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Versammlung der Toten Thriller von Bárbulo, Tomás (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2018
  • Verlag: Suhrkamp
eBook (ePUB)
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Versammlung der Toten

Sie sind die Verlierer der Krise in Spanien. Guapo und seine Jungs, liebenswerte Grob-Assis mit beschissenen Jobs und einem Haufen Schulden. Kein Wunder, dass ihnen die Augen leuchten, als der Juwelenschieber von den Steinen in einem Safe in Marrakesch anfängt ... Die Versammlung der Toten ist ein cooler Thriller über die Wut der Abgehängten, über einen Bankraub und den Tanz am Abgrund, den er für vier Freunde bedeutet.
Zwei Millionen, die sollen am Ende rausspringen. Von Madrid runter nach Marrakesch fahren, bisschen durch die Kanalisation kriechen, vielleicht zwei Stunden schweißen: das wär s dann schon. Zur Tarnung als Touristen nehmen sie in dem Mercedes-Bus auch ihre Freundinnen mit, und vom Auftraggeber ist ihnen ein Kontaktmann an die Seite gestellt. Aber da fängt die Scheiße schon an. Wie sollen sie diesem Typen vertrauen, wenn der kaum den Mund aufmacht? Und sind die Marokkaner wirklich so dämlich, dass sie solche Klunker nicht besser sichern? Kann doch nicht sein! Und schon vor der Grenze hat Guapo alle Hände voll zu tun, die Operation auf Kurs zu halten, und das ist erst der Anfang ...

Tomás Bárbulo, geboren 1958 in La Coruña, schreibt als Sahara-Experte seit Jahrzehnten für die spanische Tageszeitung El País . Er lebte in Marokko, bereiste intensiv Tunesien, Algerien und die Westsahara. Die Versammlung der Toten ist sein erster Roman in deutscher Übersetzung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 420
    Erscheinungsdatum: 10.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783518759479
    Verlag: Suhrkamp
    Originaltitel: La asamblea de los muertos
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Versammlung der Toten

II
Algeciras - Tanger

1

Auf Höhe von Aranjuez jammerte Chiquitín, dass er auf die Toilette müsse.

Die Männer hatten sich für die vorderen Sitze entschieden, während die Frauen im hinteren Teil des Busses saßen und quatschten. Guapo brüllte über die Schulter gegen die Musik von Camela an: "Wir sind nicht mal fünfzig Kilometer gefahren. Mach dir einen Knoten in den Schwanz, in einer halben Stunde halten wir."

"Ich muss ganz dringend, wirklich." Chiquitíns Gesicht war kreidebleich.

Im Bus stand dichter Zigarettenqualm. Hinter den getönten Scheiben zog die ausgedörrte Landschaft vorüber, über der die Sonne immer gleißender schien.

"Sahraui", mischte sich Yunque ein, "fahr besser ab, nicht, dass er in den Bus macht."

Der Sahraui blinkte und nahm die Abfahrt zu einer Raststätte. Er parkte an der Tankstelle. Dahinter befanden sich ein Motel und ein Restaurant mit einem großen Schild: " LA PARADA ". Kaum hatten sie gehalten, wuchtete Chiquitín seinen massigen Körper aus dem Bus. Mit großen Schritten, die Beine eng beieinander, schaukelte er wie ein Bär zum Restaurant. Chiquitina folgte ihm.

Guapo stellte die Musik aus und drehte sich um.

"Los, nutzen wir die Pause. Jeder geht aufs Klo. Die Mädchen besorgen was zu trinken und Sandwiches. Bis Algeciras gibt es keinen Stopp mehr. Wir haben genug Zeit verplempert."

Der Sahraui beobachtete hinter seiner dunklen Sonnenbrille, wie sie ausstiegen.

"Kommst du nicht mit?", fragte Guapo.

"Einer muss beim Bus bleiben."

Guapo nickte und schloss sich den anderen an.

Als sie das Restaurant betraten, sahen sie Chiquitina neben der Tür zur Herrentoilette lehnen. Yunque ging zu ihr. Die anderen machten sich auf den Weg zur Bar.

"Was hat er?"

Chiquitina verdrehte die Augen.

"Er ist schon seit Tagen so komisch. Er schläft kaum noch, ist ständig mies drauf, sein Arm tut ihm weh, er hat Durchfall ..."

"Ich frag mal, was los ist." Yunque betrat die Toilette. An den Pissoirs standen mehrere Männer. Nur zwei der Kabinen waren besetzt. "Chiquitín", sagte er vor einer der beiden. "Alles klar?"

"Ja", ertönte es aus der anderen. "Ich komme."

Man hörte ein unappetitliches Geräusch und kurz darauf die Spülung. Ein Mann in rosa Poloshirt und violetter Hose sah Yunque an und runzelte die Stirn.

Yunque ging pinkeln und wusch sich Hände und Gesicht, als wieder die Spülung erklang und endlich die Kabinentür aufging.

"Scheiße, Mann." Yunque hielt sich die Nase zu. "Mach wenigstens die Tür zu."

Chiquitín zog die Tür hinter sich zu. Er war immer noch blass. Seine Lungen klangen wie ein Schnellkochtopf, und mit der rechten Hand hielt er sich den verletzten Arm.

Chiquitina hatte draußen auf sie gewartet.

"Alles okay mit dir?"

"Ja, gib mir noch ein paar von diesen Tabletten."

"Da steht, man soll nicht mehr als zwei am Tag nehmen. Es ist neun Uhr, und du hast schon drei genommen."

"Mann, das ist für Leute, die nicht mal halb so viel wiegen wie ich. Ich kann nicht mehr, los, mach schon."

"Es ist nur so, dass ... Außerdem haben wir bald keine mehr, wenn du so weitermachst."

"Verdammt, gib mir die beschissenen Tabletten!"

Chiquitina seufzte, öffnete ihre Handtasche und nahm eine grün-weiße Schachtel heraus.

"Hier. Du kannst sie behalten. Nimm so viel du willst. Mir doch egal, wenn du draufgehst."

"Was sind das für Tabletten?", fragte Yunque Chiquitín.

"Gegen die Schmerzen im Arm."

"Kann ich mal sehen?" Yunque nahm ihm die Schachtel aus der Hand. "Adolonta retard, hundert Milligramm", las er laut vor. "Schmerztabletten mit Langzeitwirkung. Und die helfen?"

"Klar! Na ja, ein bisschen."

Sie gingen zur Bar.

"Da kommt ja unsere wandelnde Zeitbombe!", rief Chato.

Guapo klopfte Chiqu

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