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Verführt von dem falschen Lord? von Boyle, Elizabeth (eBook)

  • Erschienen: 15.07.2016
  • Verlag: CORA Verlag
eBook (ePUB)
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Verführt von dem falschen Lord?

'Tragen Sie Rot, damit ich Sie erkenne!' Daphnes Herz klopft zum Zerspringen, als sie die Worte liest. Seit sie auf die Heiratsanzeige eines Mr. Dishforth geantwortet hat, schreiben sie sich zunehmend zärtlich. Und auf dem heutigen Ball wird sie ihn endlich kennenlernen. Als ein attraktiver Fremder sie auffordert, ist Daphne sicher: Er ist ihr geheimnisvoller Briefeschreiber! Ein Märchen scheint wahr zu werden - bis Daphne schockiert den Namen ihres Tanzpartners erfährt: Henry Seldon! Seit Jahrhunderten tobt eine Fehde zwischen Daphnes Vorfahren und der skandalösen Seldon-Familie. Wo ist Mr. Dishforth, um sie vor dem zügellosen Lord zu retten?

Produktinformationen

    Größe: 1191kBytes
    Herausgeber: CORA Verlag
    Untertitel: Historischer Liebesroman
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 400
    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    ISBN: 9783733765316
    Erschienen: 15.07.2016
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Verführt von dem falschen Lord?

PROLOG

Höchst vernünftiger Gentleman mit eigenem Vermögen sucht vernünftige Dame aus gutem Hause zum Briefwechsel sowie - gegebenenfalls, nach reiflicher Überlegung - nachfolgender Eheschließung.

Anzeige im Morning Chronicle

Zu Beginn der Saison 1810

N ein, nein und nochmals nein!", zeterte Lord Henry Seldon, als der Butler einen weiteren Postkorb ins Morgenzimmer brachte. "Nicht noch mehr von diesen unseligen Briefen! Verbrennen Sie sie, Benley! Hinfort, gehen Sie mir damit aus den Augen!"

Lady Henrietta Juniper, seine Zwillingsschwester und ehedem Lady Henrietta Seldon, sah von ihrem Teegedeck auf und mühte sich, ein Lachen zu unterdrücken, auch wenn es gar zu komisch war, wie Benley dort unschlüssig in der Tür stand und unter einem großen Weidenkorb wankte, der überquoll von offensichtlich unerwünschten Botschaften. "Stellen Sie ihn neben den anderen und hören Sie nicht auf Seine Lordschaft, Benley. Er ist heute früh ein wenig verstimmt."

Ein wenig verstimmt? Er kochte vor Wut, hätte Henry gern erwidert, doch er richtete seinen Zorn lieber auf das eigentliche Objekt seines Ärgernisses. "Das wirst du mir mit dem Leben bezahlen, Preston."

Preston, der nicht nur Henrys und Henriettas Neffe war, sondern auch der Duke of Preston und somit das Familienoberhaupt, duckte sich am Ende des Tisches hinter seine Zeitung und gab sich arglos.

Oh, wäre er es nur gewesen, aber von arglos konnte keine Rede sein. Gegenwärtig war er Henry mehr Fluch als Segen. Nicht nur hatte Preston sich mit seinem verwerflichen Tun, binnen weniger Wochen sage und schreibe fünf junge Damen ruiniert zu haben, auf die schwarze Liste der guten Gesellschaft katapultiert, nein, mittlerweile war sein Makel auch auf Henry und Hen abgefärbt, die auf einmal in kaum noch einem Hause empfangen wurden.

Als wären sie der Komplizenschaft schuldig.

"Du kannst Preston nicht umbringen", schritt Henrietta ein. Sie tupfte sich die Lippen mit ihrer Serviette ab und legte sie neben ihren Teller. "Wie würde das denn aussehen? Du bist sein Erbe. Das wäre schlechter Stil."

"Jawohl, schlechter Stil, da hast du es, Onkel", sagte Preston über seine Zeitung hinweg. Er nannte Henry nur dann "Onkel", wenn er ihn auf die Palme bringen wollte, betrug der Altersunterschied zwischen ihnen doch gerade mal sechs Monate - Prestons Großvater hatte die Zwillinge in unziemlich fortgeschrittenem Alter, quasi als einen Nachsatz, dem Familienstammbaum hinzugefügt.

Und so kam es, dass Henry der Onkel von Londons wohl berüchtigtstem Wüstling war.

Wenn Preston jetzt hier den anständigen Neffen geben wollte, würde Henry es ihm mit gleicher Münze vergelten. "Schlechter Stil war, was du und dein Freund, dieser Nichtsnutz von Roxley, euch mit dieser albernen Anzeige im Morning Chronicle geleistet habt."

Wer hätte gedacht, dass eine einzige kleine Anzeige, ein Scherz von zwei Trunkenbolden, eine solche Flut von Antworten nach sich ziehen würde?

Henry fand sich förmlich begraben unter Briefen heiratswilliger Damen.

"Du solltest mir dankbar sein", bemerkte Preston. "Jetzt kannst du dir eine Braut aussuchen, ohne jemals einen Fuß ins Almack's setzen zu müssen."

"Dir dankbar sein? Ich will überhaupt nicht heiraten", erwiderte Henry. "Das überlasse ich dir - du bist der Erbe. Warum suchst du dir nicht eine dieser schreibwütigen Miezen aus?"

Preston schaute mit einem seltsamen Funkeln in den Augen auf. "Vielleicht habe ich sie ja schon gefunden? Meine Mieze, meine Tabby ..."

"Oh nein, nicht das schon wieder", seufzte Henry. "Soll das heißen, dass du diese Pfarrerstochter allen Ernstes heiraten willst, mit der du da herumtändelst?"

Ehe Preston etwas erwidern konnte, mischte Hen sich ein: "Du kannst dich glücklich schätzen, Henry, dass Preston sich seinen unseligen Scherz nicht in der T

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