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Venus & Faunus Liebespfade von Tal, Mira (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.09.2017
  • Verlag: Cupido Books
eBook (ePUB)
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Venus & Faunus

'Liebespfade' - der dritte Band der Reihe Venus & Faunus! Langsam finden Gesa und Enver nach der schrecklichen Entführung zurück in den Alltag - doch der ist mehr als turbulent! Inmitten des Aufbaus ihrer neuen Firma erleben ihre Freunde Toni und Andy Freud und Leid des Outings; Eva und Cem lassen sich in München nieder, Chrissy wagt einen mutigen Schritt, Onkel Ilja wächst über seine Ängste hinaus, und die süßen Zwillinge Eda und Pina halten alle ganz schön auf Trab. Da kündigt sich auch noch ein Gast an, der Gesa nicht kalt lässt! Und, als wäre das nicht Belastung genug, stellt Enver das Vertrauen seiner geliebten Mistkröte durch eine heimliche Aktion auf eine harte Probe. Werden sie es dennoch schaffen, ihre Liebe zu festigen? Liebevoll und einfallsreich verknüpft Mira Tal in diesem dritten und letzten Band der Reihe Venus & Faunus lose Enden zu einer aufregend unterhaltsamen Geschichte voller Romantik, Sinnlichkeit und Humor. Leseprobe und alle erhältlichen Ausgaben finden Sie auf www.cupido-books.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 356
    Erscheinungsdatum: 18.09.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944490120
    Verlag: Cupido Books
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Venus & Faunus

Fliegen lernen

"Was machst du da, Junge? Das Vorzimmer meiner Sekretärin ist keine Leihbücherei", hörte Sami die strenge Stimme seines Onkels. Nur schwer riss er sich von der Akte los, die er auf dem Tisch entdeckt und neugierig aufgeschlagen hatte. Die Fälle, mit denen Ilja als Rechtsanwalt in Istanbul befasst war, drehten sich hauptsächlich um Strafdelikte und lasen sich teilweise wie Krimis. Sami graute es vor den Dingen, die er in seiner ersten Praktikumswoche erfahren hatte. Dennoch und trotz seiner holprigen Türkischkenntnisse konnte er nicht aufhören, in den Verfahrensunterlagen zu stöbern.

Sein jüngster Onkel stand hoch aufgerichtet vor ihm und sah mit diesem Rechtsanwaltsblick zu ihm hinunter, den er sonst im Gerichtssaal in Richtung Gegenseite warf. Es war zudem merkwürdig, jemandem ins Gesicht zu schauen, der die gleiche schlaksige Statur und dunkelblauen Augen hatte wie man selbst. Sami wusste, dass er die fehlenden zehn Zentimeter Körperhöhe bald aufholen würde. Er war schließlich erst sechzehn, und den nächsten Wachstumsschub spürte er bereits in den Knochen. "Dunja ist vorhin gegangen, und weil das Licht hier besser ist als im Archiv, habe ich mich an ihren Platz gesetzt", erklärte er.

Ilja seufzte ungehalten. "Wann ist sie aufgebrochen?"

"Vor einer halben Stunde." Sami schaute fragend. "Müsste sie nicht bis fünf bleiben?"

Ilja wich seinem neugierigen Blick aus. "Äh, schon gut", murmelte er, machte auf dem Absatz kehrt und eilte in Richtung seines Büros. Dort drehte er sich noch mal zu ihm um. "Kannst du das Diktierprogramm bedienen?"

"Dunja hat es mir gezeigt. Allerdings kenne ich mich mit den gerichtlichen Vorlagen nicht aus."

Sein Onkel hob die Hand, wobei ein Diktierband zum Vorschein kam. "Es ist nur ein einfacher Brief in Englisch. Es genügt, wenn du ihn auf dem Briefbogen ausdruckst und mir zur Unterschrift vorlegst."

"Das kriege ich hin." Sami nahm das Band entgegen.

"Danke", sagte Ilja erleichtert und sein Blick fiel auf die Akte, die sein Neffe zur Seite schob. "Man sollte meinen, dass die Menschheit aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hätte, nicht wahr?", bemerkte er. Sami nickte stumm und erkannte augenblicklich, dass sein Onkel ahnte, was los war - und richtig: "Du wirst Architekt, wie dein Vater, nicht wahr?", erriet er sogleich.

"Mit Zahlen und Fakten komme ich einfach besser zurecht als mit zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen dieser Ausmaße", gestand er. "Alles ist so verwirrend."

"Du bist ganz der Sohn deines Vaters", lachte Ilja. "Herzlichen Glückwunsch zu deiner Entscheidung, Junge."

"Danke."

Sami atmete erleichtert auf, nachdem die Bürotür hinter seinem Onkel leise ins Schloss gefallen war. Nun war es also offiziell: Architektur statt Rechtswissenschaften. Was Gesa und Enver wohl dazu sagen werden? Er öffnete das Schreibprogramm und bereitete das Diktiergerät vor. Es knarzte, dann ertönte die klare Stimme seines Onkels in einwandfreiem Englisch. Samis Finger glitten bedächtig über die Tastatur. "... greatful for this opportunity, but ..." Im Vergleich zu Dunja arbeitete er im Schneckentempo, doch das war immer noch besser, als wenn die Arbeit liegen blieb.

Er war nun seit zwei Wochen bei seinen türkischen Großeltern zu Besuch. Und vor einer Woche hatte er sein Praktikum in der Partnerkanzlei seines jüngsten Onkels begonnen. Das Gebäude war etwas vertrackt geschnitten, sodass die anderen Anwälte nur über die Flure erreichbar waren. Die Wirtschaftskanzlei von Yassin, seinem anderen Onkel, lag direkt über ihnen. Es war wirklich spannend, die beiden im Gerichtssaal in Aktion zu erleben, aber er kam wohl doch nach seinem Vater, der für Auswüchse menschlicher Handlungsweisen

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