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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen Roman von Hülsmann, Petra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.05.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Damit hatte die beliebte Musiklehrerin Annika nicht gerechnet: Aus heiterem Himmel wird sie von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk versetzt. Nicht nur, dass die Schüler dort mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert sind - die Musical-AG, die Annika gründet, stellt sich auch noch als völlig talentfrei heraus. Aber wenn's einfach wär, würd's schließlich jeder machen. Annika gibt nicht auf und wendet sich hilfesuchend an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Von nun an spielt sich das Theater jedoch mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los.

Petra Hülsmann wuchs in einer niedersächsischen Kleinstadt auf. Nach einem erfolgreich abgebrochenen Studium der Germanistik und Kulturwissenschaft arbeitete sie in Anwaltskanzleien und reiste sechs Monate mit dem Rucksack durch Südostasien, bevor sie mit ihren Romanen die Beststellerliste eroberte. Petra Hülsmann lebt mit ihrem Mann in ihrer Lieblingsstadt Hamburg.

www.petrahuelsmann.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 575
    Erscheinungsdatum: 25.05.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556632
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Wenn's einfach wär, würd's jeder machen

Ein missratener Geburtstag

"Hi, Frau Paulsen!"

Erschrocken fuhr ich zusammen. Fast wären mir der Plastikbehälter mit Schokoladenkuchen und das Buch heruntergefallen, in dem ich gerade las. Die Geschichte war so spannend, dass ich mich selbst auf den wenigen Metern von der S-Bahn bis zur Schule nicht davon trennen konnte. Ich drehte mich um und entdeckte Carla, eine meiner Schülerinnen aus der fünften Klasse, die mich fröhlich angrinste.

Ich erwiderte das Lächeln. "Hallo, Carla."

Sie deutete auf den eingetupperten Schokokuchen, das Buch sowie meine Schultasche. "Soll ich Ihnen was abnehmen?"

Hach, sie war wirklich ein ganz besonders nettes Mädchen. "Das ist lieb, aber ich schaffe das schon." Schließlich wollte ich vermeiden, dass sie von ihren Mitschülern dabei erwischt wurde, wie sie der Lehrerin die Tasche trug. "Und, was hast du in den Ferien Schönes vor? Fährst du mit deinen Eltern in den Urlaub?", erkundigte ich mich, während wir nebeneinander in Richtung Schule gingen. Schon übermorgen hieß es für mich wieder: 'Tag der richtigen Berufswahl', denn dann würden die Sommerferien beginnen.

"Nee, die müssen arbeiten", erwiderte Carla. "Aber ich darf ins Reitcamp, das wird auch cool."

"Schön", meinte ich. Carlas Eltern waren Ärzte und die meiste Zeit damit beschäftigt, Leben zu retten. Leider vergaßen sie darüber immer wieder das Leben ihrer Tochter.

"Sind Sie auch geritten, als Sie noch jung waren?", erkundigte Carla sich.

Autsch. Heute war mein siebenundzwanzigster Geburtstag, und eigentlich fühlte ich mich nicht besonders alt. Das hatte sich vor zwei Sekunden jedoch schlagartig geändert. "Nein, ich hatte es nie so mit Pferden. Die sind mir zu groß. Ich habe lieber Klavier gespielt."

"Aber ein Klavier ist doch auch groß."

Ich lachte. "Stimmt. Aber es wiehert nicht. Und falls doch, hat man ganz gewaltig danebengegriffen."

Inzwischen waren wir auf dem Schulhof angekommen, und unsere Wege trennten sich. Carla winkte mir noch einmal zu und eilte dann in Richtung Hauptgebäude. Nach fünf Schritten hielt sie inne. "Warum haben Sie eigentlich Kuchen dabei? Ist der für uns?"

Bedauernd schüttelte ich den Kopf. "Nein, für die Kollegen. Ich habe heute Geburtstag."

Carlas Augen weiteten sich. "Oh. Dann herzlichen Glückwunsch. Ist aber schon fies, dass nur die Lehrer Kuchen kriegen."

"Ich weiß. Nach den Ferien bringe ich euch mal wieder welchen mit, okay?"

"Ja, das wär super. Bis später, Frau Paulsen."

Ich ging über den Pausenhof auf die Schule zu. Das Werther-Gymnasium war ein altehrwürdiges, verschnörkeltes Gebäude, das unter hohen Eichen stand und mich an ein Schloss erinnerte. Es zählte zu den besten Schulen der Stadt, und ich konnte mein Glück noch immer kaum fassen, dass ich hier Musik und Geografie unterrichten durfte. Ich betrat das Gebäude, und sofort stieg mir der typische Geruch von Bohnerwachs und altem Holz in die Nase. Ein Geräuschgewirr aus Lachen, aufgeregtem Geplauder und Fußgetrappel umfing mich. Ich liebte diese kribbelige Atmosphäre kurz vor den Ferien. Auf dem Weg zum Lehrerzimmer wurde ich von unzähligen Schülern gegrüßt. Noch etwas, das ich am Werther-Gymnasium mochte: Der Großteil der Schüler war freundlich und gut erzogen. Natürlich gab es auch ein paar weniger nette, aber ich wusste, dass man es als Lehrerin kaum einfacher haben konnte als hier. Und Einfachheit war etwas, das ich in meinem Leben sehr zu schätzen wusste.

"Hey, Annika, alles Gute zum Siebenundzwanzigsten", begrüßte mich Maike, meine Lieblingskollegin. Sie fiel mir um den Hals und drückte mir einen Blumenstrauß in die Hand. "Hier, für dich."

"Danke schön", sagte ich gerührt, war nun allerdings mit dem Strauß, dem Kuchen und meiner Schultasche ziemlich überfordert. "Äh, warte, lass mich nur kurz ..."

"Gib schon her, bevor noch ein Unglück passiert." Sie nahm mir den Strauß wieder

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