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Was uns am Ende bleibt Roman von Alvarez, Viola (eBook)

  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)

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Was uns am Ende bleibt

Eine Schauspielerin zwischen Glamour-Welt und verlorener Liebe: Das Familien-Epos "Was uns am Ende bleibt" von Viola Alvarez als eBook bei dotbooks. Köln im Jahr 1944: Bei Nacht und Nebel rettet die junge Luise dem Deserteur Helmut das Leben und muss darum untertauchen. Ohne es zu ahnen, legt sie so den Grundstein für ein Leben, mit dem sie nie gerechnet hat: Helmut arbeitet sich im Nachkriegsdeutschland zum erfolgreichen Filmproduzenten empor und macht aus Luise die angebetete Lulu von Radziwil, den berühmtesten Filmstar ihrer Zeit. Doch Lulu lebt ein Leben zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen unsterblichem Ruhm und dunklen Geheimnissen ... Jahre später bekommt Charlotte, Lulus Enkelin, einen geheimnisvollen Brief aus Australien - und ahnt, dass es nun an der Zeit ist, die lang gehüteten Geheimnisse ihrer Familiengeschichte zu lüften: Im Leben ihrer Großmutter gab es Dinge, über die Lulu stets geschwiegen hat. Und so begibt Charlotte sich auf eine Reise, die ihr Leben für immer verändern soll ... Das ergreifende Familien-Epos "Was uns am Ende bleibt" von Viola Alvarez - fast 80 Jahre Familiengeschichte, die fesseln und bewegen. Jetzt als eBook kaufen und genießen: Das ergreifende Familien-Epos "Was uns am Ende bleibt" von der Autorin der Bestseller "Das Flüstern des Glücks" und "Ein Tag, ein Jahr, ein Leben" Viola Alvarez. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Viola Alvarez, geboren 1971 in Lemgo, ist eine deutsche Schriftstellerin, Referentin und Keynote-Speakerin. Nach dem Studium der Germanistik, Geschichte und Skandinavistik in Freiburg arbeitete sie als Referentin in der Erwachsenenbildung und war Leiterin eines Theaters in Köln. Heute ist sie Inhaberin eines Instituts für Managemententwicklung und lebt im Rheinland. Die Autorin im Internet: www.viola-alvarez.de Von Viola Alvarez sind bei dotbooks die folgenden Romane erschienen: "Was uns am Ende bleibt" "Das Flüstern des Glücks" "Ein Tag, ein Jahr, ein Leben" "Die Zunftmeisterin"

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 471
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961483495
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1845 kBytes
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Was uns am Ende bleibt

Kapitel 1
Eine unerwartete Anfrage

Ihre Mutter hatte den Brief vermutlich liegen lassen, weil er vom Ministerium war. Vom Bundesfinanzministerium. Sie kümmerte sich nicht um derlei Angelegenheiten, ließ auch manche Rechnungen einfach ungeöffnet liegen. Charlotte versuchte, das Datum auf dem Stempel zu entziffern, seitdem der Brief unbeachtet unter dem Kram auf Gabrieles Kommode lag. Es gelang ihr nicht. Aber auch ohne diese Gewissheit war sie überzeugt, der Brief müsse da schon eine Weile liegen. Und wenn Gabriele nicht schon ihr Leben lang so mit Behördenpost verfahren wäre - liegen lassen, ignorieren -, dann hätte Charlotte mal wieder einen Grund mehr gehabt zu denken, dass ihre Mutter langsam wunderlich wurde. Nur, wenn man eine Mutter hatte, die eben schon immer wunderlich war, dann hatte es nichts mit dem Alter zu tun oder die Symptome, die andere bemerken konnten: "Da! Demenz!", waren eben nicht so eindeutig.

Jedenfalls hatte Charlotte es sich bereits mit vierzehn, vielleicht auch schon mit zwölf, genau konnte sie das selbst nicht mehr sagen, zur Aufgabe gemacht, die Post durchzusehen. Und "durchsehen" hieß eigentlich öffnen, auch wenn die Briefe nicht an sie adressiert waren, - und lesen. Trotz aller schrecklichen Kindheitserlebnisse hatte nie ein Gerichtsvollzieher in der Wohnung gestanden, was Charlotte eigentlich erwartete, seit sie in einer Fernsehserie mal einen Gerichtsvollzieher gesehen hatte, der Kuckucks klebte. Und irgendwie schienen Sachen wie die Steuer, die notwendigsten Versicherungen und so weiter trotz Gabrieles unverantwortlicher Laxheit so zuverlässig beglichen zu werden, dass nie ein Schaden entstanden war. Je älter Charlotte wurde, desto mehr kam sie das heilige Wundern an, dass tatsächliche, belegbare finanzielle Katastrophen bis dato ausgeblieben waren. Wahrscheinlich bezahlt von dem Geld, das Lulu ihr vermacht hatte, haben musste. Irgendwer, vermutlich ein umsichtiger Bankmensch, musste einen Haufen Daueraufträge veranlasst haben, die sich quasi automatisch anpassten und mit Lulus Geld Gabrieles unstetes Leben fortlaufend bezahlten.

Lulu war Gabrieles Mutter, Charlottes Großmutter. Lulu war außerdem mal das beliebteste "süße Mädel" des deutschen Nachkriegsfilms gewesen, ein Filmstar, als dieses Wort noch etwas bedeutete. Manche Großmütter hinterließen bestickte Taschentücher, Sparbücher oder ein Gartengrundstück. Lulu hatte zwar auch Geld, vor allem aber die Erinnerung an ihr süßes Lächeln, ihr liebliches Gesicht hinterlassen. Weder Gabriele noch Charlotte waren süß oder lieblich.

Charlotte kam jeden Freitagnachmittag nach dem Unterricht in Gabrieles Wohnung. Im Kollegium erzählte sie es so, dass sie keine Wahl hätte, da sie bei diesen Besuchen dringend "nach dem Rechten sehen" müsste . Dabei war Gabriele oft gar nicht da. Oder schlief. Oder hatte irgendwelchen Besuch, der lärmte, rauchte, kiffte, zu laut mit ihr lachte und Musik aus den goldenen Tagen des Schwabinger Hippie-Daseins hörte. Gabs war weder bettlägerig noch eine Gefahr für sich selbst oder eben Letzteres nicht mehr, als sie es ohnehin schon immer gewesen war - und bis jetzt hatte sie ja auch überlebt. Dass Charlotte vor den Kollegen dennoch so tat, als hätte sich die Situation drastisch verschlechtert, quasi von Woche zu Woche, das machte sie nicht mal absichtlich. Es war mehr so eine Art Reflex. Es brachte ihr einfach jenes Quäntchen mehr Aufmerksamkeit oder Mitgefühl, das sie brauchte, immer schon gebraucht hatte. Ohne dass sie irgendwann verschwunden wäre. So fühlte es sich an: einer Notlage gehorchend.

"Ich muss jetzt zu meiner Mutter, nach dem Rechten sehen", hatte sie sich auch heute von Andreas verabschiedet. Und Andreas, knapp dreißig, gerade fest angestellt für Englisch und Sport, hatte ein angemessen betroffenes Gesicht gemacht und gesagt, dass er das ja so toll fände, wie sie sich kümmerte. Und dazu hatte dann Charlotte ein angemessen tapferes Gesicht aufges

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