sie am Computer bearbeitet worden. "Eine ganz normale Grillparty in einem ganz normalen Garten."

Na ja, ein ganz normaler Garten war es wohl kaum, dachte Erika. Sie schlug die Beine übereinander, schob den einen Fuß hinter den Knöchel des anderen Beins und schnaubte leise. Kein Mensch käme auf die Idee, Vids Garten als "ganz normal" zu bezeichnen.

Erika saß in der Mitte der letzten Reihe im Veranstaltungssaal unmittelbar vor der gekonnt renovierten Bücherei in einem Vorort fünfundvierzig Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Fünfundvierzig , nicht dreißig Minuten, wie der Angestellte des Taxiunternehmens gesagt hatte, der es doch eigentlich besser hätte wissen müssen.

Es waren ungefähr zwanzig Leute da, aber die Klappstühle hätten auch für vierzig Personen gereicht. Gekommen waren hauptsächlich ältere Menschen mit aufmerksamen, erwartungsvollen Gesichtern. Sie hatten sich vom Regen nicht abhalten lassen (ja, es regnete schon wieder - ob es wohl jemals aufhören würde?). Die intelligenten, informierten Senioren hatten sich an diesem Vormittag eingefunden, um sich auf der Versammlung der Ortsgruppe von Community Matters mit neuen, aufregenden Informationen versorgen zu lassen. "Ich habe heute eine unglaublich interessante Frau reden hören", wollten sie später ihren Kindern und Enkelkindern erzählen können.

Erika hatte auf der Website der Bücherei die Ankündigung von Clementines Vortrag gelesen. Der Text war kurz und nicht besonders informativ gewesen:

Clementine Hart aus Sydney, Mutter und bekannte Cellistin, spricht über einen "ganz normalen Tag", wie sie ihre Geschichte nennt.

Clementine eine bekannte Cellistin? Das schien ein bisschen weit hergeholt.

In den fünf Dollar Eintritt waren neben den Vorträgen der beiden Gastredner auch ein köstliches selbst zubereitetes Frühstück sowie die Teilnahme an einer Verlosung enthalten. Der zweite Redner würde über die umstrittene Neugestaltung des hiesigen Schwimmbads sprechen. Erika konnte im Hintergrund das gedämpfte Klappern von Geschirr hören, als die Tische für das Frühstück gedeckt wurden. Sie hielt ihr flattriges Tombola-Los fest im Schoß. Sie hatte keine Lust, es in ihre Handtasche zu stecken und es dann bei Beginn der Verlosung wieder hervorkramen zu müssen. Blau, E 24. Wie ein Gewinn-Los sah es nicht aus.

Die Frau unmittelbar vor Erika hatte ihren grauen Lockenkopf wohlwollend und aufmerksam zur Seite geneigt, allem Anschein nach bereit, Clementine in jedem Punkt zuzustimmen. Das Etikett an ihrer Bluse schaute heraus. Größe 42. Vom Discounter Target. Erika streckte die Hand aus und steckte es in den Kragen zurück.

Die Frau drehte sich zu ihr um.

"Das Etikett", flüsterte Erika.

Die Frau bedankte sich mit einem Lächeln, und Erika beobachtete, wie ihr Nacken sich zartrosa färbte. Der Mann mittleren Alters neben ihr, vielleicht ihr Sohn, hatte sich einen Strichcode wie auf der Verpackung eines Supermarktprodukts hinten auf den braun gebrannten Hals tätowieren lassen. Sollte das witzig sein? Ironisch? Symbolisch? Erika hätte ihm gern gesagt, dass das idiotisch war und sonst gar nichts.

"Es war ein ganz normaler Sonntagnachmittag", fuhr Clementine fort.

Eine auffällige Häufung des Wortes "normal". Es schien, als legte Clementine Wert darauf, sich diesen normalen Menschen aus einem normalen Vorort als eine der Ihren zu präsentieren. Erika stellte sich vor, wie Clementine in ihrem Shabby-Chic-Sandsteinreihenhaus, von wo man einen Blick aufs Meer erhaschen konnte, an dem kleinen Esszimmertisch saß - vielleicht auch an Sams unrestauriertem antiken Schreibtisch - und ihre gemeinschaftsorientierte kleine Rede schrieb. Sie sah Clementine förmlich vor sich, wie sie auf dem B

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