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Unter der Macht Roms - Eine neue Hoffnung Historischer Roman zur Zeit Neros und des Urchristentums von Kronenheim, Alexander (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Unter der Macht Roms - Eine neue Hoffnung

Historischer Roman zur Zeit Neros, welcher die täglichen Widrigkeiten, gepaart mit römischen Grausamkeiten, beschreibt, unter denen das frühe Christentum zu leiden hatte. Auszug: Hilderich hatte im Kampf mit dem Hoplomachen eine Schenkelwunde erhalten. Obwohl nicht sehr gefährlich, blutete sie doch stark und schwächte ihn. Müde lehnte er sich auf sein Schild, als der Befehl in die Arena kam, dass die beiden Germanen gegeneinander kämpfen sollen. Gernot blickte erschrocken auf seinen Bruder, der bleich, blutend und müde, immer noch auf seinen Schild gestützt in der Arena stand. Gegen ihn sollte er das Schwert zücken, das er noch rauchend und blutig in der Hand hielt. Es wurde ihm schwarz vor den Augen, in unsäglicher Angst drehte er sich zum kaiserlichen Balkon, und hob den Zeigefinger um Gnade bittend zum Kaiser empor. Er hatte sich geschworen: Kein Römer sollte ihn demütigen! Und nun musste er vor versammeltem Volk um Gnade bitten. Nicht um ein Königreich hätte er es getan, um seinen Bruder musste er es tun!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 31.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741223266
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 558kBytes
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Unter der Macht Roms - Eine neue Hoffnung

1. Kapitel

Es war nicht zum Durchkommen!

In allen Straßen und Gassen, die sich eng und verwinkelt zum Forum Romanum hinzogen, wogte eine dichtgedrängte, bunte Menge von Männern, Weibern und Kindern, meist in festlich gefalteten, weißen Trauertogen, aber stark untermischt mit Afrikanern, blond- oder rothaarigen Germanen, kahlköpfigen Ägyptern, tätowierten Wilden aus Britannien, wachsfarbigen Asiaten; Kopf an Kopf schoben sich die Massen laut schreiend und gestikulierend hin und her, teils zu Fuß oder in Sänften, die von Sklaven getragen wurden, teils auf Elefanten, die von einem auf dem Hals sitzenden Sklaven mit einem spitzen Stecken gelenkt wurden, oder zu Pferd. Priesterzüge mit ihren Götterbildern auf Tragbahren, hohe Beamte, die trotz ihrer Liktoren, die ihnen vorangehend, Platz zu machen suchten, nur langsam vorwärts kommen konnten und vornehme Römer mit ihrem zahlreichen Gefolge von Klienten, versuchten sich Bahn zu brechen und zum Palatin durchzudringen, um sich dort dem Konsekrations-Zug 1 anzuschließen. - Das Forum glich einem Versammlungsort der ganzen bekannten Welt.

An der Mündung eines hügeligen, schmalen Gässchens in die Via Sacra 2 , wo sich in gewöhnlichen Tagen eine Garküche befand, in der nach römischer Mode auf offener Straße gebacken, gekocht und verkauft wurde, hatte sich eine Anzahl Handwerker um einen hässlichen, verwachsenen, kleinen Knirps gruppiert, der auf einer etwa fußhohen Untermauerung stand, die sonst zur Aufnahme eines Kessels mit siedendem Öl diente, in welchem die mannigfachen plebejischen Leckerbissen gesotten wurden.

"Liebster Cornelius, tu' mir den Gefallen und schiebe den dicken Barbier auf die Seite; der Mensch hat einen Kopf wie ein Kürbis; ich kann nicht das Geringste sehen!"

"Ei, du kleines buckliges Scheusal," ereiferte sich der Barbier, "warum wächst du nicht wie alle anderen anständigen Leute gerade in die Höhe? Ist es überhaupt erlaubt, mit einem solchen unförmlichen Buckel, solchen schiefen Knien und hängenden Schlappohren die Welt zu verunstalten und den Platz zu versperren? Was geht dich mein Kopf an?"

"Er muss herunter; geh, lieber Cornelius, nimm ihn herunter."

"Der Zug kommt, der Zug kommt!" erscholl es plötzlich von allen Seiten.

"Siehst du den Zug, Vatinius?"

"Nein," sagte der Bucklige wieder, "es ist noch nichts zu sehen."

"Nun so wünschte ich, der neue Gott möchte sich ein wenig beeilen; wir stehen nun schon so lange Stunden hier."

"Glaubst du, Cornelius, dass das so rasch geht? Man kann doch einen neuen Gott nicht so ohne weiteres im Backofen backen!"

"Ich glaube, wenn es nach dem guten Kaiser Claudius gegangen wäre, so hätten wir uns noch lange mit den alten Göttern behelfen müssen. Es war gewiss nicht sein Wille, so rasch und plötzlich zum Gott zu werden."

"Eh" - machte der kleine Vatinius, indem er in höchst drolliger Weise die Kopfhaut in die Stirn hereinzog - "man munkelt allerlei."

Die Umstehenden, die zuerst über die komische Bewegung der Gesichtsmuskeln des Zwerges gelacht hatten, spitzten nun die Ohren und fragten kreuz und quer. Vatinius fuhr mit einer gewissen Lebendigkeit und Aufgeräumtheit fort, als ob es ihm besonderes Vergnügen bereiten würde, seine giftigen Kommentare über die Sache auszulassen:

"Ei, was wollt ihr denn? Ihr seid ja alle Klötze; ihr habt einen neuen Gott und werdet nun wissen, wem ihr eure Böcke, eure Lämmer, eure Ochsen opfern müsst, wenn ihr euch mit den Mächtigen in Rom gutstellen wollt. Was kümmert es euch denn, woher der Gott kommt und wie er gemacht wird? Wir haben da eine Schüssel voll appetitlicher, delikater Schwämme, wie sie der Kaiser gern aß. Hätte er sie nicht gern gegessen, so hätten wir heute vielleicht noch keinen neuen Gott, er aß sie aber gern und starb daran. Ob nun die Schwämme von Natur giftig waren, oder erst vergiftet wurden, ob das Rezept von dem kaiserlichen Leibkoch Xenophon, oder von

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